Willy-Wiki Glossar Teil 2, L bis Z

Fern mobil reisen & mobil leben

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Ein informatives und unterhaltsames Glossar (A - K, L - Z) mit Spitznamen & Normen, Bauarten & Bestimmungen, Abkürzungen & Themen ...  500 Einträge  im November 2017.

Allgemeine Themen von Ablasten bis Zulassen, von Allrad bis Verschiffen ...   

Spitznamen von Adventskalender bis Wüstenschiff

Bauart- und Typenbezeichnungen: Nur vereinzelt wurden Spitznamen (Jeep) zum Markennamen oder zur Bauartbezeichnung (Kübelwagen).

► Abkürzungen von ATF bis ZMK: Oft ist die ursprüngliche Bedeutung kaum bekannt.

► Definitionen und Bestimmungen: Immer direkt zur Quelle führend [EU-Vorschriften, StVO, StVZO, Kraftfahrt-Bundesamt, TÜV ...]

W führt zur Wikipedia →§ führt zu Gesetzen, Verordnungen ... *Querverweis im Glossar

 

 

L wie Landy

LAK

Abkürzung für Leicht absetzbarer Koffer, einen Kofferaufbau für Militärlastkraftwagen der NVA in der DDR

siehe auch *Shelter

Länderverzeichnis
pdf

Kurz- und Vollform aller Staaten und Territorien in vier Sprachen (deutsch, englisch, französisch, spanisch) mit Zusatzinformationen, u.a.: Hauptstädte, männliche und weibliche Personenbezeichnungen, Zwei- und Dreibuchstaben-Codierung ...

LaMa

Abkürzung für Landmaschinen(schlosser)

Landfahrer
W

Irische Landfahrer →W (Irish Travellers) 2016 in Ginsheim-Gustavsburg; französische Landfahrer →W (Gens du Voyage) 2015 in Grenoble ...

Land-Yacht L6
W

Markenname für ein Wohnwagen-Modell von Sport Berger 1951, mit Turm, Heck und Bug, daher auch bekannt als »Wüstenschiff« oder »U-Boot«, 360 kg leicht.

LandyW

Kosename für Land Rover, ab 1990 Defender, produziert von 1948 bis 2016. 

FAZ 02.08.2016: Wiedergeburt des Land Rover Wer hat an der Uhr gedreht?

Langhauber
W

Bauartbezeichnung: Ein aufrecht stehender Reihenmotor führt zur langen Haube. Dem Vorteil einer besseren Zugänglichkeit des Motors stehen deutliche Nachteile gegenüber: unübersichtlich beim Rangieren, die Fahrzeuglänge geht dem Nutzlastbereich hinten verloren.

Lasten

Last darf weder vorne noch seitlich überstehen und sollte möglichst leicht sein. Überragt sie das Fahrzeug hinten um mehr als einen Meter, muß sie mit einem roten, 30 x 30 cm großen Schild kenntlich gemacht werden. In manchen Ländern gilt dies für jede überstehende Ladung.

Lasten dürfen weder rutschen noch kippen. Es hilft, rutschfeste Matten unterzulegen, sie zu einer kompakten Ladeeinheit zu bündeln, deren einzelne Teile sich gegenseitig sichern (Formschluß) und das Paket mit Bergegurten zu sichern.

Die Abspannung verstärkt den Druck auf die Auflagefläche und vermindert den seitlichen Spielraum (Kraftschluß). Die Abspannung nach hinten verhindert, daß sich die Last bei einer Vollbremsung nach vorn verschiebt.

Zurrmittel wie Seil, Karabiner, Spanngurt, Keil, Kantenschutz, Netz durch Unterlagen an scharfen Kanten schützen.

Lastverteilung

Viele Wohnmobile, insbesondere in der Klasse bis 3,5 Tonnen, sind grenzwertig beladen und kalkulieren mit den 10 Prozent zulässiger Überladung.  Da jedoch auch die zulässigen Achs- und Radlasten berücksichtigt werden müssen, bleibt kaum Spielraum zur Lastverteilung. Geländefahrten mit solchen Lasten führen nicht nur zu einem schlechteren Fahrverhalten. Die dynamischen Kräfte führen auch zu einem hohen Verschleiß von Lagerbuchsen, Dichtungen, federnden und dämpfenden Teilen.

Abgelastete Wohnmobile können zwar ebenfalls rechtlich grenzwertig beladen sein, haben jedoch von ihrer Auslegung für höhere Lasten Spielräume zur Lastverteilung.

Schwere Lasten liegen unten, das senkt den Schwerpunkt. Schwere Lasten liegen möglichst zentral über den Achsen, damit weder eine Seite noch eine Achse überlastet werden. Praktisch werden die Füllstände von Treibstoff- und Wassertanks zu wechselnden Lastverteilungen führen.

Zudem ist die Lastverteilung auf die Achsen auf der Straße und im Gelände unterschiedlich, je nach Zahl der angetriebenen Achsen. Der Allradantrieb ist optimal eingesetzt, wenn die Verteilung des Drehmoments im Verteilergetriebe der Verteilung der Achslasten beim beladenen Fahrzeug entspricht, vorteilhaft ist meist rund 33:67 [Erich Hoepke, Stefan Breuer: Nutzfahrzeugtechnik: Grundlagen, Systeme, Komponenten. Springer 2016]

Latsch

Fachbegriff für die Reifenaufstandsfläche, siehe *Reifen (Merkmale)

Lateritpisten

Rote Lateritböden entstanden durch  Verwitterung über Jahrmillionen hinweg auf den tropischen  Plateaus in Südamerika, Afrika, Madagaskar, Australien, ... Es ist dem Bauxit ähnlich, aus dem Aluminium gewonnen wird und Eisen färbt es als Hämatit rot. Aus Laterit lassen sich Ziegel herstellen und Zement.

Laterit-Drysoilschichten werden im Straßenbau angelegt, 15cm stark mit 2,5% Dachgefälle, widerstehen auch den Regenzeiten und schlängeln sich als rot strahlendes Band durch den tropisch-grünen Dschungel.

Law of the instrument

 

Jeder tut, was er kann. Maslow's Hammer oder allgemeiner das law of instrument drücken eine vertraute menschliche Verhaltensweise kurz aus: »Wenn man nur einen Hammer hat, sieht alles wie ein Nagel aus.«

Als Urheber gelten Abraham Maslow (1966) und ähnlich Abraham Kaplan (1964) sowie Mark Twain (nicht belegbar), jedoch bezeichnete man diese psychologisch determinierte Vorgehensweise umgangssprachlich bereits im 19. Jahrhundert als Birmingham screwdriver, wenn jemand Schrauben mit dem Hammer einschlug.

siehe auch *Fachidiot, *Fehler, falsche

Lenk- und Ruhezeiten

siehe *Sozialvorschriften

LK (=LN2)
w

Abkürzung für »Leichte Klasse« oder »Leichte Nutzfahrzeuge«. Bei Mercedes-Benz Nachfolger des LP von 1983 bis 1998, abgrenzend zur Schweren Klasse SK und Mittelschweren Klasse MK mit den Baureihen BM 673-679 mit den Modellen 609 bis 1320 und den Varianten Allradkipper AK und Feuerwehrfahrzeug AF.

Lkw
Lastkraftwagen

W

»Nationale Fahrzeugart: Nutzfahrzeug, das nach seiner Bauart und Einrichtung zum Transport von Gütern bestimmt ist (gemäß Systematik der Straßenfahrzeuge DIN 70010).«
siehe auch *N-Fahrzeug
[Quelle: Kraftfahrtbundesamt

auch: Laster, lorry, truck, camion

LoLo

Abkürzung für engl. Lift-on Lift-off. Damit werden Frachtschiffe bezeichnet, die mit Kran be- und entladen werden, im Unterschied zu Roll on, rolloff-Schiffen.

siehe auch *Container-Verschiffung und *RoRo

LDW

Abkürzung für Loss Damage Waiver siehe *Versicherungen

Leatherman

Markenname und Personenname: Tim Leatherman aus Oregon/USA hatte die Anfangsidee für das nach ihm benannte Werkzeug, als er in den siebziger Jahren mit seiner Frau in einem Fiat 600 rund neun Monate durch Europa und Vorderasien reiste. Patentiert wurde insbesondere das Kugelgelenk zum Einfalten der Zange in den Griff.

Leermasse

siehe *Masse

LHD W
Left Hand Drive

Abkürzung (englisch) für Linkslenker: Ein entsprechender Heckaufkleber ist sinnvoll beim Fahren im Linksverkehr, in manchen Ländern auch Pflicht.
Siehe auch *RHD

Leichte Lkw, light truck

siehe auch *Transporter

Liq-Shops

siehe *ArmyLiqShops

Literatur, Kfz-

Trzebiatowsky, H.: Die Kraftfahrzeuge und ihre Instandhaltung
12. Auflage 1964 Fachbuchverlag Dr. Pfanneberg Giessen
Band 1: Die Kraftfahrzeuge und ihre Baugruppen. 690 S., 12. Auflage, 1.193 Abb.
Band 2: Instandhaltung der Kraftfahrzeuge, Sondergruppen, Tabellen, Anhang. 780 S., 1053 Abb.

Bosch: Kraftfahrtechnisches Taschenbuch
27. Auflage 2011 mit 1267 Abb.

LOF

Abkürzung für land- bzw. forstwirtschaftliche Zulassung

Long-term vehicle parking-lot

siehe *Car Storage

LNG

Abkürzung für liquid natural gas/low pressure gas, siehe *Gas

LPG

Abkürzung für liquid petroleum gas, siehe *Gas

LT

(1) Baureihenbezeichnung für den VW LT (Lastentransporter);
(2) im englischsprachigen Raum und als Reifenkennzeichnung Abkürzung für »light truck«
siehe auch *Transporter.

 

M wie Munga

M1-Fahrzeug

Eine EG-Fahrzeugklasse gemäß Richtlinie 2007/46/EG, nämlich  »Kraftfahrzeuge zur Personenbeförderung mit mindestens
vier Rädern und mit höchstens acht Sitzplätzen außer dem Fahrersitz.«

  • Personenkraftwagen

Limousine, Schräghecklimousine, Kombilimousine, Coupe, Cabrio-Limousine, Mehrzweckfahrzeug

  • Fahrzeuge mit besonderer Zweckbestimmung

Wohnmobil
Krankenwagen, Notarzteinsatzfahrzeug-
Leichenwagen
Beschussgeschütztes Fahrzeug
Sonstige
Rollstuhlgerecht 

Personenkraftwagen Pkw sind also eine Teilgruppe der M1-Fahrzeuge; Geländewagen gehören zur Untergruppe M1G.
Zur zweiten Teilgruppe gehören auch Wohnmobile.

M2/3-Fahrzeug

EG-Fahrzeugklasse für Kraftfahrzeuge, die nach ihrer Bauart und Einrichtung zur Beförderung von mehr als 9 Personen (einschl. Fahrzeugführer) und ihres Reisegepäcks bestimmt sind, bis 5 Tonnen M2, über 5 Tonnen M3. Entspricht der nationalen Fahrzeugart »Kraftomnibus«
[Richtlinie 2007/46/EG in Verbindung mit 97/27/EG und 2001/85/EG]

N1/2/3-Fahrzeug

EG-Fahrzeugklasse für Nutzfahrzeuge, die nach ihrer Bauart und Einrichtung zum Transport von Gütern bestimmt sind.

Unterteilt nach der zulässigen Gesamtmasse: bis 3,5 Tonnen N1, mehr als 3,5 Tonnen bis 12 Tonnen N2 und darüber N3 sowie nach dem Aufbautyp in Lastkraftwagen, Lastkraftwagen Aufbauart „BA“ und Van mit integriertem Führerhaus/Aufbauart „BB“
[Richtlinie 2007/46/EG in Verbindung mit 97/27/EG]

Magic-Bus

Den Magic-Bus gibt es eigentlich nur in der Vorstellung; in der Realität gibt es mehrere, die außer dem Mythos nichts gemeinsam haben:

(1) »The original Magic Bus operated from a cockroach-infected office on Amsterdam's Dam Squarecarrying students, lone voyagers and brigades of hippies to India«, schreibt  Rory Maclean in Magic Bus. On the Hippie Trail from Istanbul to India. Viking Penguin, 200.

(2) www.richardgregory.org widerspricht: »The company was merely a booking agency and didn't actually own any buses.«

(3) Der Reiseführer Across Asia on the Cheap empfahl damals: »You can get a magic bus from Lahore direct to Kabul look for notices in the freak hangouts.«

(4) Anfang der 1960er Jahre fuhr eine Gruppe kalifornischer Künstler um Ken Kesey »Merry Prankster« mit dem bunt angemalten Schulbus (Baujahr 1939) namens »Further« durch die USA und veranstaltete LSD-Happenings. Begleitband war Grateful Dead. Die Beatles machten daraus die Magical Mystery Tour, Who wurden zu Magical Bus inspiriert und der Mythos des Magic-Bus war weltweit begründet und fand allerorts Nachahmer. Der Original Magic Bus machte seine letzte Fahrt 1968 zum Woodstock Festival. Am 13.01.2006 meldet Associated Press: »Ken Kesey’s original magic bus being restored«

(5) Ein solcher Magic-Bus erlangte wieder Berühmtheit durch das Buch In die Wildnis von Jon Krakauer. Der Mythos des Busses verbindet sich darin mit dem Schicksal von Christopher McCandless. Dieser zieht in die Wildnis, stirbt dort 1992 und wird zum Idol für Zivilisationsflüchtlinge. McCandless erwähnt in seinen Aufzeichnungen den Bus 142 und nennt ihn Magic Bus.
Fairbanks City Transit System Bus 142 ist ein 1946 International Harvester K-5 und steht am Stampede Trail beim Denali National Park. Er zieht seit dem Buch (1995) und dessen Verfilmung 2007 zahlreiche Besucher an: N-63°52.096  W149°46.131, siehe auch SPIEGEL 04.02.2008: Stephan M. Müller Der Aussteiger, der Magic Bus und die Pilger. 

MacGyverismus

siehe *Buschmechanik

Malinka

siehe *GAZ 46

Mallorca-Police

siehe *Versicherung

MAN W

Abkürzung für Maschinenfabrik Augsburg-Nürnberg

Martinshorn

siehe *Sondersignal

Maslow's Hammer

siehe *Fachidiot

Masse & Gewicht

Im allgemeinen Sprachgebrauch werden Masse und Gewicht gleichgesetzt. Physikalisch ist das falsch, denn ein Körper hat auf der Erde und auf dem Mond zwar dieselbe Masse, jedoch ein unterschiedliches Gewicht. Eine praktische Bedeutung hat dieser Unterschied im Alltag nicht, wenn man davon absieht, dass sich das Fahrzeuggewicht an Äquator und Nordpol geringstfügig unterscheidet.

Alle nachfolgenden Massendefinitionen beziehen sich auf: [Massen und Abmessungen in der EG-Richtlinie 92/21/EWG, neu: VO(EU) 1230/2012]

siehe auch *Nutzlast und *Zuladung

zGM
zulässige Gesamtmasse

W

veraltet: zulässiges Gesamtgewicht zGG; die StVO verwendet noch zGG, die FZV und die FeV verwenden zGM. 

Die zulässige Gesamtmasse hat rechtliche Folgen für

  • die Zulassung
  • die Fahrerlaubnis
  • die zulässige Höchstgeschwindigkeit
  • das Sonntagsfahrverbot
  • die Lkw-Maut

Das zGM ist bauartbedingt und wird vom Hersteller in der Typgenehmigung sowie in den Zulassungsdokumenten angegeben. Sie setzt sich zusammen aus:

  • der Masse in fahrbereitem Zustand 
  • der Masse der Fahrgäste
  • der Masse der Zusatzausrüstung
  • der Masse der Zuladung

Masse in fahrbereitem Zustand

Die Masse des betriebsfertigen Fahrzeugs beinhaltet auch:

  • eingebauter Kraftstoffbehälter zu 90% gefüllt
  • Flüssigkeitstanks- und systeme zu 100% gefüllt
    (ausgenommen Brauchwasser)
  • alle im Betrieb mitzuführenden Ausrüstungsteile
    (Ersatzrad, Wagenheber ...)
  • 75 kg Fahrergewicht

[§ 42 Abs. 3 StVZO Straßenverkehrszulassungsordnung]

Masse der
Fahrgäste

... bezeichnet eine Nennmasse, die von der Fahrzeugklasse abhängt, multipliziert mit der Zahl der Sitzplätze, einschließlich eventueller Sitzplätze für Mitglieder  des  Fahrpersonals, und der Anzahl der Stehplätze, jedoch ohne die Masse des Fahrers.

Masse der Zusatzausrüstung

Die Masse derAusrüstung, die zusätzlich zur Standardausrüstung am Fahrzeug gemäß den Herstellerangaben angebracht werden kann.

Masse, Leer-

Die Leermasse laut Zulassungsdokumenten hat eher theoretische Bedeutung und stimmt selten mit der gewogenen Leermasse überein.

Wichtiger ist die *Masse in fahrbereitem Zustand.

Mäusekino

Spottname: Insbesondere digitale, bunte und flackernde Statusanzeigen im Kfz werden seit den 1980er Jahren als »Mäusekino« verspottet.

Mautpflicht in Deutschland
§

Die LKW-Maut auf Autobahnen für Fahrzeuge ab 12 Tonnen zGG gilt nicht für "Fahrzeuge, die nicht ausschließlich für den Güterkraftverkehr bestimmt sind" - also sind Wohnmobile und "Sonstige Kraftfahrzeuge"  von der Mautpflicht befreit.
[§ 1 Absatz 1 und 2 des Autobahnmautgesetzes BFStrMG]

Mautpflichten in Europa

Die Mautpflicht für Wohnmobile ist in den europäischen Ländern meist nach der Fahrzeughöhe gestaffelt, seltener nach der Länge und vereinzelt nach Zwillingsbereifung (Spanien) oder Achsabstand (Türkei), siehe beim ADAC für Wohnmobile bis 3,5 t (pdf) und für solche von 3,5 t bis 7,5 t (pdf).

Mercedes Benz

siehe *Daimler-Benz

Messfehler

sind meist Denkfehler. Ursache der meisten Denkfehler im Bereich Handwerk und Technik sind oft falsche Annahmen (also Denkfaulheit) und *Fachidiotentum (also Borniertheit).

MiFi
Mobiler WLAN-Router

Teils abkürzend (mobiles Internet), teils Wortspiel zu WiFi. Der Router enthält ein Modem und erzeugt einen WLAN-Hotspot, auf den bis zu 10 Geräte zugreifen können. Bei Reisen durch mehrere Länder einfach die SIM-Karte eines beliebigen Anbieters einlegen. Damit entfallen die Kosten für immer wieder neue Sticks und Softwareprobleme auf dem Notebook. Der Stromverbrauch ist niedriger als mit Smartphone. Router dienen auch als Powerpack, etwa von TP-Link.

Mikafa

Initialwort: Die Mindener Karosserie Fabrik baute in den 50er und 60er Jahren exklusive Reisemobile auf der Basis von Mercedes, Opel, Fiat, Magirus ...

Mindset

Schmale Räder mit hohem Reifendruck senken den Rollwiderstand. Im Radrennsport ist dies gelebte Praxis, im Automobilbereich ist solches Gedankengut nicht absatzfördernd. Murat Günak entwarf den Mindset, ein Ökomobil; der tropfenförmige Prototyp hatte große (22 Zoll) und schmale (155 mm) Räder und eine hohe Bodenfreiheit. Dass der Wagen eher schwebt als fett auf der Straße zu liegen, passt jedoch nicht zum Geist der Zeit.

Mitführpflichten

Siehe auch *Ausweispflicht.

► In allen Kraftfahrzeugen in Deutschland muss mitgeführt werden:

  • ein Warndreieck (in manchen Ländern zwei) StVZO §53a
  • eine Warnweste (in manchen Ländern zwei) StVZO §53a und Europäische Norm EN 471, EN ISO 20471:2013

Warnbekleidung zu tragen ist in vielen Ländern beim Verlassen des Fahrzeuges außerhalb geschlossener Ortschaften bei Pannen und/ oder Unfällen vorgeschrieben und kann für alle Fahrzeuginsassen gelten.

  • Erste-Hilfe-Material StVZO §35h Absatz 4

Haltbarkeitsdatum und Ausrüstungsstand: Der Verbandkasten muss lediglich den Zweck der Erste-Hilfe-Leistung ausreichend erfüllen. Er tut dies bis zum Erreichen des Verfallsdatums. Verkauft werden dürfen nur Verbandskästen, die den geltenden Vorschriften entsprechen.

►In Kraftfahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 3,5t zusätzlich:

  • eine Warnleuchte, ersatzweise eine tragbare Blinkleuchte nach §53b Abs.5 Satz 7
► In Kraftfahrzeugen mit einem zulässigen Gesamtgewicht von mehr als 4t zusätzlich:
  • Unterlegkeile nach StVZO §41 (14)
► In Kraftomnibussen  zusätzlich:
  • Feuerlöscher nach StVZO §35g in unmittelbarer Nähe des Fahrersitzes (Haltbarkeitsdatum regelmäßig prüfen)

► Die Unterbringungsstellen sollten deutlich gekennzeichnet werden. Liegengebliebene Fahrzeuge sind wie folgt zu sichern:

  • Warnblinklicht sofort einschalten
  • bei Dunkelheit auch Standlicht einschalten
  • Warndreieck 100 bis 250 m entfernt, abhängig von der gültigen Geschwindigkeit und von der Sicht (Kurven, Nebel ...)
  • Zweites Warndreieck, wenn die Unfall- oder Pannenstelle vom ersten Warndreieck aus nicht zu sehen ist.
  • Ein Warndreieck mitten auf der Fahrbahn, wenn eine Spur nicht mehr befahrbar ist. 

► Führerschein und Zulassungsbescheinigung Teil I (früher: Fahrzeugschein) sind im Original mitzuführen und auf Nachfrage z. B. der Polizei auszuhändigen, eine beglaubigte Kopie genügt nicht.
Fahrzeug-Zulassungsverordnung FZV §11 Abs. 6
Fahrerlaubnisverordnung FeV §4 Abs. 2 S. 2

► Ein Ersatzreifen ist nicht Pflicht.

► Reservekanister in Privatfahrzeugen sind in Deutschland auf 60 Liter beschränkt. Diese Kanister müssen dicht, fest verschließbar und bruchsicher sein (DIN 7274, 16904). Auf Fähren sind Reservekanister oft verboten. Zudem sind Einfuhrbeschränkungen (Zoll) zu beachten. Im europäischen Ausland sind Reservekanister teils verboten (Bulgarien, Griechenland, Kroatien, Luxemburg), teils stark beschränkt (Serbien und Montenegro 5l), meist sind 10 oder 25 Liter erlaubt.

► Nicht verpflichtend, aber laut ADAC besonders im Winter sinnvoll: 

  •     Abschleppseil
  •     Defroster-Spray
  •     Eiskratzer
  •     Sand
  •     Handfeger
  •     Handschuhe
  •     Starthilfekabel
  •     Scheibenfrostschutz
  •     Schneeketten
  •     Schaufel
  •     Wolldecke

Insbesondere werden bei Lkw kontrolliert:

  • Kennzeichen fest? FZV §10 (5)
  • Kennzeichen sauber? FZV §10 (2)
  • Mehr als 6m Fahrzeuglänge: gelbe Seitenleuchten? StVZO §51a (1)
  • Spiegel? StVZO §56 (2) Nr. 2
  • Hinterer Unterfahrschutz StVZO §32b, 1,3,4
  • Seitliche Schutzvorrichtungen StVZO 32c (2)
  • Umrissleuchten StVZO §51b (2) ...

Mods

Umgangssprachlich abgekürzt für modifications, die englische Bezeichnung für getunte und umgebaute Fahrzeuge.

Mog

Umgangssprachlich abgekürzt für *Unimog. Lautmalerisch moggmogg das Motorengeräusch des 1,5-l-Benziners im Leerlauf imitierend.

Moped

Das Akronym aus Motor und Pedal findet sich erstmals in der schwedischen Zeitschrift Motor 6, 1952, als der Schriftleiter Harald Nielsen schrieb: »mopeden - trampcykel med motor och pedaler«.

Ein neuer Begriff sollte das Fahrrad mit Hilfsmotor (Mofa) unterscheiden vom Moped, welches Pedalen nur zum Starten des Motors und als Rücktrittbremse nutzte. Motorseitig war das Moped auf 50 cm³ Hubraum begrenzt.

Moppel

Jahrzehntealte Bezeichnung für mobile Stromerzeuger (Generatoren), bei der Bundeswehr früher gebräuchlich als in der Reisemobilszene.

Vielleicht in Analogie zum Akronym *Moped, jedoch bezogen auf elektrisch; dabei assoziiert mit  Mops, also etwas dicklich-rundem.

Motornummer
W

Die Motornummer (Motorcode, Motorkennnummer) ermöglicht es, den Motor genau zu identifizieren; die Hersteller halten diese Daten jahrzehntelang vorrätig. Sie wird nur selten benötigt, etwa wenn ermittelt werden soll:

  • ob dies der Originalmotor ist oder etwa ein Austauschmotor.

  • ob der Motor für dieses Fahrzeug zugelassen ist.

  • ob die Motoreigenschaften (Bauform, Hubraum, Leistung) den Fahrzeugangaben entsprechen.

  • ob eine Ersatzteilnummerm stimmt.

Zu ermitteln ist sie

  1. aus dem Serviceheft
  2. bei der Werkstatt mit der letzten größeren Reparatur
  3. am Motorblock

Dort ist sie grundsätzlich zwar sichtbar angebracht, allerdings oft schwer zu finden, entweder eingestanzt oder erhaben, also beim Guss angebracht.
Bei Austauschmotoren wird die alte Motornummer unkenntlich gemacht und durch eine neue ersetzt.

Den Motor zu tauschen ist zulässig; eine Abnahme oder Zulassung erfolgt nicht, daher ist sie nicht in den Zulassungsdokumenten enthalten, lediglich in den Fahrzeugscheinen bis kurz nach 1970.

Es gibt keine verbindlichen Vorgaben zum Erstellen der Nummer, jeder Hersteller hat sein eigenes System; diese wurden mit zunehmender Motorenvielfalt immer differenzierter. Verbreitet ist eine Buchstaben-Ziffern-Kombination, deren Abschnitte codiert sind und manchmal auch  Angaben aus den Zulassungsdokumenten enthalten:
Baureihe (zB: Benzin, Diesel, Zylinder, Ventile ... ), Untertyp (zB: Turbo), Motor-Seriennummer, Links-/Rechtslenker, Getriebe ... siehe die Motorkennbuchstaben W von VW (auch für Audi, Skoda, Seat).

Mottek

Insbesondere im Ruhrgebiet Bezeichnung für einen schweren Vorschlaghammer, ursprünglich polnisch, aus dem Bergbau stammend.

Mowag
W

Die Motorwagen-Fabrik aus Emmishofen (Thurgau, Schweiz), heute Kreuzlingen, stellt zivile und militärische Spezialfahrzeuge her. Als Basis für Reisemobile dienten etwa der Fourgon, ein Post-Transporter, oder der geländegängige Duro.

Multi-

siehe *Wollmichsau, eierlegende

Multifunktionsöl

siehe *Schmierstoffe

Munga
W

Abkürzung für Mehrzweck-Universal-Geländewagen mit Allradantrieb: Die Auto Union Ingolstadt baute den DKW Munga von 1956 bis 1968, Nachfolger wurde der VW Iltis Typ 183. Der Munga 4 hatte einen Wannenaufbau (Kübelwagen), die nachfolgenden Versionen einen Pritschenaufbau.

Der name Munga wurde erst ab 1962 verwendet, vorher findet man DKW Jeep auf, DKW Geländewagen, DKW Militärwagen. Als F 91/4 kam er 1955 zur Frankfurter IAA, ab Januar 1956 hieß er M-Wagen, M stand für Mehrzweck.

der spiegel 42/1965 aus dem schlaf gerissen

Mungo
W

Das Einsatzfahrzeug Spezialisierte Kräfte (ESK) Mungo ist seit 2005 ein Mehrzweckfahrzeug der Bundeswehr auf Basis des Multicar M30/FUMO (Funktion und Mobilität).

MUT

Abkürzung für den Maximal Utilisation du Territoire, einen Nachbau des MUTT, gebaut 1986 - 93 von  Gilles Poncin in Frankreich.

MUTT

Abkürzung für den Multi Utility Tactical Truck M151 von Ford, gebaut 1964 - 86.

MythBusters

Die TV-Sendung Mythbusters untersuchte zwischen 2003 und 2016 in 297 Episoden mehr als 1.000 »Mythen«, darunter eine ganze Reihe das Autofahren betreffend:
https://mythresults.com/#cars-driving

Eine platten Reifen durch eine Entpuffung mit Starterspray wieder aufzupumpen und auf die Felge zurückzuschieben, gelang nicht [MythBusters Episode 177, 11.11.2011].

In einer anderen Sendung wurde versucht, einen platten Reifen provisorisch fahrfähig zu machen, indem er mit Stroh ausgestopft wurde (klappte kurz), ein Astschlitten gebastelt wurde (Flop), eine Schachtabdekcung montiert wurde (klappte), aus einem baumstumpf eine Holzscheibe gesägt wurde (klappte) und indem aufd er felge gefahren wurde (klappte).
MythBusters Episode 168: 8.06.2011

Siehe auch *Buschmechanik

 

N wie Nasenbär

N/A

Im englischen Sprachraum verbreitet für not available (nicht verfügbar), not applicable (nicht anwendbar, unzutreffend).

Nasenbär

Bezeichnung der Alkovenbauart für Wohnmobile. (Der tierische Nasenbär ist benannt nach seiner rüsselartign, beweglichen Nasenschnauze.)

Nato-Knochen

Spitzname für die Schlüssel von Batterietrennschaltern,  rechtwinklig gebogene Rundeisen mit zwei Nasen.

Nato-Ziege
W

Bundeswehr-Spitzname für den Ford G 398 SAM (1957 bis 1975) soll zum einen auf das Motorgeräusch, zum anderen auf das sprunghafte und wenig gedämpfte Verhalten im Gelände beruhen.

Negerkeks

Werkstattjargon für Grobreinigungsvliese aufgrund ihrer keksartigen Struktur und schwarzen Farbe für Winkelschleifer (115, 125 mm) und Bohrmaschinen (100 mm), auch: CSD Scheibe oder Reinigungsscheibe.

Nfz/Nkw

Omnibus, Lastkraftwagen, Zugmaschine,  Kranwagen ... gehören zur Gruppe der Nutzfahrzeuge NFZ oder Nutzkraftwagen NKW, dienen also nach Bauart und Einrichtung dem Personen- oder Gütertransport.

Nutzlast

Die Differenz zwischen

1. der technisch zulässigen Höchstmasse in beladenem Zustand *zGM/zGG und der

2. *Masse in fahrbereitem Zustand, erhöht um die *Masse der Fahrgäste und die *Masse der Zusatzausrüstung.

[Massen und Abmessungen in der EG-Richtlinie 92/21/EWG (neu: VO(EU) 1230/2012)]

Nutzlast, Mindest-
Gepäck

Mindestnutzlast für Wohnmobile PM in kg ≥ 10 (n + L)
n = Höchstzahl der Fahrgäste zuzüglich Fahrer
L = die Gesamtlänge des Fahrzeugs in Meter

[Grundlage: EG-Richtlinie 92/21/EWG „Massen und Abmessungen“ (neu: VO(EU) 1230/2012) Anhang II Anlage Punkt 1.2]

Nutzlast, Mindest-

»Der nach Ablastung verbleibende Nutzlastanteil sollte mindestens 20% des neuen zGG bzw. das neue zGG sollte mindestens 125% des Leergewichtes betragen.«
[Verbindliche Arbeitsanweisung der Technischen Leitungen aller amtlich anerkannten Überwachungsorganisationen und Technischen Prüfstellen vom 18.10.2001 – Stand 17.12.2003 - Seite 33]

NVH
Noise, Vibration, Harshness

Fachsprachlich für Geräusch, Schwingungen, Rauheit - bezeichnet Emissionen, die über Luft- und Körperschall wahrgenommen und als als unangenehm empfunden werden wie etwa Rattern, Klappern, Quietschen, Knarren, Heulen … beim Fahrzeug.

Physikalisch verursacht werden sie meist durch Reibschwingungen (»Stick-Slip«-Effekt) sich bewegender Aggregate wie Ventilator, Scheibenwischer, Kupplung, Getriebe, Bremsen … oder sich lösender Teile.

Wilhelm Buschs Bonmot: »Musik wird oft nicht schön gefunden, weil sie stets mit Geräusch verbunden« verbindet sich dabei mit Reuters »Wat den Eenen sin Uhl’, is den Annern sin Nachtigall« und so kommt es darauf, wer fährt und was er hören will. Die Fahrzeughersteller reagieren auf solche Hörerwünsche mit Sound- oder Akustik-Design.

 

O wie Oldtimer

Oldtimer

FZV §2, Satz 22 bestimmt: »Fahrzeuge, die vor mindestens 30 Jahren erstmals in Verkehr gekommen sind, weitestgehend dem Originalzustand entsprechen, in einem guten Erhaltungszustand sind und zur Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dienen« 

FZV §9 Abs.1 verlangt ein Gutachten eines amtlich anerkannten Sachverständigen gemäß §23 StVZO.Dafür legt der TÜV einen mehrseitigen »Anforderungskatalog für die Begutachtung von Oldtimern« für die Abnahme zugrunde. Neben den üblichen Bestimmungen der Hauptuntersuchung HU gilt grundsätzlich (Zitat):
  • Die Originalität muss in allen Hauptbaugruppen gegeben sein.

  • Änderungen, die nachweislich innerhalb der ersten 10 Jahre nach Erstzulassung oder gegebenenfalls Herstellungsdatum erfolgt sind oder hätten erfolgen können, sowie Änderungen innerhalb der Fahrzeugbaureihe, sind zulässig.

  • Nicht zeitgenössische Änderungen, die nachweislich vor mindestens 30 Jahren durchgeführt wurden, sind auch zulässig.

  • Das vorgestellte Fahrzeug muss in einem erhaltungswürdigen Zustand sein.

Von der Abgasuntersuchung befreit sind Benziner, die vor dem 1. Juli 1969 zugelassen wurden und Diesel, die vor dem 1. Januar 1977 zugelassen wurden. Eine Petition an den Bundestag auf grundsätzliche Befreiung der Oldtimer von der AU wurde 2013 abgelehnt.

Fahrzeuge mit H-Kennzeichen dürfen Umweltzonen ohne Plakette befahren.

Nicht das Halten des Fahrzeugs wird besteuert sondern für die Zuteilung des H-Kennzeichens [KraftStG §1 Abs.1 Nr.4] wird ein pauschalierter Steuersatz in Höhe von 191,73 Euro [KraftStG § 9 Abs. 4 Nr. 2] im Jahr erhoben.

Versicherungskosten können niedriger sein, berücksichtigt werden:

  • des Alter des Fahrzeugs
  • ein zweites Fahrzeug für den Alltagsbetrieb
  • Begrenzung der Jahreskilometerleistung

Umfangreiche Ratgeber bieten der VdTÜV sowie der ADAC  Download.

»Oldtimer« ist als deutsche Sprachschöpfung ein Schein-Anglizismus, denn im englischen Sprachraum nennt man sie classic- oder veteran-car. Wagen, die den Oldtimerstatus noch nicht erreicht haben, werden auch *Youngtimer genannt, »modern classic« eben.

Oldtimer-Kennzeichen, Rotes (07)

»Oldtimer, die an Veranstaltungen teilnehmen, die der Darstellung von Oldtimer-Fahrzeugen und der Pflege des kraftfahrzeugtechnischen Kulturgutes dienen, benötigen hierfür sowie für Anfahrten zu und Abfahrten von solchen Veranstaltungen keine Betriebserlaubnis und keine Zulassung, wenn sie ein rotes Oldtimerkennzeichen führen. Dies gilt auch für Probefahrten und Überführungsfahrten sowie für Fahrten zum Zwecke der Reparatur oder Wartung der betreffenden Fahrzeuge«. (FZV §17)

Die Fahrt zur Tankstelle ist also nur im Zusammenhang mit den anderen erlaubten Zwecken gestattet, wenn also dort beispielsweise die Fahrzeugflüssigkeiten und der Reifendruck kontrolliert und ergänzt werden.

Outdoor & Offroad

Outdoor : Tipps, Tricks & Kniffe für Abenteurer auf Weltreise / Norbert Lüdtke. Deutsche Zentrale für Globetrotter
Person(en). 2. Aufl. 2010 Frankfurt, M. : Meyer Verlag 256 S.

Im Buchhandel vergriffen jedoch bei der dzg online oder am dzg-Stand auf dem Fernreisemobiltreffen erhältlich.

OSM
Open Street Map

W

OSM ist ein offenes und freies Projekt mit dem Ziel, Geodaten zu sammeln und allgemein zugänglich zu machen (Open Data). Anders als *T4A soll eine door-to-door-Navigation möglich sein, also werden auch Straßen und bewohnte Gebiete abgebildet.

Fertige Karten für Garmin-Geräte kann man leicht über Lambertus  abrufen und dann aufs Navi laden. Wir fanden es nützlich, zwischen T4A und OSM hin und her zu schalten - beide haben Vorteile.

OT

Abkürzung für Obrněný Transportér, also ein gepanzerter Mannschaftstransporter MTW (armoured personnel carrier), ursprünglich speziell die Typen OT-810, OT-62 (TOPAS), OT-64 (SKOT)OT-90 in der CSSR.

 

P wie Pinzi

Pajero

Der Name des seit 1982 von Mitsubishi gebauten Geländewagens soll an den in den südamerikanischen Gebirgen beheimateten schnellen Leopardus pajeros erinnern. Die Namensgebung kommt einem spanisch vor, weil er dort wörtlich einen »Strohhändler« bezeichnet. Weil die nahezu ausgestorben sind, wird er jedoch meist als Schimpfwort (»Wichser«) benutzt.

Der Geländewagen wird vielleicht auch daher als Montero und Shogun verkauft. Der Hyundai Galloper  und der Dodge Raider sind nahezu baugleich.

Pallholz, Pölzholz

Rüstholz, auch zur Bergung, siehe *Bergematerial

Pankontinentale ...

Straßensysteme und Korridore siehe *Routen

Panne

Siehe *Bergematerial,*ABCDE-Schema, *Eigensicherung, *Mitführpflichten

Pathfinder XV-1   

Mazda baute diesen giftgrünen Geländewagen in den 1970er Jahren in Burma für die dortige Armee und er ist sicher einer der urigsten Wagen seiner Gattung, manche nennen ihn »hilariously quirky«.

Wer ihn sehen möchtet, findet das vielleicht einzige Exemplar Deutschlands im Mazda Museum Augsburg, www.mazda-classic-frey.de

PausbackeW

Leichte Ausbuchtungen am Ende der Kotflügel bei den Modellen der schwereren MAN-Haubenwagen ab 1960 und bis 1967 führten zu dem Spitznamen.

siehe auch *Seitenhutzen

Pedelec

Schachtelwort für Pedal Electric Cycle, meist synonym mit E-Bike und Elektrofahrrad.
Dieses gilt in Deutschland nach § 1 Abs. 3 Straßenverkehrsgesetz als Fahrrad, wenn die Motorleistung unter 250 Watt liegt und die Motorunterstützung auf höchstens 25 km/h begrenzt wird.

 

Petrolhead   

(1) Im englischen ein Spitzname für Menschen, für die ein Auto mehr ist als ein Transportmittel, »Autonarren« eben.

Eine öffentliche Plattform für »petrolhead talk« bietet die britische TV-Show *Top Gear.

(2) Eine Serie über solche Menschen und ihre Fahrzeuge bei www.welt.de, etwa: Jan Sommer mit seinem Subaru Libero (25.04.2016), Stephan Schmidt und seine Firma Orangework (11.09.2017), Thomas Waas und Unicat (16.05.2017), Oliver Schütt und Excab (01.05.2017).

(3) Ein gleichnamiges Lied von Sting (2016) über Autonarren.

Von ähnlicher Bedeutung: piston head

PHEV

Plug-In-Hybride Electric Vehicle

Pinzi

Umgangssprachlich abgekürzt für Pinzgauer, der als 4x4 und 6x6 ab 1971 von Steyr-Puch-Daimler gebaut wurde, als Nachfolger des Haflinger.

Pink Panther

Eine Sonderserie des Land Rover mit der Tarnfarbe »Mountbatten pink« →W für den Wüsteneinsatz; 72 Exemplare wurden 1968 an die SAS geliefert.

Pisten

Eine Piste ist mehr als ein track, aber weniger als eine Straße. Dazwischen ist vieles möglich.

Asphaltstraßen bröseln von den Rändern her weg, dann muss bei Gegenverkehr ein Fahrzeug die Straße verlassen. Unberechenbar sind Schlaglöcher (pot-holes). Schließlich kann die Asphaltbahn so zerfallen sein (wie die A1 in Kenia), dass es nerven- und materialschonender ist, daneben zu fahren.

Pisten können auf unbefestigtem Untergrund entstehen, wenn der Boden, das Klima und der Bewuchs es erlauben (dirt road). Gerade bei sandigen Pisten ist dann kaum zu erkennen, welche der vielen Spuren eigentlich der »richtigen« Piste folgt. Die rötlichen Lateritpisten Afrikas sind gut zu befahren, aber wie Schmierseife, wenn es geregnet hat.

»Geschobene« (graded) Pisten sind vom Grader eingeebnet, meist nach der Regenzeit. Bei staubigem Untergrund hat das auch Nachteile, weil Schlaglöcher mit feinem Staub gefüllt und nicht erkennbar sind. 

Die »gravel road« hat ein Kies- oder Schotterbett, wenn sie fachgerecht angelegt wurde, ist »macadamisiert« und hart.

Sie kann befestigt (paved, sealed) sein oder makadamisiert mit Bitumenzusatz (tarmac) oder vielleicht sogar asphaltiert (tared).

Wellblech oder Waschbrett (tôle ondulée, corrugated) kann auf jedem schlechtem Untergrund durch häufiges Befahren mit schweren Fahrzeugen entstehen und sich über Dutzende oder gar hunderte von Kilometern hinziehen wie etwa an der Skelettküste in Namibia. Dann geht nur ganz langsam oder im dritten oder vierten Gang gerade so schnell, dass das Vibrieren nachlässt.
 

Pkw
Personen-kraftwagen

Nationale Fahrzeugart, bei der nach den Aufbauarten „offen" und „geschlossen" unterschieden wird, siehe EG-Fahrzeugklasse M1.
[Quelle: Kraftfahrtbundesamt]

Plaketten
rot-gelb-grün-(blau)
W

 

Die »grüne Plakette« (verkehrsgrün RAL 6024) ist in der Regel problemlos zu erhalten für

  • Fahrzeuge, die mit Flüssiggas, Erdgas oder Ethanol fahren
  • alle Benziner mit geregeltem Katalysator sowie die Benziner mit den Emissionsschlüsselnummern
    01, 02, 14, 16, 18–70, 71–75, 77
  • alle Diesel mit den Emissionsschlüsselnummern
    32, 33, 38, 39, 43, 53–70, 73–75
  • Diesel mit Partikelfilter und den Emissionsschlüsselnummern
    PM1: 49-52, 27
    PM2: 30, 31, 36, 37, 42, 44–48, 67–70
    PM3: 32, 33, 38, 39, 43, 53–66

Das UBA strebt eine neue »Blaue Plakette« für Umweltzonen an, also freie Fahrt nur für Euro 6-Pkw. Laut ADAC würden 13 Millionen Dieselfahrzeuge diese nicht erhalten. Am 7. April 2016 beschloss die Umweltministerkonferenz die Einführung der blauen Plakette - am 9. August 2016 zog das Bundesministerium für Umwelt diesen Vorschlag wieder zurück

siehe auch *Umweltzonen

[Quelle: Umweltbundesamt UBA; Grundlage: »Plakettenverordnung« Verordnung zur Kennzeichnung der Kraftfahrzeuge mit geringem Beitrag zur Schadstoffbelastung 35. BImSchV, gültig seit 1. März 2007]

Planetenserie   

Sammelbezeichnung für die Magirus-Deutz-Lastwagen ab 1955: Mercur (4500), Saturn (5500), Jupiter (7500) und später Sirius, wenngleicher letzterer ein Stern und kein Planet ist. Der Name bezieht sich auf die in den Hinterachsen verbauten Planetengetriebe. Die »Außenplanetenachse« wurde 1953 von Magirus-Deutz entwickelt. Siehe auch »Rundhauber«

Plastikschüssel

siehe *Weiße Flotte

Plastikdromedar   

Spitzname für den Citroen Mehari Allrad, gebaut 1979 - 87.

Pneu

Synonym für Reifen, ursprünglich insbesondere für Luftreifen im Unterschied zum Vollgummireifen, da vom griechischen πνεῦμα pneuma für Luft, Wind, Atem stammend. 

PÖL

umgangssprachlich für Pflanzenöl als Kraftstoff für Dieselmotoren.  Dieses unbehandelte Öl unterscheidet sich von *Biodiesel, der aus Pflanzenöl chemisch verändert (Umesterung) hergestellt wird.

POI
point of interest

Punkte, die ebenso wie *Wegpunkte durch ihre Koordinaten festgelegt sind, jedoch nicht als Teil eines *Tracks sondern wegen ihres Nutzwertes.

Als solche sind sie Kategorien zugeordnet wie etwa Museen, Theater, Hotels, Restaurants, Kinos, Tankstellen, Werkstätten ... und zusätzlich meist spezifisch beschrieben, also etwa als Toms Garage mit Öffnungszeiten.

POR

Professional Off-Road siehe *Reifen, Gelände-

PRND W

Abkürzung für Park, Reverse, Neutral, Drive - die Hebeleinstellungen bei Automatik

 

Q wie Quad

Quad
W

Kraftfahrzeug für ein bis zwei Personen mit vier Rädern oder - seltener -  mit Gleisketten. Gehört zur Klasse der drei- und leichten vierrädrigen Kraftfahrzeuge (L-Fahrzeuge).
[Quelle: Kraftfahrtbundesamt]

Daumengas und fehlendes Differential (seit 2016 Pflicht) sind die Hauptursachen für ein doppelt so hohes Unfallrisiko verglichen mit Pkw, insbesondere durch das Ausbrechen in Kurven.
[Studie des UDV/GDV]

Quads werden durch die EU-Fahrzeugklasse M1 erfasst, da sie vier Räder haben. Damit sind sie zulassungspflichtig, sofern sie nicht als Sportgerät dienen, dann aber nicht am Straßenverkehr teilnehmen dürfen. Als »leichte Vierradfahrzeuge« werden sie von der Richtlinie 97/24/EG erfasst, müssen also über Scheinwerfer, Blinker, Bremslichter, Standlicht, Tacho ... verfügen.

Diese Richtlinie unterscheidet für Vierradkraftfahrzeuge mit höchstens zwei Sitzplätzen, höchstens 15 kW Leistung und unter 425 kg fahrbereiter Masse. Ein Quad kann also zugelassen (KBA) werden als EU Fahrzeugklasse L6e und L7e (plus Untervarianten):

  • Leichtes Straßen-Quad bis 45 km/h > Versicherungskennzeichen > Führerscheinklasse AM ab 16 Jahre (bis 350kg)

  • vierrädriges Kraftfahrzeug zur Personenbeförderung >  schwarzes Kennzeichen > Führerscheinklasse B

  • vierrädriges Kraftfahrzeug zur Güterbeförderung >  schwarzes Kennzeichen > Führerscheinklasse B

Theoretisch könnten Quads mit einer höheren Leistung als 15kW als Pkw zugelassen werden, jedoch überschreiten sie üblicherweise den Geräuschgrenzwert von 74 dB. Jedoch können solche Quads eine land- oder forstwirtschaftliche Zulassung (LOF) erhalten, wenn sie  über eine Anhängerkupplung und einen Rückwärtsgang verfügen.

  • land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschine > schwarzes Kennzeichen > Führerscheinklasse B

  • land- oder forstwirtschaftliche Zugmaschine > grünes Kennzeichen für  land- und forstwirtschaftlichen Einsatz: T (bis 60 km/h), L (bis 40km/h)

 

R wie Rundhauber

Radialreifen

siehe *Reifenbauart

Radformel

siehe *Achskonfiguration

RAL
W

Farben der BOS-Fahrzeuge und anderer:

  • Postgelb               RAL 1004 (CH), 1021 (A), 1032 (D)
  • THW-Blau             RAL 5002
  • Feuerwehr-Rot      RAL 3000
  • Rettungsfahrzeuge RAL 3024 und 3026
  • Polizei-Blau           RAL 5017

Für Wüsten und Steppen verwendet die Bundeswehr:

  • RAL 1039     Sandbeige
  • RAL 1040     Lehmbeige
  • RAL 6040     Helloliv
  • RAL 7050     Tarngrau
  • RAL 8031     Sandbraun

Diese normierten Farben werden erstellt vom unabhängigen Deutsches Institut für Gütesicherung und Kennzeichnung e. V.
RAL bedeutet ursprünglich: Reichs-Ausschuss für Lieferbedingungen.

Rally(e) Raid
W

Langstrecken-Rallye im Gelände, meist drei bis 15 Tage dauernd und Landesgrenzen überquerend. Die erste Rallye Raid in Afrika war 1976 die Côte-Côte Rally, die berühmteste ist die Rallye Dakar.

Es gibt Rallyes für Profis und für Amateure, mit kommerzieller Zielsetzung und mit wohltätiger (charity rally) ... Bei einigen ist es wichtiger dabei zu sein als Rekorde aufzustellen und so werden dort nur alte Fahrzeuge zugelassen:

Raubtiernamen

In den 1970er Jahren begann die Bundeswehr ihre Geländefahrzeuge nach Raubtieren zu benennen: VW Iltis 183 (1978-88), Mercedes GD 250 Wolf, ESK Mungo (seit 2005), ATF Dingo (seit 2000) sowie Wiesel (ein Kettenfahrzeug) und Fuchs (ein Panzer)

Raumklima

Der Wohlfühlbereich des Raumklimas ist bestimmt durch die Temperatur (20 bis 26 °C), die Feuchte (35 bis 60 %), den »Mief« (< 1.000 ppm) sowie kaum wahrnehmbare Zugluftströme.

RDKS, RDK, RDC

siehe *TPMS

Reifen
Anforderungen

1. Grundsätzlich

  • Zulässigkeit den Fahrzeugpapieren entsprechend und
    Konformität nach den Angaben des Reifenherstellers

2. Allgemein

  • Abriebfest
  • Alterungsbeständig
  • Dauerfestigkeit
  • Fahrverhalten
  • Federung
  • Geräuschentwicklung
  • Hochgeschwindigkeitsfest
  • Kosten (Anschaffung und Verschleiß)
  • Montierbarkeit
  • Rollwiderstand
  • Rundlauf
  • Verletzungsstabil

3. Weltreisen

  • Verfügbarkeit bzw. Kosten  bei Ersatzkauf

4. Gelände

  • Einsatzprofil: Straßen- vs. Geländeanteil
  • Art und Anteile der Geländeabschnitte:
    Sand, Schlamm, Schnee, Fels, Eis, Wasser ... 
  • Leistungsprofil der Geländereifen
  • Leistungsprofiloptimierung durch Hilfsmittel:
    Luftdruck, Ketten, Sandbleche ...

Reifen
Bauart

Bei den heute üblichen Radialreifen (=Gürtelreifen) laufen die Karkassenlagen im rechten Winkel quer zur Lauffläche von Wulst zu Wulst. Dadurch ist die Lauffläche relativ steif, die Flanke flexibel und federt tiefer ein. Sie haften bei Nässe besser und zeigen eine bessere Kurvenlage.

Die eher flache und lange Lauffläche verteilt damit den Druck gleichmäßiger auf den Boden. Radialreifen können zudem mit weniger Luftdruck gefahren werden als Diagonalreifen.

Bei Diagonalreifen laufen die Gewebelagen  schräg von Wulst zu Wulst, etwa unter 35°. Die Lauffläche ist kleiner und runder, erzeugt also höheren Druck auf den Boden, damit tiefere Spurrillen.

Die Lauffläche ist beweglicher als die von Radialreifen. Auf der Straße ist das eher nachteilig, im Gelände bewirkt das jedoch eine bessere Selbstreinigung.

Die Seitenwände haben mehr Lagen, sind steifer und stabiler.  Bei Hangfahrten sind sie stabiler, auf Waldboden mit Wurzeln und Holz widerstandsfähiger.

Radialreifen sind teurer, jedoch erheblich langlebiger als Diagonalreifen.

Breitreifen sind vorteilhaft hinsichtlich Bremswirkung und stabilerem Kurvenverhalten besonders bei hohen Geschwindigkeiten. Dem gegenüber stehen höhere Anschaffungskosten, erhöhter Treibstoffverbrauch durch erhöhten Luftwiderstand (plus 6% bei 30mm mehr Reifenbreite) und höheres Aquaplaningrisiko. Besonders nachteilig sind sie auf unebenem Untergrund durch hohe Flankensteifigkeit und geringe Einfedertiefe.

Reifen
(Merkmale)

  • Drainage bezeichnet beim Reifen die Fähigkeit des Profils, Wasser längs oder quer abzuleiten.

  • FSL, MFS: Felgenschutz durch eine Gummikante am Reifen.

  • Innenschicht: Eine diffusionsdichte Gummibeschichtung innen auf der Karkasse

  • Karkasse: Das tragende Gerüst des Reifens unter Lauffläche und Seitenwand besteht aus mehreren Gewebeschichten (Kunstfasern oder Stahlcord), die in Gummi eingebettet sind. Sie ist charakterisiert durch ihre Steifigkeit.

  • Lamellen bilden Greifkanten: Damit nimmt die Traktion auf nasser Straße, Schnee und Eis zu.

  • Latsch oder Reifenaufstellfläche: Der den Untergrund berührende und Kraft übertragende Teil der Lauffläche.

  • Lauffläche, -streifen: Der Teil des reifens, der prinzipiell Antriebs- und Bremskräfte auf den Untergrund übertragen kann (siehe Latsch). Die Struktur der Lauffläche ist durch Profilblöcke, -rillen und Lamellen charakterisiert sowie durch Profiltiefe und . Deren Anordnung und Gestaltung entspricht dem Reifenzweck (Sommer-,Winter-, Geländereifen …).

  • Pitch, die unterschiedliche Länge der Schulterblöcke in Umfangsrichtung vermindert Reifengeräusche.

  • Ply Rating PR: Die Anzahl der Karkasselagen wird oft bei Gelände-, Transporter- und Lkw-Reifen angegeben. Sie ist ein maß für Widerstandsfähigkeit und Tragfähigkeit

  • Profilnegativanteil: Damit nimmt die Wasserverdrängung durch Längsrillen zu. Besseres Fahrverhalten auf nasser Straße, abnehmendes Aquaplaning-Risiko.

  • Profilpositivanteil: Damit nimmt die Kontaktfläche zur Fahrbahn zu. Besseres Fahrverhalten auf trockener Straße.

  • Profiltiefe: Mit abnehmender Profiltiefe verliert der Reifen seine Verkehrssicherheit bei Nässe; in Deutschland ist eine Mindestprofiltiefe von 1,6 mm vorgeschrieben. Der ADAC empfiehlt 3mm für Sommerreifen und 4mm für Winterreifen.

  • Querprofil mit Greifkanten im oberen Teil der Seitenwand:  Damit nimmt die Traktion auf nachgiebigem Untergrund zu.

  • Querprofil mit Greifkanten: Damit nimmt die Wasserverdrängung durch Querrillen zu. Besseres Fahrverhalten auf nasser Straße, abnehmendes Aquaplaning-Risiko. Außerdem  gute Traktion bei Nässe und auf lehmigem Untergrund, hohe Selbstreinigungsfähigkeit.

  • Reinforced R, rf, XL, extra load: Reifen mit verstärkter Karkasse und erhöhter Tragfähigkeit ggenüber Normalbereifung

  • Regroovable    nachschneidbares Profil

  • Seitenwand: Die äußere Schutzschicht der Karkasse.

  • side facing inwards SFI bezeichnet die Innenseite asymmetrischer Reifen

  • side facing outwards SFO bezeichnet die Außenseite asymmetrischer Reifen

  • Tubeless TL schlauchlos

  • Treadwear: Maß des Verschleißverhalten. Treadwear 200 hat eine doppelt so hohe Laufleistung wie der Normreifen (100), normal sind Werte zwischen 250 bis 400.

  • Tubetype TT Schlauchreifen

  • Tread Wear Indicator TWI zeigt die Abnutzung des Profils in Hauptprofilrillen an.

  • Wulst: Der Reifenabschluß zwischen Reifen und Felge besteht aus Stahldrähten unter einer Gummischicht, deren Teile beschrieben werden als Wulstferse, -kehle, sohle, -zehe.

Reifen
Kennzeichnung

W

Die standardisierte Bezeichnung - etwa 215/70 R15 100 L DOT 2914 - wird so gelesen: 

  • 215 - Nennbreite des Reifens in Millimetern

  • 70 - Verhältnis von Flanken- zu Laufflächenbreite in Prozent

  • R - Bauweise der Karkasse (Radial oder Diagonal)

  • 15 - Durchmesser der Felge in Zoll

  • 100 - Tragfähigkeitsindex (tabelliert), hier: 800 kg/Reifen
    (auch: Last- oder Loadindex LI)

  • L - Geschwindigkeitsindex (tabelliert), hier: 120 km/h
    (auch: Speedindex )

  • DOT -die vier letzten Ziffern nennen das Herstellungsdatum,
    hier 29. Kalenderwoche 2014

Mehr Infos beim ADAC. Hintergrundbeitrag über Reifen siehe FAZ.

Reifen-Label (EU)

Die Verordnung EG 1222/2009 fordert eine Kennzeichnungspflicht für Neureifen (Pkw, Transporter, Lkw). Die Reifen werden kategorisiert nach

(1.) Rollwiderstand als Maß für den Kraftstoffverbrauch
(2.) Nasshaftung als Maß für die Bremsperformance und
(3.) Dezibel als Maß für die Geräuschentwicklung.

Die Verordnung gilt nicht für runderneuerte Reifen, Reifen ohne Straßenzulassung, Rennreifen, Notradreifen und Oldtimerreifen.

Ausgenommen sind auch Professionell Off-Road-Reifen, POR. Diese sind speziell auf eine außergewöhnliche Haftungsleistung bei schlechten Bedingungen und jeder Fahrbahnbeschaffenheit ausgelegt. Daher können sie  grundsätzlich nicht die Grenzwerte und Bewertungsstufen einhalten.

Solche Reifen haben naturgemäß meist einen geringeren Speedindex. Sie dürfen also nicht gefahren werden, wenn laut Fahrzeugschein ein höherer Speedindex vorgeschrieben ist.
Laut StVO dürfen diese Reifen dennoch gefahren werden, wenn sie als M&S (oder mit Schneeflockensymbol) gekennzeichnet sind und der dafür vorgesehene M&S-Aufkleber genutzt wird.

Viele POR-Reifen haben diese Kennzeichnung jedoch nicht. Nach der Verordnung EU 458/2011 (nicht aber nach StVO) dürfen diese Reifen ohne M&S-Kennzeichnung auch bei zu niedrigem Speedindex gefahren werden, wenn ein entsprechender POR-Aufkleber an der Windschutzscheibe angebracht ist.

Reifen-Rechner

Wie wirkt sich eine andere Reifengröße auf die Bodenfreiheit und die angezeigte Geschwindigkeit aus? Durchmesser und Abrollumfang werden vergleichend berechnet

www.reifen-verband.de/reifen-technik/reifen-rechner

Reisende

Abfahren-tourist-2017_2.pdf
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Abfahren_zeit_2017.pdf
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Abfahren-fremd_2017.pdf
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*Zeit, Geld, Know-How und Ausrüstung sind mehr oder weniger notwendige Zutaten für jede Reise. Hochglanzzeitschriften, Internet und dicke Kataloge erwecken den Eindruck, die Wahl der Zutaten wäre entscheidend, denn »Reisen kann doch jeder!«
Nun ja, im Prinzip schon, so wie jeder glaubt, kochen zu können.

Doch diese Zutaten sind nicht hinreichend, auch wenn oft gekaufte Ausrüstung den Mangel anderer Zutaten ausgleichen soll. Unabdingbar ist eine persönliche Disposition zum Reisen, das »fünfte Element«, die Quintessenz.

Darin zeigt sich der Umgang mit den Zutaten: das Bedürfnis *Freiheit zu leben, über das *Fremde zu staunen, von Neugier getrieben die Gegenwart zu genießen. Das muss man tun und wollen und unterscheidet Reisende von Touristen:

»Reisen zu können erfordert mehr als Zeit und Geld. Es ist eine Kunst, und wir müssen zweifeln, ob sie erlernbar ist. Zeit, Geld und Gelegenheit mögen stimmen, und die Fahrt geht auch los, aber die Rechnung ist ohne den Reisenden nicht zu machen, wie sich spätestens bei der Rückkehr zeigt. Man kann abfahren, ohne wahrhaft auf Reisen zu gehen, und wieder ankommen, ohne fortgewesen zu sein. ... An den Reisenden haben sich also die zu wenden, welche an der Veränderung der allgemeinen Ansichten arbeiten.« Friedrich Nietzsche 1844-1900

Reise-Rezept

»Have a plan and stick to it.«

Heinrich Harrers Antwort auf unsere Frage nach seinem Rezept für erfolgreiche Reisen (2003 in Hüttenberg).

Rekuperation

Allgemein ein technisches Verfahren zur Rückgewinnung von Energie; speziell bei (E-, Hybrid-)Fahrzeugen das Speichern von Bremsenergie etwa über eine Wirbelstrombremse, Lichtmaschinenregelung oder Kondensatoren (Caps).

Reservekanister

siehe *Mitführpflicht

Rettungsdienste

siehe *BOS

Rettungskarte

Rettungskarten haben den Zweck, Einsatzkräften die Bergung und Rettung zu erleichtern, Gefahrenquellen zu erkennen und zu sichern. Mit individuell ausgebauten Fernreisemobilen und Historischen Fahrzeugen sind Rettungskräfte nicht vertraut.

Neben den formalen Hinweisen auf Modell, Baureihe, Baujahr ... helfen eben auch spezifische Hinweise auf Airbags, Standort der Starterbatterie, Batterietrennschalter, Zweitbatterien im Aufbau, Reservetanks und -kanister, Gastank und -flaschen, brennbare Stoffe, Gurtstraffer, Gasdruckdämpfer, Steuergerät, Ansatzpunkte für Bergungsgeräte ...

Eine solche Rettungskarte ist hinter der Sonnenblende des Fahrers zu positionieren.

RHD
Right Hand Drive
W

Rechtslenker: Ein entsprechender Heckaufkleber ist sinnvoll beim Fahren im Rechtsverkehr, in manchen Ländern auch Pflicht.

Siehe auch *LHD

Right to repair

In Deutschland noch unbekannt, wird in den USA bereits dafür gefochten: Lobby- und Handelsverbände wie die Repair Association oder kommerzielle Anbieter wie die Reparaturwebsite www.iFixit.com kämpfen dafür.

Argumentiert wird über das Eigentumsrecht: Wenn mir eine Sache gehört, muss ich sie im Rahmen der Gesetze ja auch umfassend nutzen dürfen, dazu gehören auch Wartung und Reparatur. Immer mehr Hersteller schränken diese Rechte ein und behalten sich dieselben vor.

siehe auch *Buschmechanik, *DIY

Road Book
W

Der Begriff stammt aus dem Rallyesport (auch: Gebetbuch, Aufschrieb, Pacenote, Routennotiz) und ist dort das Ergebnis einer vorherigen Erkundungsfahrt.

Ein Roadbook ist jedoch auch für Selbstfahrer in unbekannten Regionen eine sinnvolle Planungshilfe und beruht dann auf Infos aus Reiseführern, Downloads, Erfahrungsaustausch, Karten, Tracks und Navi. Der dabei entstehende Tagesplan (Road Book) setzt die Informationen zur geplanten Route zusammen und enthält:

  • Richtungen, Straßen oder Tracks, Ziele, Distanzen ...

  • Wegepunkte (waypoints), Abzweigestellen, Ortsdurchfahrten, Tank- und Rastmöglichkeiten, Road Blocks & Kontrollen, Brücken & Fähren, Tore (Gates)  ...

  • Straßenzustände: Asphalt, Wellblech, fech-fech, Piste, Sand, Flussdurchfahrt, Steigungen ...

Das Roadbook hilft dem Beifahrer sich zu orientieren und den Fahrer rechtzeitig zu informieren, letztlich werden also Stopps zur Orientierung  vermieden.

Roadbook-Generator, mit Programm und Handbuch (gratis)

Road Movie

Als Archetyp des road movie gilt Charly Chaplins Tramp von 1915, der bereits einen bekannten Typus stilisiert. Road Movies leben vom Motiv dieses Typus, hinzu kommt das Ideal des motorisierten Unterwegs-Seins.

1954 spiegelt the The Wild One mit Marlon Brando den neuen Typ des Tramps. Hinzu kommt in den 1960er Jahren das Motorrad und deren Protagonisten die Hells Angels mit Die wilden Engel von Roger Corman und Easy Rider 1969 mit Peter Fonda, Dennis Hopper, Jack Nicholson. Das Konzert der Rolling Stones in Altamont mit den Hells Angels als Ordnern und die road music aus Easy Rider, insbesondere Born to be wild von Steppenwolf bestimmen das Lebensgefühl einer Generation.

Dieses Lebensgfeühl verband sich jahrzehntelang in Musik, Movie und Literatur. In Europa setzte  Wim Wenders mit seinen Filmen die Trittsteine für das europäische Gefühl des road movie. 1980 wurde Theo gegen den Rest der Welt zum modernen Tramp in Deutschland.

Trucker und Flüchtende bieten besonders dankbare Hauptpersonen; beide handeln unter Druck und Zwang. Die Suche nach einer »Freiheit«, die es nicht gibt, erzeugt Mythen, dazu gehören auch die Autorennen.

In jedem Fall sind die Protagonisten Outlaws, denen die Sympathie der Zuschauer gewiß ist. Als Genre ist der road movie seinem Ursprung nach amerikanisch, er spiegelt die Sehnsucht nach individueller Freiheit, den magischen Augenblick des Aufbruchs, den Mut zum »abfahren«. Dass diese Sehnsucht sich erst im Tod vollendet, zeigen wiederholt Filme des Genres, etwa Thelma & Louise,  Bonnie & Clyde (1967 Arthur Penn) ...

Dem Thema road movie widmete sich die Zeitschrift brand eins 02/2002 in Fahren, um zu fahren.

Road Movies und Western. Ein Vergleich zur Genre Bestimmung des Road Movies von Martin Bertelsen 1991 Verlag an der Lottbeck Jensen, ISBN 3-92687-76-6.

Road Music

road music ist ein sehr dehnbarer Begriff. Er umfasst Lieder, die sich von Thema und Text her als Reisemusik eignen oder auch einfach nur durch bewegende Melodie und Rhythmus, wie Kraftwerks Autobahn oder Mama Afrika von Peter Tosh.

Zwischen Wander- und Reiseliedern lässt sich kaum unterscheiden. Es gab Zeiten, zu denen, wer das Reisen loben wollte, sich es sich nicht anders als wandernd vorstellen konnte.

Lieder vom Auswandern sind solche vom endültigen Abschiednehmen, insbesondere solche des 19. Jahrhunderts, insbesondere solche zur Amerikawauswanderung.

Reiseloblieder preisen das Reisen (und verfluchen es manchmal), gleich in welcher Form - zu Fuß, zu Pferd, mit der Eisenbahn.

Beatles    Back in the USSR
Beatles    Magical Mystery Tour
Beatles    The Long And Winding Road
Blues Brothers    Riders In The Sky
Blues Brothers    Everybody Needs Somebody To Love
Byrds    Turn, turn, turn
Byrds    Eight miles high
J.J. Cale    Cocaine
Canned Heat    On The Road Again
Ray Charles    Hit the Road Jack
Phil Collins    Against all Odds
Christopher Cross    Ride like the
John Denver    Country roads
Bob Dylan    Blowin’ in the wind
Bob Dylan    Like a rolling stone
Bob Dylan    Dirt road blues
Bob Dylan    This wheel's on fire
Doors    Alabama Song
Doors    Riders in the storm
Eagles    Hotel California
Peter Gabriel    Sledgehammer
Art Garfunkel    Mrs. Robinson
Marvin Gaye    Fly me to the moon
Marvin Gaye    Ain't No Mountain High Enough
Jethro Tull    Locomotive Breath
R. Kelly    I believe I can fly
The Kinks    Waterloo Sunset
Lenny Kravetz    Always on the run
Manfred Mann’s Earthband    Dave is on the road again
Bob Marley    Stop that Train
Barry McGuire    Eve of Destruction
Scott McKenzie    San Francisco
Don McLean    American Pie
Middle Of The Road    Sacramento
Mungo Jerry    In the summertime
Ricky Nelson    Travelin' Man
Joan Osborne    Fly away
Police    Walking on the moon
Chris Rea    Road to hell
Chris Rea    Auberge
Lou Reed    Walk On The Wild Side
Rolling Stones    Hitch hike
Rolling Stones    Route 66
Rolling Stones    Like A Rolling Stone
Santana    Black Magic Woman
Frank Sinatra    New York, New York
Frank Sinatra    The Girl from Ipanema
Frank Sinatra    The Lonesome Road
Slade    Far far away
Al Stewart    Time Passages
Soho    On the border
Cat Stevens    Kathmandu
Cat Stevens    Peace Train
Talking Heads    Road To Nowhere
The Temptations    Papa was a rolling stone
Peter Tosh    Mama Africa
Peter Tosh    Stop that train
Johnny B Goode    Toto
Trio Rio    New York, Rio, Tokyo
Ike & Tina Turner    Nutbush City Limits
Tina Turner    River deep, Mountain high

Road Train

Überlange Lastwagenkombinationen, besonders bekannt sind die australischen road trains ab 36,5m und bis 53,6m Länge. 

Europäisches Modulares System (EMS) als Oberbegriff für alle EuroCombis; Lang-LKW für maximal 44 t in Deutschland; Langere en Zwaardere Vrachtautocombinatie (LZV) in den Niederlanden; Long Combination Vehicle (LCV) in Schweden, Finnland, Kanada, den USA und anderen Ländern sowie Longliner und Gigaliner.

Robur   

1957 wurden die Phänomen-Werke Gustav Hiller AG (gegründet 1888) umbenannt in VEB Robur Werke Zittau. Gleichzeitig umbenannt wurde der dort gebaute Allrad-Lkw Phänomen Granit zu  Robur Garant.

Der Robur Lastwagen wurde ab 1961 (vorher als Robur Garant) in zahlreichen Varianten gebaut, auch als Allrad, auch in einer Safari-Version. LO steht für luftgekühlten Ottomotor, LD für luftgekühlten Dieselmotor

Robur bedeutet lateinisch stark, darauf bezieht sich der lateinische Name quercus robur für die der Stieleiche oder deutsche Eiche. Robur, der Eroberer hieß aber auch 1887 ein Roman von Jules Vernes. Darin konstruiert Robur einen Hubschrauber.

Siehe auch *Ello

Rollheimer

siehe *Wagendorf

RoRo
Roll-on-Roll-off

W

RoRo-Schiffe verkehren wie Linienschiffe nur auf bestimmten Routen.

Sie nehmen rollende Ladung auf; das Fahrzeug muss also fahrbereit sein und bleiben, üblicherweise bleibt der Zündschlüssel bei geöffneter Türe im Schloss, daher darf der Wagen auch keine Ladung enthalten (andere Verfahren sind möglich).

Hinsichtlich Höhe, Breite, Länge und Gewicht des Fahrzeugs gibt es kaum Einschränkungen. Die Volumenkosten werden zentimetergenau nach den Außenmaßen berechnet. Es lohnt sich daher, alle überstehenden Teile abzubauen (Gepäckträger, Ersatzreifen, Antenne, Spiegel ...) und beim Ausmessen dabei sein.

Diese Art der Verschiffung ist vergleichsweise billig, jedoch ist das Fahrzeug unbewacht und ungesichert.

Etwas mehr Sicherheit bieten der Transport auf einem gesicherten Neufahrzeug-Deck und/oder eine Seereise auf dem RoRo-Schiff.

RoPax (Kombicarrier) sind RoRo-Schiffe mit Passagierkabinen, insbesondere im Fähreinsatz zu finden.

siehe *Container und *Verschiffung

Rotel

Abgekürzt als Rollendes Hotel bezeichnet es insbesondere die roten Sonderanfertigungen der Firma Rotel-Tours, die 1945 von Georg Höltl gegründet wurde. Aus dessen anfänglichen Internationalen Begegnungsfahrten wurden mit den allradtauglichen Hotelbussen auf Lkw-Fahrgestellen Offroadtouren. 1962 fuhr Rotel erstmals über Land nach Indien (Youtube), 1969 erstmals durch die Sahara.

Rotes Kennzeichen
§

»Händler-Kennzeichen« werden seit 1998 nur noch an Fahrzeug-hersteller, Kfz-Werkstätten und Kfz-Händler vergeben. Sie dienen für Prüfungs-, Probe- und Überführungsfahrten sowie Tageszulassungen.
[Fahrzeug-Zulassungsverordnung FZV §16]

Verleiht ein Händler sein rotes Kennzeichen privat, so machen sich beide Seiten strafbar, denn die Fahrt muss nach den Versicherungsbedingungen im Zusammenhang mit dem Kfz-Handel- und -Handwerksbetrieb stehen.
[Bundesgerichtshof, Urteil vom 28.06.2006 IV ZR 316/04]

Routen

Auf allen Kontinenten werden transkontinentale Verkehrskorridore angestrebt. Sie befinden sich in unterschiedlichen Stadien der Verwirklichung und im Wettlauf mit dem Verfall des noch Bestehenden. Manche Strecken waren vor 80 oder 60 Jahren in besserem Zustand als heute, unterliegen sie doch politischen und wirtschaftlichen, klimatischen und geografischen Einflüssen.

  • Interkontinentalverbindungen über Land gibt es:

    • zwischen Europa und Asien über den Ural sowie über den Bosporus (2 km) hinweg (drei Brücken)
    • zwischen Europa und Afrika (14 km) ist derzeit noch eine Fähre erforderlich, jedoch ist der Bau eines Tuinnels beschlossen. Auch über eine Brücke und einen Damm (Atlantropa) wurde nachgedacht.

  • zwischen Asien und Afrika den Suezkanal querend.

  • sowie in manchen Jahreszeiten zwischen Europa und der Arktis über das Eis.
  • Die »Beringstraßenverbindung« von Sibirien nach Alaska wurde erstmals 1905 geplant. Seit einigen Jahren wird ein Tunnel diskutiert →W

  • Mit Pankontinentalverbindungen werden Straßensysteme bezeichnet (pan, griechisch alles, gesamt), die einen Kontinent durchziehen.

  • Transkontinentale Straßen durchqueren einen Kontinent mehr oder weniger geradlinig; die Panamericana ist beides.
  • Ein Konzept namens »Weltlandbrücke« fasst 27 solcher Verkehrswege zusammen.

Viele Routen sind berühmt wegen ihrer Geschichte. Historisch dienten sie meist als Handelswege, Pilgerwege, Heerwege, Postwege oder Erschließungswege der Kolonisation. Romantisch verklärt oder auch berüchtigt, teils auch verfallen, reizen sie dazu ihnen zu folgen und sind damit für Reisende interessant:

Autoput ♦ Hippietrail ♦ Seidenstraße ♦ Panamericana ♦ Carretera austral ♦ Transamazonica ♦ Transsahara ♦ Kairo-Kapstadt ♦ Route 66 ♦ Karakorum-Highway ♦ Hippie-Trail ♦ Hoggarpiste ♦ Alaska-Highway ♦ Gringo-Trail ♦ Lincoln Highway ♦ Pony Express-Route ♦ Great Ocean Road ♦ Eyre Highway ... 


 

► Carretera Panafricana, Trans-& Pan-African Highways

  • Tripolis-Kapstadt     11.000 km

  • Kairo-Kapstadt        10.500 km

  • Kairo-Dakar               9.000 km

  • Lagos-Mombasa        6.500 km

  • Dakar-Ndjamena       5.000 km

  • Algier-Lagos              4.500 km

  • Ndjamena-Dschibuti  4.500 km

  • Dakar-Lagos              4.000 km

  • Beira-Lobito               3.500 km

Karte & mehr Infos, auch zu den Fehlstellen (missing links). 

Berühmte Strecken sind beispielsweise: 

  • Greath North Road (Cape to Cairo), eine Idee von Cecil John Rhodes vor mehr als 100 Jahren, bezeichnet heute nur das Teilstück in Sambia.

  • Darb el-Arba'in, die Straße der 40 Tage oder Todesroute, von Al Faschir im Sudan nach Asiut in Ägypten, durch Darfur und durch den Selima-Sandsee, etwa 1.500 km.

  • Hoggarpiste von Algier nach Tamanrasset, etwa 2..200 km.

  • Leopard Hill Road in Sambia, 140 km die es in sich haben.

  • Hunters Road, vom Sambesi nach Südafrika, im engeren Sinn von Kasane nach Nata, 300km entlang der Grenze Botswana-Simbabwe.

  • Trans-Kalahari von Walvis Bay in Namibia bis Francistown in Botswana, mehr als 1700 km.

  • Trans-Caprivi, Teil der Transafrika-Strecke von Walvis Bay nach Dar es-Salam, weit über 4.000 km. 


 
►Asiatisches Fernstraßen-Projekt

  • AH1 20.557 km →AH5
    Tokio, Japan zur Grenze Türkei mit Bulgarien
  • AH2 13.177 km
    Denpasar, Indonesien nach Khosravi, Iran/Irak
  • AH3 7.331 km →AH6/AH5→AH2
    Ulan-Ude, Russland nach Tanggu, China, und Shanghai, nach Chiang Rai, Thailand und Keng Tung, Myanmar
  • AH4 6.024 km
    Nowosibirsk, Russland → AH6 nach Yarantai, Mongolei
    →AH5 nach Ürümqi, China
    →AH7 nach Karatschi, Pakistan
  • AH5 10.380 km →AH3 →AH1
    Shanghai, China zur Grenze Türkei mit Bulgarien
  • AH6 10.475 km →AH1
    Busan, Südkorea zur Grenze Russland mit Weißrussland
  • AH7 5.868 km →AH4
    Jekaterinburg, Russland nach Karatschi, Pakistan
  • AH8 4.718 km
    Grenze Russland/ Finnland nach Bandar Emam, Iran

Karte W & mehr Infos  

Berühmte Strecken sind beispielsweise: 

  • Grand Trunk Road, GT Road,  vom Khyber (Chaiber) Pass an der afghanischen Grenze durch Pakistan und Indien nach Kalkutta (Kolkata), dort Teil des National Highway NH- 1 und 2, rund 2.500 km.

  • Karakorum-Highway, von Kaschgar in Xinjiang, China, nach Haripur in Pakistan, rund 1.400 km.

  • Baikal-Amur-Magistrale in Russland, von Taischet nach Sowjetskaja Gawan entlang der Eisenbahntrasse, etwa 4300 km.

  • Weihrauchstraße, ein System von Karawanenrouten, das das südliche Arabien vom Jemen bis zum Oman mit dem Mittelmeer verband.

  • Sibirischer oder Moskauer Trakt, von Moskau über Tjumen durch Sibirien bis Wladiwostok am Pazifik, knapp 8.000 km.

  • Seidenstraße, ein Netz von Karawanenstraßen, das sich nahezu beliebig groß denken lässt zwischen Mittelmeer, Indischem Ozean und Chinesischem Meer. Im engeren Sinn die Wege, die Zentralasien mit China, Indien, Arbaien und Europa verband.

  • Ring Road, ein Straßennetz Afghanistan, etwa 2200 Kilometer.

  • Burmastraße von Rangun über Lashio nach Kunming in China, rund 2.000 km.

  • Georgische oder Grusinische Heerstraße von Wladikawkas in Russland nach Tiflis in Georgien, mehr als 200 km.


 

►Pan-American Highway, Ruta Panamericana

Ein System von rund 48.000 km Schnellstraßen verbindet Prudhoe in Alaska mit Ushuaia in Feuerland; die kürzeste Stecke beträgt knapp 26.000 km. Zwischen Panama und Kolumbien muss ein Teilstück der Panamericana mit der Fähre zurückgelegt werden. Ein sich über etwa 100km erstreckender Dschungel verhindert mit Sümpfen und Bergen ein Durchkommen, der »Tapón del Darién« in Panama, englisch Darien Gap. Ernsthafte Absichten, dieses natürliche Hindernis technisch zu meistern, sind nicht zu erkennen. 

Karte & Karte & mehr Infos

Berühmte Strecken, manche Teil der Panamericana, sind:

  • Alaska Highway von Dawson Creek nach Delta Junction, 2.288 km lang.

  • Route 66, auch Mother Road oder Main Street of America, Chicago in Illinois nach Santa Monica in Kalifornien,
    3944 Kilometer.

  • Pony-Express-Route von St. Joseph in Missouri nach Sacramento in Kalifornien, mehr als 3.000 km.

  • Gringo Trail, eine touristische Route durch Mittelamerika, die Highlights berührend.

  • Transamazonika, Brasilien, mit der BR230 Teil einer geplanten Atlantik-Pazifik-Verbindung.

  • Transoceánica zwischen São Paulo am Atlantik und Arequipa am Pazifik.

  • Carretera Austral oder Ruta CH-7 in Chile, 1.350 km von Puerto Montt nach Villa O’Higgins.
  • Ruta 40, von der Grenze nach Bolivien in Nord-Süd-Richtung durch Argentinien bis Río Gallegos, 5301 km.


 

►Australien 

Der Ein-Land-Kontinent fördert durch seine Form eine »Ring Road«; das dadurch entstandene System von Fernstraßen heißt National Highway, wobei jeder einzelne National Highway zwei Hauptstädte von Bundesstaaten verbindet.

Davon setzen sich die Outback-Tracks ab, unter anderem:

  • Der Outback Highway umfasst sowohl Highways als auch Outback Tracks und führt von Winton in Queensland nach Laverton, zuletzt unter dem Namen Great Central Road, 2.800 km. 

  • Anne Beadell Highway, eine Outbackpiste von Coober Pedy nach Laverton, mehr als 1.300 km.

  • Gunbarrel Highway, eine Wüstenpiste von Victory Downs nach Carnegie Station, mehr als 1.400 km.

  • Oodnadatta Track, eine Outbackpiste von Marree über Oodnadatta nach Marla, mehr als 600 km

Tourist Roads


 

►Europa 

siehe *Europastraßen und *Europa

Das Konzept der Paneuropäischen Verkehrskorridore TEN beinhaltet sämtliche Verkehrswege zu Land und Wasser

in Arbeit 

Rundhauber
W

Bei Rundhaubern (=Kurzhauber) ist der Motor längs oder quer eingebaut. Da die Fahrerkabine oft sehr tief liegt, wird der Fußraum durch den Motor-Getriebe-Tunnel unterbrochen, siehe auch Frontlenker.

Als erster produzierte Magirus ab 1951 und bis 1967 Lkw mit einer kugelförmigen Schnauze. Die Form ergab sich, weil statt eines klobigen Wasserkühlers in der Front luftgekühlte Motoren verwendet wurden. Die Typenbezeichnungen enthielten Planetennamen. →W

Die Rundhauber von Mercedes wurden von 1958 bis 1982 produziert, etwa der MB L334. →W

DER SPIEGEL 20.10.2014  Roland Löwisch: Oldtimer-Lastwagen: 200 PS stark, 63 km/h lahm 

Klaus Petermann: Mercedes-Benz Kurzhauber (Online)

Russen-Willys

Spitzname für den GAZ-67/ГАЗ-67 wegen seiner Ähnlickeit mit dem Willys-Jeep. Der Kübelwagen mit Allradantrieb wurde 1943–1953 für das Militär gebaut, sein Nachfolger GAZ-69/UAZ-69 sogar bis 1972, zuletzt in Rumänien (ARO).

RV

Abkürzung für Recreational Vehicle - im Amerikanischen Sammelbegriff für alle Wohnmobile

 

S wie Syncro

Savelec

Abkürzung für Safe control of non cooperative vehicles through electromagnetic means -  Mikrowellentechnologie zum Anhalten »nicht-kooperativer« Fahrzeuge durch Militär (Technik vorhanden) und Polizei (in der Entwicklung), ein EU-Projekt.

SAE

Seit 1911 die Viskositätsklassen der Society of Automotive Engineers zur Auswahl des richtigen Öls.
Je größer die Zahl, desto zähflüssiger das Öl.
SAE xxW-yy gibt die Viskosität xx bei −18 ° und die Viskosität  yy bei etwa 99 °C an. Da das Öl im Motor an Viskosität verliert, dürfen keine Öle mit geringerer als der vorgeschriebenen Viskosität verwendet werden.
Getriebeöle haben SAE-Viskositätsklassen 70 bis 250.

Sahara-Ente

Spitzname für den Citroen 2CV-Sahara, gebaut 1958 - 67.

SAM, sfAM

Abkürzung für Selbstfahrende Arbeitsmaschinen. Diese sind Kraftfahrzeuge, „die nach ihrer Bauart und ihren besonderen, mit dem Fahrzeug fest verbundenen Einrichtungen zur Verrichtung von Arbeiten, jedoch nicht zur Beförderung von Personen oder Gütern bestimmt und geeignet sind“ (§ 2 Nr. 17 FZV), z.B.:

  • Arbeitsmaschinen und Arbeitsgeräte für die Land- oder Forstwirtschaft (Mähdrescher, Erntemaschinen ...)
  • Arbeitsmaschinen für Erdarbeiten und Straßenbau
  • Autokräne
  • Baumaschinen
  • Messwagen
  • Schienenreinigungsfahrzeuge
  • Übertragungswagen
siehe »Verzeichnis zur Systematisierung von Kraftfahrzeugen und ihren Anhängern SV1«  www.KBA.de 

Sammeltaxi
W

♦ Carro Público (Dominikanische Republik, Puerto Rico ♦ Dala dala (Tansania) ♦ Danfo (Nigeria) ♦ Dolmuş (Türkei) ♦ Fula fula (Kongo) ♦ Gbaka (Elfenbeinküste) ♦ Jeepney (Philippinen) ♦ Jitney (USA) ♦ Kia kia (Yorùbáland) ♦ Liinitakso (Estland) ♦ Louage (Tunesien) ♦ Marshrutka (ex-sowjetische Staaten) ♦ Matatu (Kenia, Uganda) ♦ Ajans (Iran) ♦ Ruletero (Guatemala) ♦ Sherut (Israel) ♦ Songthaew (Thailand) ♦ Sotrama (Mali) ♦ Tap tap (Haiti) ♦ Taxis collectifs/Taxi colectivo (viele Länder) ♦ Tro tro (Ghana & Nachbarländer) ...

Siehe auch *Buschtaxi

Schäferkarren

(1) Vielleicht der Urahn aller heutigen Wohnwagen und Reisemobile, da vermutlich bereits von  den Nomaden der asiatischen Steppen genutzt. In der einfachsten Form ist der Schäferkarren ein zweirädriger geschlossener Schlupfkarren, der lediglich Liegehöhe und eine »Schlupföffnung« hatte, so leicht, dass er von Eseln oder Ochsen gezogen werden konnte. Der Künstler Hans Anthon Wagner lebt seit Jahrzehnten in einem Schäferkarren und hat eine Schäferkarren-Philosophie verfasst, erschienen im Breitenholzer Igelverlag, ISBN 3-937292-36-5. 

(2) Spitzname des G2 von Sportberger, gebaut in den 40er Jahren als Wohnanhänger für Motorräder, 250 kg leicht.

Bauwagen, Lagdwagen, Zigeunerwagen, Zirkuswagen ... werden auch heute noch nach historischen Vorbildern gebaut und erhalten auch eine Straßenzulassung.

Scheibenstempel

Darin finden sich nicht einheitlich geregelt Informationen des Herstellers, neben Zulassungen (ECE 43R, DOT, CCC, AS) mit Genehmigungsnummern etwa:

  • Vom Produktionsjahr wird nur die letzte Zahl genannt; eine 6 kann 2016, 1996, 1986 usw. bedeuten.

  • Der Produktionsmonat wird meist durch Punkte verschlüsselt. Meist erhält der Januar 12 Punkte, dann abnehmend bis Dezember ein Punkt.

  • Der Glastyp II ist das übliche Verbundglas, II/P ist beschichtet.

  • Land: E1 = Deutschland, E2 = Frankreich, E3 = Italien, E4 = Niederlande, E5 = Schweden, E6 = Belgien

Mehr Informationen

Scherzaufträge

Bring mir mal das Ambossklangfett, das Augenmaß, die Feierabendschablone, den Getriebesand, den Lufthaken, den Papierhobel, den Vierkantbohrer, die Wasserstrahlbiegezange, die Wasserwagenausgleichsgewichte …

Schieblehre

Sachlich falsch für Mess-Schieber, denn eine Lehre misst nicht, sondern nimmt ein Maß und erlaubt den Vergleich mit einer Vorgabe, ohne jedoch deren Größe zu kennen.

Schlappen

Umgangssprachlich für Reifen, vermutlich übertragen von Gummischlappen (Flip-Flops) und obwohl eigentlich abwertend gerne von jenen genutzt, denen sie besonders wichtig sind:
»ich brauch dicke schlappen für ein richtiges auto, also nicht so ein 1l harz4 dings sondern ein männer auto mit wumms«
(aus einem Forum 11.01.17)

Schlosserdeo

Werkstattjargon für Kriechöle, insbesondere für WD40, oft in abfälligem Ton.

Schlupf

Fachsprachlich beim Fahren der Streckenverlust zwischen der tatsächlich zurückgelegten Strecke bei einer Radumdrehung und dem Umfang des Rades. Schlupf ist nie kleiner als etwa ein Prozent; die beste Kraftübertragung auf ebenem Untergrund ist mit etwa 10% Schlupf verbunden und bei etwa 20% Schlupf im Gelände reißt der Reifen die Bodenoberfläche auf. Darüber dreht der Reifen durch, der Schlupf steigt auf 100%. Auch das Blockieren beim Bremsen ist Schlupf.

Schmierstoffe

Der Erfolg von Universal- oder Multifunktionsölen basiert auf dem Wunsch des Anwenders möglichst ohne nachzudenken mit einem Mittel gleich mehrere Probleme erledigen zu können. Das funktioniert natürlich nicht.

Die Zufriedenheit mit dem Ergebnis steigt vielmehr, wenn

• der Wunsch nach einer Lösung sachgerecht fokussiert wird;

• unterschiedliche Mittel ihren Eigenschaften entsprechend unterschiedlich eingesetzt werden;

• diese Pflege regelmäßig wiederholt wird.

Was soll erreicht werden und was benötigt man dafür?

  • Schmierstoffe: Reibung mindern, Schwingungen dämpfen, also: Verschleiss und Kraftaufwand senken, Wirkungsgrad, erhöhen, Wärme und Geräusche mindern

  • Schneidöl: Spanende Verfahren kühlen, also Materialüberhitzung (Bohren …) vermeiden

  • Wachse & Fette: Unebenheiten schließen, also Undichtigkeiten und eindringenden Schmutz mindern

  • Kontaktspray: Feuchtigkeit verdrängen, also Leitfähigkeit verbessern

  • Rostschutzmittel: Konservieren, also Schutzfilm bilden gegen Feuchtigkeit & Luft, Salze & UV-Strahlung

  • Kriechöl:Rost unterwandern, also Rostkrusten suspendieren

  • Rostlöser: Rost umwandeln, also Rost auflösen

  • Kalt-Reiniger: Oberfläche reinigen, also Ablagerungen entfernen: Öl, Fett, Ruß, Diesel

Das einzusetzende Mittel muss der Aufgabe entsprechen.
Wenig genutztes Werkzeug in einer Schublade zu konservieren erfordert andere Mittel als Metalloberflächen im Außenbereich zu schützen oder gar Hohlraumschutz bei Wind, Wetter und mit Salz.

Das Vorgehen wird bestimmt durch
(1) eine sachgemäße Reihenfolge
(2) die Produkteigenschaften berücksichtigend
(3) kritische Umstände minimierend
(4) einen Zeitplan für das Wiederholen der Maßnahmen.

Die möglichen Prozeduren sind sehr vielfältig, Beispiele:

  • Wird Rost mittels Säuren (Phosphor-, Zitronensäure ...) umgewandelt, müssen die Säuren nach kurzem Einwirken vollständig entfernt werden.
  • Wird Kriechöl (Caramba, Sonex ...)  erfolgreich einsetzt, müssen Schmierstoffe meist ergänzt werden, denn Kriechöle erreichen zwar Fugen und unterwandern Rost – aber sie wandern eben auch weiter.
  • Heiß aufgebrachte Wachse und Fette (Mike Sanders ...) haften gut auf bereits angerosteten Blechen und zeigen jahrelange Schutzwirkung. Ohne Haftung rutschen sie ab, die Kriechwirkung in Fugen ist gering.
  • Manche Öle (Gunex, Ustanol, Ballistol, WD40 ...) schützen blankes Blech unter geschützten Bedingungen über einige Monate gut, bedürfen dann aber erneuter Pflege.

Unterschiedliche Stoffklassen sind meist problematisch:

  • Bei Fertan darf das Material vorher mit nichts behandelt werden, außer mit Wasser und Drahtbürste.
  • Wurde zuerst ein silikonölhaltiges Mittel eingesetzt, haften Öle und Fette nicht mehr gut.
  • Bei thermischer Belastung kommen PTFE/Teflonprodukte zum Einsatz, bei mechanischer Belastung Molybändisulid MoS2.
  • Öle können Staub binden und in Reibflächen führen, während bei manchen Fetten der schmutzige Fettwulst außen dichtend wirkt.
  • Biogene Öle verharzen, verhärten oder können kleben.
  • Wasserlösliche Öle dürfen nur an dauertrockenen Stellen eingesetzt werden.

Schnauferl

Kosename für *Oldtimer, lautmalerisch abgeleitet vom Geräusch des »Schnüffelventils«, einem Überdruckventil im Kurbelgehäuse der ersten Viertakt-Motoren Anfang des 20. Jahrhunderts, siehe auch *ASC.

Schrauben

(1) Ein Verfahren, bei dem die Fügeteile durch Pressen elastisch verformt werden. Als Fügemittel dienen Schrauben im Unterschied zu Niet, Nagel, Klammer ... Die Schraube wird gedehnt, die Fügeteile werden gestaucht, das Ganze wirkt als Feder. Das dazu nötige Anzugdrehmoment wirkt in beiden Richtungen zerstörungsfrei, also ist die Verbindung lösbar.

(2) Ein konischer Stift (engl. screw) oder zylindrischer Bolzen (engl. bolt) mit Gewinde. Dem Bolzengewinde entspricht eine Gegenmutter (engl. nut) mit passendem Gewinde (engl. thread). Schrauben unterscheiden sich im Wesentlichen nach Material, Kopfform, Gewindeform.

Schrauben, Antrieb-

Ein Antriebswerkzeug für Schrauben soll ein Drehmoment übertragen, das groß genug ist Kraftschluss herzustellen, jedoch Schraube und Schraubenprofil nicht zerstört. Das gelingt am besten, wenn sich

  • das Profil zentrieren lässt;
  • die Kraft großflächig statt punktuell ansetzt;
  • der Anpressdruck auf das Werkzeug minimal ist.

Dazu dienen meist *Schraubendreher für Innenangriffe und *Schraubenschlüssel für Außenangriffe. 

Innenangriffsflächen werden immer höher beansprucht.Sie werden widerstandsfähiger mit der Anzahl der Profilecken und mit kleiner werdendem Spitzenwinkel.

Schraubendreher

Fachbegriff, umgangssprachlich und ursprünglich dagegen Schraubenzieher, weil man damit eine Schraube festzieht. Schraubendreher wirken auf Innenprofile von Schrauben.

Das Werkzeug besteht aus Griff und Klinge; einzelne Klingen werden Bits genannt. Das Schlitzprofil lässt sich nicht zentrieren im Unterschied zum Kreuzprofil; beide sind konisch und drücken sich aus dem Profil heraus (Camout-Effekt), daher muss ein hoher Anpressdruck ausgeübt werden. Parallele Profile wie Innensechskant oder Torx vermeiden diese Nachteile. Beim Sechskant wirkt die Kraft nur auf die Ecken, bei Torx wirkt sie flächig. Daher werden Kerbwirkungen vermieden, das Toleranzspiel ist geringer. In Folge erhöht sich die Lebensdauer von Schraube und Werkzeug.

Schraubenschlüssel

Sammelbegriff für Werkzeuge, die auf Außenprofile von Schraubenkopf und -mutter wirken, also auf den Mantel:

  • Dreikantprofile mit 60°-Innenwinkel sind nur von oben mittels Steckschlüssel zugänglich, der Hebelarm ist klein, das Drehmoment gering.
  • Vierkantprofile mit 90° Innenwinkel (auch: Robertson), ähnlich wie Dreikantprofile
  • Sechskantprofile mit 120° Winkel, hohe Kerbwirkung, hohes Drehmoment, Kraft wirkt auf die Ecken, Schrauben werden leicht verformt. Werkzeugversatz mindestens 60°.

Zwölfkantprofile kommen mit 30° Werkzeugversatz aus, sie passen auch auf zöllige Schraubenköpfe und auf Vierkantprofile. Sie können höhere Kräfte durch mehr Angriffspunkte übertragen, müssen jedoch dazu kleinere Spitzenwinkel haben. Sie werden daher nicht als regelmäßiges Zwölfeck (150° Innenwinkel)  konstruiert, sondern als

  • Vielzahn: Zweifach-6-Kant (double-hex) mit 120° Spitzenwinkeln
  • XZN:        Dreifach-4-Kant mit 90°-Spitzenwinkeln
  • Spline:     Vierfach-3-Kant mit 60° Spitzenwinkeln

In der Praxis beeinflussen weitere Faktoren die Werkzeugauswahl: Der verfügbare Arbeitsraum am Schraubenkopf, dessen vielleicht abgerundete Ecken, Korrosion, Schmutz, Fett ... festsitzende Gewinde. Gute Schraubenschlüssel überzeugen mit freigestellten Ecken, durchdachten Fertigungstoleranzen und abgestimmter Härte des Stahls. Spiel verringert zwar die Kraftübertragung, dafür werden Verformungen des Schraubenkopfes und Rost toleriert.

Eine festsitzende Schraubenmutter muss mit höchster Kraftübertragung ohne Abrutschen gelöst werden, also möglichst mit einem zwölfkantigen Ringschlüssel oder entsprechender Nuss. Die Hälfte der damit übertragbaren Kraft hat ein sechskantiger Ringschlüssel, nur noch ein Drittel dessen lässt sich mit dem Maulschlüssel aufbringen.
  • Wo die Kraft nicht ausreicht, erhöht man das Drehmoment mit einem zweiten Ringmaulschlüssel, dessen Ring auf das Maul des ersten Schlüssels gesteckt wird und so den Hebel verlängert.
  • Wo der Ringschlüssel nicht hinkommt, wird der Maulschlüssel eingesetzt.

  • Der Maulschlüssel zeigt durch Aufweiten das Erreichen des sinnvollen Krafteinsatzes an, bevor die Schraube abreißt.

  • Wo die Nuss nicht hinkommt, wird der Rohrsteckschlüssel eingesetzt.

Ausschließlich zum Gegenhalten werden Verstellschlüssel eingesetzt, also Rollgabelschlüssel, Franzosen (Verkehrszeichen für Pannenhilfe Nr. 359, zwei Spannbackenpaare), Engländer (ein Spannbackenpaar). Engländer und Franzose werden über eine Gewindespindel verstellt. Wasserpumpenzange und Rollgabelschlüssel werden dagegen über ein Schneckengewinde verstellt.

Für die Sechskantverschraubung an Rohrleitungen (Einspritz-, Hydraulik-, Bremsanlage) wird der Bremsleitungsschlüssel eingesetzt, eine Art aufgeschnittener Ringschlüssel, also ein Maulschlüssel, jedoch mit mehr Kraftübertragungsflächen.

Schrauben (Schlüsselweite)

Verschraubung    Schlüsselweite mm
M2                          4
M2,5                       5
M3                          5,5
M3,5                       6
M4                          7
M5                          8
M6                         10
M7                         11
M8                         13 (früher 14)
M10                       16 (früher 17)
M12                       18 (früher 19)
M14                       22
M16                       24
M18                       27
M20                       30
M22                       32

Schwarzwasser

siehe *Abwasser

Schweinenase

Bundeswehr-Jargon für den Nato-Stecker nach VG 96917. Wird auch zivil gefertigt (Gummi statt Plastik, Schraubdeckel) und dient zum schnellen und verpolungssicheren Anschließen des Starthilfekabels. Starthilfekabel mit passendem Stecker (35, 50, 70 mm) sind allerdings selten und teuer. Bei nicht-wartungsfreien und gasenden Batterien sollte das (-) Kabel im Motorraum angeklemmt sein. Ein Schalter in Batterienähe ist nötig.

Schweineschnauze

Spitzname für den Ford Transit →W der zweiten Generation zwischen 1965 und 1978.

SCR

Abkürzung für selektive katalytische Reduktion, Grundlage für SCR-Katalysatoren

Seitenhutzen   

Auch Verbreiterungsbacken oder Ohren sind Anbauteile aus Blech oder CFK, die im Bereich der Reisemobile gerne eingesetzt werden, um längere Querbetten in eigentlich zu schmalen Kastenwagen zu ermöglichen, etwa beim Mercedes Sprinter.

siehe auch *Pausbacke

Selbstreise-Handbuch

Das Selbstreisehandbuch : 10000 Ideen, Fakten und Adressen für Reisen auf eigene Faust / Deutsche Zentrale für Globetrotter e.V. (Hrsg.). Erstellt von Norbert Lüdtke erschien ab 1998 in mehreren Auflagen und wurde später geteilt in Band 1 »*Weltreise« und Band 2 »*Outdoor«. Im Buchhandel vergriffen sind diese Bände bei der dzg online oder am dzg-Stand auf dem Fernreisemobiltreffen erhältlich.

»… beispielhaft für eine Kategorie von Reiseführern … Einführungen in die Kunst des Reisens… « [FAZ]
»Ratgebersammlung für Aussteiger und Weltreisen« [Stern]

Shelter

Eigentlich der englische Begriff für ein sehr einfaches Gebäude, einen Unterstand, eine provisorische Unterkunft; in Deutschland werden die mit Erde abgedeckten Flugzeug-Hangars als Shelter bezeichnet. Zunehmend wird der Begriff jedoch allgemein für massive Wohnkoffer verwendet.

Die Bundeswehr-Shelter von Zeppelin und Dornier sind absetzbare Alukoffer für Lkw, ebenso wie der Leicht Abnehmbare Koffer LAK der NVA. Diese sind preisgünstig zu erhalten und werden gerne zu Wohnkoffern für Fernreisemobile umgebaut.  

Auch: Alukoffer, Bundeswehrkabine, Container, Funkkabine, Shelter (Zeppelin, Dornier), Wohnkoffer …

Kriterien zur Auswahl:

  • Innenmaße, insbesondere
    Kopffreiheit
    Schlaflänge quer
  • Außenmaße:
    zum Basisfahrzeug passend
    Containertransport
  • Gewicht
  • Tragende Materialien:
    Aluminium (Dichte 2,7 g/ml)
    GFK: Glasfasern in Kunstharz/Kunststoff (Dichte 2 g/ml)
    CFK: Kohlenstofffasern in Kunstharz (Dichte 1,5 g/ml)
  • Konstruktion, insbesondere
    Geländeverhalten
    Stege (Kältebrücken)
    variabler Einbau von Fenstern und Türen
  • Dämmende Materialien gegen Wärme, Kälte, Schall
    PUR Polyurethan-Schaum
    PIR  Polyisocyanat-Schaum
    XPS Extrudierter Polystyrol-Hartschaum, z. B. Styrodur, Styrofoam
  • Abnehmen & Absetzen:
    Containerecken
    Stützfüße
    Profilkufen
  • Klapptritte
  • begehbares Dach
  • Tür
  • Fenster & Dachluken
  • Stauraumklappen
  • Sicherung & Einbruchschutz
  • Tunnel zum Führerhaus
  • Versorgungssysteme:
    Wasser und Abwasser
    Strom (Batteriesystem & externe Versorgung)
    Beleuchtung innen und außen
    Kommunikation
    Belüftung & Klimaanlage …
  • Befestigungsschienen innen
  • Anschaffungskosten
  • Aussehen & Verarbeitung
Standardmaße (mm) außen der ZEPPELIN- FM-Shelter

Shelter            Länge x Breite x Höhe
ACE I (FM 1)    2.990 x 2.050 x 1.825
ACE II (FM 2)   4.250 x 2.200 x 2.075
ACE III             5.000 x 2.200 x 2.075
Nato I + II       3.810 x 2.080 x 2.110
10'                   2.991 x 2.438 x 2.438
15'                   4.541 x 2.438 x 2.438
20'                   6.058 x 2.438 x 2.438

Sidepipe

Ein Auspuffsystem, bei dem die Abgasrohre seitlich am Fahrzeug verlaufen und dort enden. Technisch führt dies zu kürzeren Abgaswegen, geringerem Abgaswiderstand und daher zu höherer Leistung. Sie verlangen jedoch mehr Bodenfreiheit. Nachteilig ist die höhere Lärmbelastung.

SOC

Abkürzung für State of Charge, den Ladezustand einer Batterie

Soft-roaders

Spottname für das Gegenteil von off-roaders, siehe *SUV

Sondersignal
W
§

*Einsatzfahrzeuge haben Sonderrechte [StVO §35] →W und zeigen dies über blaue und gelbe Lichtzeichen (»Sondersignalanlagen«) an ([STVO §38]. Das Einsatzhorn (»Folgetonhorn«, »Martinshorn«) →W darf nur zusammen mit dem blauen Blinklicht verwendet werden, das Anhaltehorn zusammen mit der roten Lichtschrift StVZO §55 Abs. 3 und 4.

Ehemalige Behördenfahrzeuge erhalten nur dann eine zivile Betriebserlaubnis, wenn die Sondersignalanlagen entfernt oder neutralisiert wurden, denn die damit verbundenen »Sonderrechte« stehen zivilen Personen nicht zu.

Sonntags-
fahrverbot
§

Fahrverbot von 0 bis 22 Uhr an Sonn- und Feiertagen für Lastkraftwagen über 7,5 Tonnen zulässigem Gesamtgewicht UND für alle Lkw mit Anhänger unabhängig von deren Gewicht.
[§ 30 Abs. 3 Straßenverkehrs-Ordnung StVO]

Sonstiges Kraftfahrzeug

»Nationale Fahrzeugarten unter anderem: Feuerwehr-, Polizei-, Post-, Funk-, Fernmelde- und Zivilschutzfahrzeuge sowie Krankenfahrstühle ...«
[Quelle: Kraftfahrtbundesamt]

Sozialvorschriften    

Das Gesetz zur Regelung der Arbeitszeit von selbständigen Kraftfahrern (KrArbZG) enthält »Sozialvorschriften«; deren bekannteste betreffen die Lenk- und Ruhezeiten für Fahrer von Fahrzeugen mit einer zulässigen Höchstmasse einschließlich Anhänger von über 3,5 t zulässigen Gesamtgewicht (zGG) im gewerblichen Güter- oder Personenverkehr, also Fahrer, die der Verordnung (EG) Nr. 561/2006 bzw. dem AETR unterfallen.

Deren Einhaltung kontrollieren insbesondere das Bundesamt für Güterverkehr *BAG und die Polizei.

Als Nachweis gilt für Fahrzeuge von mehr als 2,8 bis 3,5 Tonnen die Aufzeichnung in Form eines Tageskontrollblattes, darüber muss ein eichfähiger *Fahrtenschreiber (Tachograph) eingebaut sein.

Laut BAG gelten folgende Ausnahmen:

»2.1.9 Nichtgewerbliche Fahrten (Fahrten für privateZwecke)(Art. 3 Buchst. h VO (EG) Nr.561/2006) Fahrzeuge mit einer zulässigen Höchstmasse (zHM) von nicht mehr als 7,5 t, die zur nichtgewerblichen Güterbeförderung verwendet werden. Ein Fahrzeugeinsatz erfolgt nichtgewerblich, wenn keine Absicht der Gewinnerzielung besteht. …
Eine „nichtgewerbliche Güterbeförderung“ liegt insbesondere dann vor, wenn eine Privatperson eine Güterbeförderung auf eigene Rechnung und ausschließlich im Rahmen einer Freizeitbeschäftigung durchführt, diese teilweise durch finanzielle Beiträge Dritter finanziert und für die Beförderung keine Vergütung gezahlt wird.
(Urteil EuGH vom 03. Oktober 2013 –C-317/12)

2.1.10 Historische Nutzfahrzeuge (Art. 3 Buchst. i VO (EG) Nr.(EG) Nr. 561/2006) Nutzfahrzeuge, die nach den Rechtsvorschriften des Mitgliedstaats, in dem sie verwendet werden, als historisch eingestuft werden und die zur nichtgewerblichen Güter-oder Personenbeförderung verwendet werden.

Wohnmobile dienen nicht dem Gütertransport und haben in der Regel weniger als 8 Fahrgastplätze. Sie unterliegen daher nicht den Sozialvorschriften im Straßenverkehr.

Wohnmobile ab einer zulässigen Höchstmasse von 7,5 t müssen einen Fahrtschreiber verwenden (§ 57a StVZO). Dies gilt nicht, wenn sie ab dem 01.01.2013 erstmals in den Verkehr kommen (§ 72 Abs. 2 Nr. 6e StVZO).«

Quelle: Hinweise zu den Sozialvorschriften im Straßenverkehr (gemäß Verordnung (EG) Nr. 561/2006, Verordnung (EWG) Nr. 3821/85, Verordnung (EU) Nr. 165/2014 Fahrpersonalgesetz (FPersG) und Fahrpersonalverordnung (FPersV)) abgestimmt zwischen den obersten für die Umsetzung der Sozialvorschriften im Straßenverkehr zuständigen Behörden des Bundes und der Länder Stand: 09.11.2015
 

Wohnmobilfahrer sind also von gesetzlichen Vorgaben nur dann betroffen, wenn ihr Fahrzeug entweder nicht als Wohnmobil (*Fahrzeugklasse M1) zugelassen ist oder wenn es durch seine frühere Zulassung noch einen *Fahrtenschreiber besitzt. Dann greifen zwar nicht die Sozialvorschriften, jedoch Vorschriften, die den Fahrtenschreiber betreffen.

Sperrholzlaube, rollende

siehe *Karawane

Standrover

Abwertender Spitzname für den Land Rover wegen dessen Pannenhäufigkeit.

Standschäden

1. Betriebsflüssigkeiten und Dichtungen
Gefahr: Öle altern und verharzen, Metalle korrodieren (Rost, Alufraß, Grünspan), Feststoffe lagern sich ab … Dichtungen verkleben, Bewegung beschädigt die Dichtflächen
Maßnahmen: Betriebsflüssigkeiten wechseln, auf Rost achten, spülen, Filter wechseln, Dichtungen ersetzen, Hydraulikzylinder erneuern, Schläuche & Leitungen prüfen

2. mangelnde Schmierung beim Starten
Gefahr: Motor dreht nicht, Kolbenringe setzen sich fest und reißen
Maßnahmen: Düsen raus & die Zylinderlaufbahn mit etwas Motoröl schmieren; möglichst langsam durchdrehen, damit ein Schmierfilm entsteht
Nach dem Starten sofort mit moderaten Drehzahlen losfahren bis Betriebstemperatur erreicht ist. Nicht Warmlaufenlassen! Beim Warmlaufen wird das Motoröl zu langsam warm und kommt zu spät bis in den letzten Winkel, möglicherweise lagert sich noch Kondenswasser ab usw. Also-nach dem Anlassen sofort losfahren,.
Kompressionsprüfung

3. Rost in nicht-sichtbaren Bereichen
Gefahr: Nach mehrjähriger Standzeit kann auch innen alles rosten Motor, Getriebe, Achsen, Lager, Gestänge, Seilzüge …, ausgelöst durch Lücken im Ölfilm und Kondenswasser

4. Reifen
altern und werden unrund bei lange anhaltender einseitiger Belastung.

Starthilfekabel

Ein Anlasser mit 1,2 kW Leistung zieht bei 12 V 100 A Strom, beim Anlaufen das 5-10fache. Dieselmotoren glühen zusätzlich mit etwa  30 Ampere pro Zylinder vor.
Standard-Starthilfekabel für Pkw haben mit 16 qmm und 3 m Länge einen Kurzschlusstrom von rund 1.800 A - das passt, wenn die Kontakte sauber sind.

Zu kleine Kabelquerschnitte liefern nicht genug Strom während der Startsekunden.
Der Kabelquerschnitt muss mit dem Kaltstartstrom des Anlassers zunehmen; dieser steigt etwa proportional mit dem Hubraum des Motors.
Ein Kupferkabelquerschnitt von 16 qmm genügt für Motoren über 2.500 ccm Hubraum;  25 qmm sollten es für Diesel-Pkw sein; 35 qmm für Diesel mit mehr als 3.500 ccm; Aluminiumkabel müssen etwa 50% höhere Querschnitte aufweisen.
LKW-Kabel mit 25 qmm² und 3 Metern Länge haben einen Kurzschlusstrom von rund 2.800 A. 

auch: Überbrückungskabel

Standzeit

siehe *Inselanlage Reisemobil

Steigung(swinkel)

Wenn auf einer Strecke von 100 m (horizontal) gleichfalls 100 Höhenmeter (vertikal) zurückzulegen sind, so beträgt die Steigung 100% und der Steigungswinkel 45°, also ein halbierter rechter Winkel.

Werden auf einer Strecke von 100 m (horizontal) 20 Höhenmeter zurückgelegt, so beträgt die Steigung 20%, der Winkel 9°.

Die Baldwin Street in Neuseeland gilt mit 35% Steigung als steilste Straße der Welt; an der Mosel finden sich Steigungen bis zu 17%.

Google Maps gibt leider keine Höhenmeter und Steigungen an - es gibt jedoch ein Tool, dass das kann.

Steinschlag

Das Risiko von Schäden durch Steinschlag ist auf neuen Asphaltstraßen vermutlich höher als auf afrikanischen Pisten: der frische Splitt ist scharfkantig, der Verkehr ist dichter, die Geschwindigkeit höher, der Abstand zwischen den Autos geringer.

Splitt ist Teil des Asphalts und wird von den Reifen herausgerissen, also lässt sich sich Steinschlag nie vermeiden. Insbesondere auf Pisten verringert man Steinschlag durch ausreichenden Abstand zum voranfahrenden Fahrzeug. Ein Irrglaube ist es, Schäden durch Steinschlag zu vermeiden, indem man die Hand von innen gegen die Windschutzscheibe presst, das ergaben entsprechende Versuche mit einem Luftgewehr in der TV-Serie Mythbusters [DIE ZEIT 201, 39: Stimmt's?]. Vereinzelt wird behauptet, dass Scheibenschutzfolien die Wirkung von Steinschlag verringerten.

Beschädigungen der Windschutzscheibe, also Risse, Brüche oder Fehlstellen, unterscheiden sich in Größe, Tiefe und Position. Darüber, ob und wie sie repariert werden dürfen, kursieren viele Meinungen.

Die dazu vielzitierte StVZO §35b Satz 2 fordert lediglich ein »ausreichendes Sichtfeld«. Wie dieses zu bestimmen ist, legt die EU-Richtlinie 77/649/EWG über das »Sichtfeld der Fahrer von Kraftfahrzeugen« fest. Der TÜV definierte auf dieser Basis das »Fernsichtfeld«, das sich für unterschiedliche Fahrzeuge und -typen unterscheidet.

Praktisch wird das Fahrersichtfeld vereinfacht aufgefasst als vertikaler Streifen mit einer Breite von etwa 29 cm bei Pkw (35 cm bei Nutzfahrzeugen), der von oben nach unten mittig über die Lenkradnabe verläuft, oben begrenzt vom Rand des Scheibenwischerfeldes.

Die »Bedingungen für die Reparatur von Verbundglas-Windschutzscheiben« [Verkehrsblatt des Bundesverkehrsministeriums 1986, Heft 4, Nr. 55] erlauben Reparaturen, wenn

1.    nur die Scheibenaußenfläche beschädigt ist; Innenscheiben und Kunststofffolien müssen unbeschädigt sein;
2.    die Reparatur zeitnah nach dem Schadeneintritt erfolgt und die Schadenstelle frei von eingedrungener Feuchtigkeit und Schmutz ist;
3.    der Krater der Einschlagstelle höchstens 5 mm durchmisst;
4.    Sprünge, die radial von der Einschlagstelle ausgehen, kürzer als 50 mm sind;
5.    Risse nicht im Scheibendichtgummi oder am Scheibenende auslaufen;
6.    die Beschädigungen nicht im Fernsichtfeld des Fahres liegen.

Die landläufig kursierenden Kriterien (mindestens 10 cm vom Rand der Scheibe entfernt; von einem Zwei-Euro-Stück vollständig abdeckbar) finden sich so nicht in den Vorschriften.

Der Einschlagpunkt ist meist als Krater zu erkennen. Ausgehend vom Einschlagpunkt erweitert sich der Schaden, dabei finden sich oft wiederkehrende Schadensbilder:

•    Kuhauge (bullseye), also eine kreisförmige Abplatzung, die trichterartig vertieft ist.
•    Halbmond, also ein unvollständiges Kuhauge, keinen ganzen Kreis bildend.
•    Stern, also sternförmige kleine Risstruktur rund um den Krater
•    Kleeblatt, also Abplatzungen rund um den Krater
•    Bienenflügel, also eine Abplatzung mit zwei kurzen geschwungenen Flügeln

Solche Schäden sind reparabel, wenn das Klebeharz in Risse eindringen kann und ist oft danach nicht mehr als Schaden erkennbar. Reine oberflächliche flache Abplatzungen und Trümmerbrüche sind eher nicht reparabel.

Stellplatzsuche

Mehrere zehntausend Campingplätze gibt es bei Archies Camping als POI fürs Navi zum Download. Kein lästiges An- und Abmelden, billiger als Camping und oft nah am Ortszentrum, doch mit sehr unterschiedlichem Komfort sind Wohnmobilstellplätze. Die folgenden Links führen zu Online-Datenbanken, dort gibt es auch Apps und manchmal POI-Downloads:
womo-stellplatz.eu  ♦ park4night.comstellplatz.infocampercontact bordatlas promobil campingfuehrer.adac ...

Mehrere hundert Bauern und andere ländliche Betriebe in Deutschland bieten kostenlose Stellplätze an.

Im Normalfall sucht man *Übernachtungsplätze in »Echtzeit«, also beim Fahren über Land, durch Dörfer und Städte. Hauptkriterium ist die Unauffälligkeit, also steht man
a) entweder sehr versteckt und hofft, dass niemand vorbeikommt
b) oder dort, wo alle stehen oder stehen könnten.
In beiden Situationen wird man offensichtliches *Campen vermeiden.

Sicherheitshalber parkt man so, dass man gleich losfahren kann - ohne Hindernis in Fahrtrichtung und mit Schlüssel im Zündschloss. Riskant sind Stellplätze in touristischen Regionen, an denen üblicherweise geschäftiges Treiben herrscht: Bahnhöfe, Häfen, Märkte, Busbahnhöfe, Einkaufszonen ... und die dazugehörigen Parkplätze. Auch Autobahnraststätten können dazu gehören. Hier kann man sowohl durch Menschen mit krimineller Energie als auch durch den Arm des Gesetzes nächtens gestört werden.

Hat man einen vermeintlich einsamen Platz gefunden ist es sinnvoll sich nach Anzeichen anderweitiger Nutzungsmöglichkeiten umzuschauen:

  • Gassiweg für Hundebesitzer?
  • Rückzugsort für Rendezvous?
  • Randaleort für die Dorfjugend?
  • Straßenstrich?
  • Rückzugsort für Obdachlose?

Ideal sind Parkflächen an Orten, die nur zu bestimmten und vorhersehbaren Zeiten genutzt werden, nämlich an
♦ Friedhöfen ♦ Kirchen ♦ Sportstätten ♦ Kapellen ♦ Wanderwegen ♦ Krankenhäuser ♦ Bauhöfe ♦ Gewerbegebiete ♦ Ausflugslokale ♦ Sehenswürdigkeiten ...

Es lohnt sich, in Sackgassen nach geeigneten Plätzen zu suchen - dort gibt es keinen Durchgangsverkehr.

Strolch (Kleiner)

Markenname für eines der ersten Wohnwagenmodelle des Herstellers Schweikert.

StVO W §

Abkürzung für Straßenverkehrsordnung. Diese regelt das Verhalten im öffentlichen Straßenverkehr, der urpsrüngliche Kern (§1) wuchs auf derzeit 53 §§ mit Anlagen; §1 lautet:

(1) Die Teilnahme am Straßenverkehr erfordert ständige Vorsicht und gegenseitige Rücksicht.

(2) Wer am Verkehr teilnimmt hat sich so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet oder mehr als nach den Umständen unvermeidbar, behindert oder belästigt wird.

Insbesondere im ruhenden Verkehr (Parkplätze ...) außerhalb des Straßenraumes wird polizeilich und rechtlich auf diesen ersten Paragrafen abgestellt. Das heißt beispielsweise, dass man sich nicht auf "rechts-vor-links" verlassen darf.

StVZO
W §

Abkürzung für Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung. Diese wird nach und nach in andere Verordnungen überführt und soll durch eine »Fahrzeug-Genehmigungsverordnung FGV« sowie die »Fahrzeug-Betriebsverordnung FBV« ersetzt werden.

Subaru Libero

Markenname. Ulkig oder genial? Mit 140cm Breite für den Bürgersteig geeignet, kann der Libero als Bus sechs Personen oder als Transporter 1.000 kg wegschleppen, hat einen Wendekreis wie ein Smart - und das alles mit Allradantrieb!

Drehbare Vordersitze und klappbare Bänke machen das »Überraschungsei« zum Wohnmobil mit Tisch und Bett. www.liberalix.de organisiert jährliche Libero-Treffen.

Als Oldtimer vorgestellt in SPIEGEL ONLINE 27.03.2016

Suzuki LJ 80

Markenname. LJ steht für light jeep. Die zunächst vorgesehenen Modellnamen Eljot und Jipsy wurden aus markenrechtlichen Gründen zurückgezogen. 1978 bis 1982 gebaut, ursprünglich für die australische Armee. Die zivile Version war unkomfortabel, eng, hatte wenig Hubraum und war sehr rostanfällig. Extrem geländegängig wurde der LJ80 schnell zum Offroad-Funcar und ab 1980 in Deutschland vielleicht als erstes SUV überhaupt vermarktet. 1982 wurde er abgelöst vom Suzuki SJ; das aktuelle Modell heißt Suzuki Jimny.

Als Oldtimer vorgestellt in SPIEGEL ONLINE 11.09.2016

SUV
S
port Utility Vehicle
W

Pkw mit dem Erscheinungsbild von Geländewagen. Das Komfort- und Repräsentanzbedürfnis steht im Vordergrund, Geländefahreigenschaften nicht. Markenpolitisch bilden sie cross-over-Produkte unterschiedlicher Produktlinien und heißen daher auch soft-roaders anstatt off-roaders.

Syncro
W

Das Kunstwort bezeichnet den *Allradantrieb in VW-Fahrzeugen ab dem T3, der insbesondere durch Visco-Kupplung und elektronische Regelung gekennzeichnet ist. Nachfolger ist der 4Motion.

 

T wie Tracks

Tachograph   

siehe *Fahrtenschreiber

Tachometer, kurz »Tacho«

Wie schnell (griechisch tachys) man fährt, misst (griechisch metron) ein Tachometer (Geschwindigkeitsmessgerät); ein Tachograph (*Fahrtenschreiber) schreibt (griechisch graphein) dies auf. Der Tacho darf höchstens 7% zu viel und kein km/h zu wenig anzeigen.

Tatsächlich gemessen wird jedoch die Drehzahl; die Geschwindigkeit wird über den Abrollumfang der Räder indirekt berechnet. Fehler entstehen daher durch Verschleiß und *Schlupf. Die zurückgelegte Wegstrecke zeigt der Kilometerzähler (*Hodometer) an.

Tagesleuchtfarbe
§

Ehemalige Rettungsfahrzeuge erhalten nur dann eine zivile Betriebserlaubnis, wenn die Tagesleuchtfarbe entfernt wurde, denn diese gelten als »lichttechnische Einrichtungen«.

[Straßenverkehrs-Zulassungs-Ordnung StVZO § 49a Lichttechnische Einrichtungen, allgemeine Grundsätze, Satz (1)]

Tasagalt 

 

Was uns heute als »Kreuz von Agadez« oder »Kreuz des Südens« bekannt ist, wurde von den Franzosen so benannt; bei den Wüstenbewohnern heißt es tasagalt. Man deutet es als Symbol der Männlichkeit. Daher soll früher der Vater das tasagalt seinem Sohn übergeben haben, wenn dieser ins Heiratsalter kam. Als Brustschmuck oder Ohrring für Frauen diente es erst später. Daneben war es Zahlungsmittel, Schutz gegen den bösen Blick (wegen der darin enthaltenen Ovale), Glücksbringer … soll eine Art Windrose gewesen sein und war Sattelknauf, könnte von ägyptischen Hieroglyphen abstammen … Heute gibt es 21 verschiedene Kreuze des Niger, mit den Namen von Regionen und Orten.

Tausendfüßler

W Der Mercedes LP 333 besaß zwei gelenkte Vorderachsen, die ihm diesen Spitznamen bescherten.

Technical
W

Verkürzt aus technical assistance grant bezeichnet man damit zivile, ungepanzerte Fahrzeuge, meist Pickups oder leichte Lkw, die zum Kampfwagen umgebaut wurden. Der Einfluss dieser Wagen ist so groß, dass der Grenzkonflikt zwischen Libyen und Tschad 1987 im Allgemeinen als »Toyota-Krieg« bezeichnet wird.

Technische Prüforganisation

siehe *Überwachungsorganisationen

Tempolimits
W

»Tempolimits ♦ Maut ♦ Freies Campen« Die wichtigsten Regeln und Bestimmungen in Europa hat der ADAC zusammengestellt für Wohnmobile bis 3,5 t (pdf) und für solche von 3,5 t bis 7,5 t (pdf).

TIP
Temporary Import Permit

Ein Zolldokument für die vorübergehende Einfuhr insbesondere von Fahrzeugen, vergleichbar dem *Carnet de Passages, jedoch unmittelbar beim Zoll am Grenzübergang erhältlich.

Tourist

Überlegungen zum selbstbestimmten Reisen in unterschiedlichen Formen: über Backpacker, Fernreisemobilisten, Globetrotter, Tramper ...

Norbert Lüdtke: Sind wir nicht alle Touristen? (pdf, 5 Seiten)

Todsünden

Die Verordnung (EU) 2016/403 ist als »Liste der Todsünden« im gewerblichen Straßenverkehr berüchtigt und enthält etwa Verstöße gegen die Lenkzeiten, den Umgang mit Fahrtenschreibern und die Einhaltung der Fahrzeugmaße und -massen.

TopGear

Dieses Automagazin ist eine Plattform für »*petrolheads«, wird von der BBC2 seit 1977 ausgestrahlt und gilt als deren erfolgreichste Sendung, vermutlich auch weil sie absolut nicht vorbildhaft ist: sie ignoriert die political correctness, der gezeigte Fahrstil ist »unter aller Sau«, Umweltaktivisten schauen entstezt weg, die Moderatoren gerieren sich als Machos. Im vielköpfigen Moderatorenteam nahm Jeremy Clarkson eine führende Rolle ein.

Immer wieder sind geländetaugliche Fahrzeuge Thema der Sendung. Herausragend war die Staffel »How to destroy a Toyota Hilux«. Unter Reiseaspekten interessant sind die »cheap car challenges« durch Amerika, Vietnam, Indien, Afrika, Bolivien, Burma ...

James May und Jeremy Clarkson erreichen 2007 im Polar Special mit modifizierten Toyota Hilux und Land Cruiser den Arktischen Magnetpol als erste Menschen mit einem Auto.

Track

»Breadcrumb trails« sind eine Serie (Tracklog)von mehrern (zehn)tausend Punkten, die jemand mit seinem GPS während der Fahrt aufgenommen hat.

Eine Route entsteht, wenn man diese Punkte verbindet (point-to-point). In der Praxis versucht man, einen Weg möglichst entlang dieser Linie zu finden. So fanden wir beispielsweise nach 60 Kilometern Fahrt durch meterhohes Gras ohne die Piste erkennen zu können exakt zum Gate der Grassland Farm in Namibia.

T4A
Tracks for Africa

T4A bildet die beste Informationsbasis im südlichen Afrika mit tendenzieller abnehmender Informationsdichte nach Norden. T4A enthält belegte *Tracks - dort ist wiederholt jemand gefahren - sowie *Waypoints. Damit ist keine Aussage über die Qualität des Tracks verbunden. T4A bietet auch Papierkarten an. Eine gute Alternative ist *OSM (kostenlos), während die Garminkarten für Afrika außerhalb der Städte wenig hilfreich sein sollen.

Trailer

Im deutschen Sprachgebrauch meist ein Bootsanhänger, im englischen das Wort für Anhänger und als travel trailer ein Wohnwagen. In den USA bieten trailer parks Stellflächen für mobile homes an, bilden also mehr oder weniger feste Wohnwagensiedlungen.

Traktion

Umgangssprachlich für

(a) Die Zugkraft beim Überwinden des Rollwiderstandes eines Fahrzeugs. Als solche ist sie abhängig vom Drehmoment des Motors sowie von kraftschlüssigen und formschlüssigen Komponenten der Kraftübertragung.

(b) Auf Reifen gibt sie deren Haftreibung auf nassem Untergrund an, abnehmend von AA, A, B zu C.

siehe auch  *Kraftschluss und *Schlupf

Tramp

Der Flugzeugingenieur Wolf Hirth baute 1946 diesen Wohnwagen aus Sperrholz mit einer lackierten Textilhaut, der nur 380 kg wog und drei Schlafplätze bot.

Transkontinentale ...

Stecken und Straßen siehe *Routen

Transporter

Fahrzeuge zum Lastentransport in der Gewichtsklasse zwischen Pkw und Lkw über 7,5 Tonnen.

Im Übergang zu den Pkw finden sich *Hochdachkombis (auch: City-Van).

Es folgen die Kleintransporter mit einem zulässigen Gesamtgewicht bis 3,5 Tonnen und einer Nutzlast von 500 bis knapp 1.500 kg.
Großtransporter oder »Leichte Lkw« haben ein zulässiges Gesamtgewicht bis 7,5 Tonnen.
Im englischen Sprachraum bezeichnet light truck auch Kleintransporter.

Die Übergänge sind fließend, zumal die Modelle vielfach als L 1 - 3 und H 1 - 3 angeboten werden, Beispiele: Citroen Jumpy & Jumper, Fiat Scudo & Ducato, Ford Transit, Iveco Daily, Mercedes Vito & Sprinter, Opel Vivaro & Movano, Peugeot Boxer, Renault Master & Trafic, VW T6 & LT/Crafter

Urahnen sind: Opel Blitz ab 1930, Framo ab 1934, Citroën Typ H ab 1948, DKW-Schnellaster ab 1949, VW Transporter ab 1950, Tempo Matador ab 1952, Phänomen Granit 30k / Robur Garant 30kab 1953, Barkas B 1000 (DDR ab 1961),  Harburger Transporter (Hanomag Henschel) ab 1965, Düsseldorfer Transporter (Mercedes) ab 1967 ...

Transporter, meist in der Bauform als Kastenwagen, dienen häufig als Basisfahrzeug für Reisemobile. Die gewerblich wichtigen Kriterien (großes Volumen, hohe Zuladung, Schnelligkeit) decken sich mit den Anforderungen von Reisemobilisten.
Aber: Transporter, die für den gewerblichen Einsatz bestimmt waren, wurden häufig nicht verzinkt und mit einer dünneren Lackschicht versehen und sind entsprechend rostanfällig.
Hohe Kilometerleistungen in wenigen Jahren  bei hohen Geschwindigkeiten und mit viel Ladung machen es schwierig, brauchbare gebrauchte Transporter zu finden.

Bis zu einem zulässigen Gesamtgewicht von 3,5 t sind Transporter den Pkw verkehrsrechtlich gleichgestellt, man benötigt weder Fahrtenschreiber noch müssen Ruhezeiten eingehalten werden. Solche Einschränkungen (Führerschein C1, Geschwindigkeitsbeschränkungen, Parkverbote, Durchfahrt verboten ...) werden über 3,5 Tonnen schmerzhaft spürbar.

Transporthilfen

Reisemobile werden nicht gern bewegt, nachdem ein Standplatz gefunden ist, daher werden Transporthilfen mitgeführt. Klassische Transporthilfe ist das Fahrrad, je nach Reisemobil werden auch Moped, Motorrad oder Kleinwagen mitgeführt.

Ziemlich neu sind elektrisch angetriebene Transporthilfen:

  • Einräder mit Elektroantrieb (Monocycles, Monowheels) werden entwickelt und sind vereinzelt auf dem Markt.

  • Das E-Board (»Hoverboard«) ist ein zweispuriges Rollbrett und im Unterschied zum Segway ohne Lenkstange, muss also ausbalanciert gesteuert werden.

  • Der Carr-E ist ein elektrifizierter vierrädriger Transporter, der in die Reserveradmulde passt (Gewicht 120 kg, Reichweite 22 km, Höchstgeschwindigkeit 18 km/h), auf dem man stehen kann.

  • Der Tri Citi ist ein faltbarer, dreirädriger Roller und wird entweder einsitzig gefahren oder als Tragehilfe mit Lasten bis zu 200 kg geschoben (Reichweite 30 km, Höchstgeschwindigkeit 20 km/h).

  • Der Doc Pro ist ein Elektroroller, der erst einmal angetreten werden muss geschoben (Reichweite 20 km, Höchstgeschwindigkeit 20 km/h).

Traveller

Ein modifizierter Mercedes T1 Kleintransporter (*Bremer Modell), der bis heute in Indien als Bus und Kastenwagen unter dem Namen Traveller von Force Motors (früher Bajaj Tempo) gebaut wird.

Traveller-Police

 siehe *Versicherung

Trecker-TÜV

Jährlicher gemeinsamer Abnahmetermin zur »Überprüfung landwirtschaftlicher Zugmaschinen gemäß § 29 StVZO« in ländlichen Gebieten, manchmal mit Gaudi-Charakter.

Trzebiatowsky

siehe *Literatur

TRM

Abkürzung (französisch) für Toutes roues motrices, sowohl eine Fahrzeugkategorie als auch eine Modellreihe von Renault Trucks: TRM 2000 (4x4), TRM 4000 (4x4, Militärversion des Saviem SM8), TRM 10000 (6x6)

TPMS
W

Abkürzung für Tire pressure monitoring systems, Reifendruckkontrollsysteme RDKS, RDK, RDC - Sie helfen, schleichenden Druckverlust frühzeitig zu erkennen und ermöglichen damit einen Totalschaden zu vermeiden. Unter afrikanischen Verhältnissen fiel bei uns jedoch durchschnittlich alle drei Monate ein Sensor komplett aus.

Mehr Infos beim ADAC.

TÜV

Abkürzung für Technischer Überwachungsverein,
siehe *Überwachungsorganisationen

Tupperware

siehe *Weiße Flotte

 

U wie Unimog

UAZ

Abkürzung für den 1941 in Uljanowsk gegründeten russischen Fahrzeughersteller Ulyanovsky Avtomobilny Zavod (Улья́новский автомоби́льный заво́д УАЗ), FIN Herstellercode X7R. 

UCG

Der Unimog-Club Gaggenau wurde 1993 gegründet und ist heute mit mehr als 6000 Mitgliedern in mehr als 30 Ländern der größte Fahrzuegmarkenclub der Welt.

Überladung

Bei Verkehrskontrollen war etwa die Hälfte aller Wohnmobile überladen, 11% durften nicht weiterfahren, weil das zulässige Gesamtgewicht um mehr als 10% überschritten wurde. Selbst bei eingehaltenem Gesamtgewicht war die hintere Achslast häufig überladen.

Zulässige, doch überdurchschnittlich lange Bremswege führen insbesondere zu Auffahrunfällen; Verletzungen sind insbesondere auf schlecht gesicherte Reiseladung zurückzuführen.
[Unfallforschung UDV/GDV 2016]

Übernachten
und Parken im
öffentlichen Raum

... ob im Wohnmobil, Pkw oder Lkw - ist in Deutschland nicht einheitlich geregelt. Manche Regionen schränken das Parken von Wohnmobilen durch Einzelnormen (Verordnungen) ein, etwa im Spreewald.

Fahrzeuge dürfen im öffentlichen Straßenverkehr dort parken, wo es nicht ausdrücklich verboten ist. Dies gilt ebenso für Parkplätze. Verbote ergeben sich aus der Straßenverkehrsordnung (§12) und durch deren Zeichen, etwa das Halteverbot für Wohnmobile (Zeichen 283, 286), eventuell mit Zusatzschild »22-6 Uhr«.

Die Nutzung von Bundesfernstraßen vorwiegend zum Verkehr ist durch »Gemeingebrauch« jedermann erlaubt [FStrG § 7], gibt aber dem fließenden Verkehr Vorrang vor dem ruhenden. Parkende Fahrzeuge sind als »ruhender Verkehr« Teil des »öffentlichen Verkehrs« und dadurch ebenso der StVO unterworfen.

Nach §1 StVO hat sich jeder »so zu verhalten, dass kein Anderer geschädigt, gefährdet« wird. Also hat jeder Autofahrer die Pflicht, rechtzeitig Maßnahmen gegen eine absehbare Fahruntüchtigkeit zu ergreifen. (Der Begriff »Fahrtüchtigkeit« wird in der StVO §7 nur in Verbindung mit Alkoholkonsum verwendet.) Bei drohender Übermüdung sind Ruhen und Schlafen geeignete Maßnahmen.

Eine unerlaubte Sondernutzung wird oft angenommen, wenn das Fahrzeug durch ein Ausfahren der Markise nicht sofort fahrbereit ist oder wenn durch Tische, Stühle, Grill eine erkennbare Sondernutzung vorliegt. Beispielsweise wird das über eine lange Zeit anhaltende Abstellen betriebsunfähiger Kraftfahrzeuge als Sondernutzung angesehen, die auch nicht genehmigungsfähig ist, weil sie weder gemeinverträglich noch verkehrsüblich ist.

Zu klären wäre also, ob die Sondernutzung zur Übernachtung (a) unverhältnismäßig lange andauerte; ob (b) die Gemeinverträglichkeit eingeschränkt wurde und ob (b) dieses Verhalten als verkehrsüblich gelten kann.

Innerhalb von Gemeinden gibt es »Verordnungen zur Aufrechterhaltung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung«, die üblicherweise immer auch verbieten im öffentlichen Raum zu übernachten, im öffentlichen Raum seine Notdurft zu verrichten oder städtisches Mobiliar zweckzuentfremden. Selbst wenn das Übernachten legitimiert ist, muss man erklären können, wo man seine Notdurft verrichtet.

Schließlich wird durch das Meldegesetz bestimmt, dass  Personen, die in Zelten, Wohnmobilen, Wohnwagen oder Wasserfahrzeugen auf gewerbs- oder geschäftsmäßig überlassenen Plätzen übernachten, nicht der Meldepflicht nach § 17 Absatz 1 und 2 unterliegen, solange sie im Inland nach § 17 oder § 28 gemeldet sind [BMG §29].

Überraschungsei

auch Ü-Ei, Spitzname für den *Subaru Libero 

Überwachungs-organisationen
ÜO
 

Manche hoheitliche Aufgaben wie etwa die technische Prüfung von Kraftfahrzeugen werden delegiert. Die früher geltenden staatlichen Prüfmonopole sind weitgehend entfallen. So ist die amtliche Anerkennung von Überwachungsorganisationen zur Durchführung von Hauptuntersuchungen HU, Abgasuntersuchungen und Sicherheitsprüfungen SP sowie Abnahmen in der StVZO Anlage VIIIb geregelt.

Amtlich anerkannte Überwachungsorganisationen sind

  • Dekra Deutscher Kraftfahrzeug-Überwachungs-Verein
  • GTÜ  Gesellschaft für Technische Überwachung mbH
  • KÜS Kraftfahrzeug-Überwachungsorganisation freiberuflicher Kfz-Sachverständiger e. V.
  • TÜV Technischer Überwachungsverein: TÜV Süd, TÜV Rheinland, TÜV Nord, TÜV Thüringen, TÜV Saarland sind je eigene, nur namensähnliche Unternehmen ... 

Sie alle gelten auch als Technische Prüforganisationen nach ISO 17020.

Der *VdTÜV als Verband der TÜV organisiert unter anderem den Erfahrungsaustausch zwischen diesen Organisationen.

Unfallbericht, Internationaler

Den Europäischen Unfallbericht gibt es in den 12 Sprachen:

♦ Deutsch ♦ Englisch ♦ Französisch ♦ Italienisch ♦ Niederländisch ♦ Polnisch ♦ Portugiesisch ♦ Russisch ♦ Spanisch ♦ Tschechisch ♦ Türkisch ♦ Ungarisch.

Beim ADAC kostenpflichtig, beim GDV kostenlos per Post mit Übersetzungsbroschüre (Ausfüllanleitung) oder nur das Formular als Download.

Diese Vorlage ist sprachneutral, so dass man mit dem Unfallgegner das Formular gemeinsam und ohne Sprachprobleme ausfüllen kann.
Notiert werden ausschließlich Fakten, knapp, präzise, aber vollständig.
Beide müssen den Bericht unterschrieben, nachträgliche Änderungen sind ungültig. Eine Unfallskizze und Fotos ergänzen den Bericht, natürlich Zeugen mit Kontaktdaten.

Umweltzonen
W

In 53 der 54 deutschen Umweltzonen darf man nur noch mit grüner Plakette einfahren (Ausnahme: Neu-Ulm): Umweltzonen in Europa.

Die Umweltzone (engl.: low emission zone) dient dem Gesundheitsschutz. Sie kann kann in Europa von Kommunen als Maßnahme gegen verkehrsbedingte Luftbelastungen ausgewiesen werden, wenn die Luftqualitätsgrenzwerte nach Gemeinschafts- oder Landesrecht nicht eingehalten werden.

Dazu wurden europaweit Luftqualitätsgrenzwerte unter anderem für Feinstaub PM10 und Stickstoffdioxid NO2/NOx festgelegt. Nach Industrie und Landwirtschaft bildet der Straßenverkehr die größte Quelle dieser Schadstoffe; bei Stickoxiden ist er die größte Quelle. Diese wiederum werden vorwiegend von Dieselmotoren erzeugt.

Untersucht wurde vom Umweltbundesamt, wie sich die Umweltzonen auf die Erneuerung der Fahrzeugflotte auswirkt. »Diesel-Pkw müssen schrittweise aus den Innenstädten verschwinden, Umweltzonen ausgeweitet und verschärft werden«, meint UBA-Präsidentin Maria Krautzberger (25.2.2016).

siehe auch *Plaketten

[Quelle: Umweltbundesamt UBA; Grundlage: »Plakettenverordnung« Verordnung zur Kennzeichnung der Kraftfahrzeuge mit geringem Beitrag zur Schadstoffbelastung 35. BImSchV, gültig seit 1. März 2007]

Unfall

Siehe *Bergematerial,*ABCDE-Schema, *Eigensicherung, *Mitführpflichten, *Unfallbericht, *Versicherungen

Unimog
W

Abkürzung für Universal-Motor-Gerät. Als »Geräteträger« ab 1945 entwickelt, seit 1949 in Göppingen bei Boehringer Werkzeugmaschinen, ab 1950 von Daimler-Benz gebaut, bis 1955 als Ackerschlepper, dann auch als Lkw.

Universal ...

siehe *Wollmilchsau, eierlegende

UTC W
Universal Time Coordinate

auch Greenwich Mean Time GMT, darauf werden Zeitangaben anderer Zeitzonen bezogen.
 

 

V wie Vario

VAG

Das Kürzel bezeichnete zwischen 1978 und 1992 die Kernmarken der Volswagen und wurde unterschiedlich gedeutet als  Volkswagen-Audi-Gemeinschaft, Volkswagen Audi-Gruppe oder Volkswagen AG.

Vario W

Bauartbezeichnung für den Mercedes-Benz T2W als Nachfolger des Düdo, also die dritte Generation des T2 von 1996 bis 2013.

VdTÜV
MB FZMO 740

Der Verband der TÜV e. V. VdTÜV regelte bis 2015 in dem verbindlichen Merkblatt MB FZMO 740 die Anforderungen an Wohnmobile, zusammengefasst etwa hier. Dieses wurde jedoch zurückgezogen, es gilt nun ausschließlich die rechtlich übergeordnete EG-Rahmenrichtlinie 2007/46/EG, (siehe *Zulassung, Wohnmobile).

Die Anforderungen laut MB FZMO 740 waren weitaus höher:

  • wohnlicher Eindruck

  • begehbare Fläche mindestens ein Quadratmeter

  • fest eingebaute Sitzgelegenheit

  • ein Tisch (auch abnehm-, abklapp- oder wegdrehbar)

  • Sitzplätze können Schlafplätze sein (Mindestliegefläche 180 x 70 cm)

  • Kochmöglichkeit zum Verrichten von Küchenarbeit und zum Verstauen von Küchenzubehör

  • fest eingebauter Kocher, der für die Verwendung in Innenräumen zugelassen ist

  • fest eingebaute Spüle mit Frisch- und Abwasseranschlüssen

  • Schränke oder Stauraum für Kleidung und Proviant zum gesicherten Transport

  • Einrichtung muss für die Fahrt fest gesichert sein

  • Von verbauten Teilen darf bei Unfällen keine Gefahr ausgehen, Kanten müssen abgerundet sein

  • Zwei unabhängige Fluchtwege (z.B. Schiebetür und Heckfenster) auf verschiedenen Seiten des Fahrzeuges, mindestens 50 cm breit und ein Meter hoch.

  • Diese müssen sich von innen einfach öffnen lassen und nach außen aufgehen

  • Türen zum Wohnbereich auf der rechten Seite des Fahrzeuges

  • Fenstergröße mindestens 40 x 40 cm,  Glasfenster mit Nothammer

VebegW

Treuhandgesellschaft des Bundes zum Verwerten von Eigentum des Bundes und anderer öffentlicher Einrichtungen, ursprünglich »Verwertungsgesellschaft für Besatzungsgüter«.

Verband

Regeln für das Fahren im Verband (Konvoi, Kolonne) können auch zivil nützlich sein, insbesondere wenn mehrere Fernreisemobile in nicht vertrauter Umgebung unterwegs sind: 

  • Jeder kennt die Route, Rastplätze und die Zieladresse.

  • Der Tank ist voll, die Blase leer usw.

  • Der Leitfahrer fährt vorn, es folgen die langsamsten Fahrzeuge und die unsichersten Fahrer, sie bestimmen das Tempo.

  • Innerhalb des Konvois wird nicht überholt.

  • Jeder fährt so schnell, dass er den Hintermann nicht verliert - die Gruppe bleibt zusammen.

  • Sehr frühzeitig blinken, etwa beim Abbiegen, Ausscheren an Hindernissen oder dem Überholen anderer Verkehrsteilnehmer.

  • Hinter Pässen und hinter Tunneln wird auf Vollzähligkeit kontrolliert.

  • Außerordentliches Halten mit der Warnblinkanlage rechtzeitig signalisieren, mindestens ein weiteres Fahrzeug hält ebenfalls.

  • Mindestens der erste und letzte sollten Funk- oder Handykontakt haben.

Der das Fahren im Verband betreffende §27 der StVO wurde gestrichen. Das DRK bietet eine Handreichung (von Dirk Becherer/Ingmar Bolle) zum Kraftfahrzeugmarsch als Download an.

Verbreiterungsbacken

siehe *Seitenhutzen

Verschiffung

Grundsätzlich, egal ob *RoRo, *LoLo oder *Container, gilt:

  • Der Wagen muss professionell gereinigt sein (Bestätigung aufheben) wegen der oft extrem peniblen Quarantänekontrolle im Zielhafen.

  • Den Zustand des Fahrzeugs festhalten (Condition Report, Fotos).

  • Inhalt aller Schränke, Kisten, Stauräume inventarisieren (zweisprachig) und extra versichern.

  • Seetransport-Versicherung für das Fahrzeug (ohne Inventar) abschließen (Total-Loss Insurance)

  • Bill of Lading BoL enthält Fahrzeug- und Personenangaben, aber auch Hinweise für den Zoll: Beleg der Reinigung, Privatfahrzeug (nicht gewerblich), vorübergehende Einreise (kein Verkauf).

Reihenfolge im Zielhafen:
  • Inspection: Zoll (Customs) untersucht die Schiffsladung  

  • Release: Freigabe zum Entladen der Fracht

  • Container werden ins Depot gebracht

  • Avis als Lieferankündigung von der Verschiffungs-Gesellschaft für die vorübergehende Einfuhr beim Zoll (customs)

  • Fahrzeug und Fahrzeugpapiere werden verglichen (Motornummer, Chassisnummer, Kennzeichen)

  • eventuell Kontrolle der Ladung

  • eventuell Quarantäne

  • Delivery Order als Auslieferungsbestätigung von der Verschiffungs-Gesellschaft nach dem Ausladen

  • Fahrzeug aus dem Hafen auslösen, mit BOL, Delivery Order und quittiertem Avis

Sowohl im Abfahrtshafen als auch im Zielhafen bieten sich zugelassene Agenten (custom broker) für die Abwicklung an. Meist ist der Zugang zu bestimmten Hafenbereichen diesen Agenten vorbehalten, so dass man diese in Anspruch nehmen muss.

»Shipping and freight forwarding terms and acronyms can be a real minefield« siehe ein englisches Glossar 

Speditionen (Beispiele): Seabridge, Grimaldi, Wallenius

Versicherungen

Die Kfz-Haftpflichtversicherung w ist durch das Pflichtversicherungsgesetz vorgeschrieben und deckt Schäden an Unfallopfern bis zur gesetzlichen Mindestdeckungssumme ab (pro Unfall 2.500.000 Euro pro Person bzw. 500.000 Euro Sachschaden). Sie bietet Schutz vor Ansprüchen Dritter, insbesondere

  •     Abschleppkosten
  •     Gutachterkosten
  •     Reparaturkosten
  •     Nutzungsausfall
  •     Mietwagenkosten
  •     Wertminderung
  •     Wiederbeschaffungswert bei Totalschaden
  •     An- und Abmeldekosten
  •     Anwaltskosten
weiteren Sachschäden, z. B.:
  •     Schäden an Gebäuden
  •     Verkehrseinrichtungen
Personenschäden, z. B.:
  •     Heilungskosten, die die Krankenkasse 
nicht übernimmt
  •     Ersatz für Verdienstausfall
  •     Schmerzensgeld bei schweren 
Beeinträchtigungen
  •     lebenslange Rente
  •     im Todesfall z. B. Begräbniskosten oder 
Unterhalt für Hinterbliebene des Opfers

Als Nachweis für die Versicherung vergibt der Versicherer die *eVB.

Die Prämie berechnet sich aus dem individuellen Schadenfreiheitsrabatt, der Typklasse des Fahrzeugs, den Regionalklassen und weiteren Nutzungsfaktoren wie Anzahl der Fahrer, Garage, Jahresfahrleistung ...

Der Schadenfreiheitsrabatt →W ist eine im Voraus wirksame Beitragsermäßigung, die nach der Dauer der bisherigen Schadenfreiheit bemessen wird. Der höchste Rabatt beträgt 30 Prozent des Grundbeitrags und wird nach 18 schadenfreien Kalenderjahren gewährt. 

CDW Collision Damage Waiver W Vollkaskoversicherung (englisch)

Loss Damage WaiverW Kaskoversicherung (englisch)

Freiwillig können zusätzlich abgeschlossen werden:

Die Fahrzeugteilversicherung, auch Teilkasko, →W deckt insbesondere folgende Schäden ab: Brand, Explosion, Diebstahl, Sturm, Hagel, Blitzschlag, Überschwemmung und Zusammenstoß mit Haarwild.

Die Fahrzeugvollversicherung, auch Vollkasko, →W deckt zusätzlich ab: Schäden durch Vandalismus, selbstverschuldete Unfälle.

Der Schutzbrief W von Kfz-Versicherern und Automobilclubs deckt Schäden bei Unfall, Panne, Diebstahl in sehr unterschiedlichem Maße ab, meist Abschleppen, Bergen, Ersatzfahrer, Ersatzteil-Versand, Fahrzeug-Rücktransport, Mietwagen, Pannenhilfe, Übernachtungskosten, Weiter- und Rückfahrt ... mit Einschränkungen bei der Entfernung zum Wohnort oder bei schweren und großen Fahrzeugen, siehe dazu auch *Fahrzeug-Abmessungen.

Die Internationale Versicherungskarte für den Kraftverkehr »Grüne Karte« bescheinigt bei Autofahrten ins Auslands den Kfz-Haftpflichtversicherungsschutz entsprechend der Bestimmungen des jeweiligen Reiselandes und wird kostenlos vom Kfz-Haftpflichtversicherer ausgestellt. Sie basiert auf dem Londoner Abkommen von 1949. Dazu gehören alle europäischen Länder (außer Russland) sowie einige Staaten am Mittelmeer und im Nahen Osten. Seit 1974 benötigen Kraftfahrzeughalter aus den Unterzeichnerstaaten für Fahrten in diese Staaten keine Grüne Karte mehr. Dennoch wird sie oft verlangt, insbesondere an den Grenzen von
♦ Albanien, ♦ Bosnien-Herzegowina, ♦ Iran, ♦ Israel ♦ Marokko ♦ Mazedonien ♦ Moldawien ♦ Russland ♦ Serbien ♦ Montenegro ♦ Tunesien ♦ Türkei ♦ Ukraine ♦ Weißrussland.

Die Versicherung für den Gebrauch fremder, versicherungspflichtiger Fahrzeuge, besser bekannt als »Mallorca-Police«, kann Teil der Kfz-Haftpflichtversicherung sein, muss aber nicht. Wenn der Versicherte  im Ausland einen Wagen mietet, liegt die dabei gültige Deckungssumme oft unter der in Deutschland geltenden. Die Mallorca-Police schließt diese Deckungslücke.

Als »Traveller-Police« gibt es sie auch mit weltweiter Gültigkeit.

Quelle und mehr Informationen:
Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft e.V. GDV

Versteigerungen

Verfahren

  • Bei Präsenz-Auktion im Saal wird mit Handzeichen gesteigert.

  • Die Rückwärtsauktion im Saal beginnt mit einem Höchstpreis, der stufenweise sinkt. Wer zuerst bietet erhält den Zuschlag.

  • Zwangsversteigerung über das Amtsgericht.

  • Offene Auktion im Internet mit festgesetztem End-Zeitpunkt. Der Höchstbieter hat den Zuschlag, sofern innerhalb der nächsten (fünf) Minuten niemand höher bietet.

  • Verdecktes Bieterverfahren: Jeder gibt bis zu einem festgesetztem End-Zeitpunkt sein persönliches Höchstgebot an, sieht aber micht die Gebote der anderen.

Risiken

  • Die Fahrzeuge können kaum oder nur kurz und oberflächlich untersucht werden.

  • Man kauft »wie gesehen« oder mit vermutetem Mangel »so wie es ist«.

  • Nicht fahrtüchtige Fahrzeuge müssen verladen werden.

  • Fahrzeuge ohne HU dürfen mit Kurzzeitkennzeichen nur zur nächsten HU-Untersuchungsstelle.

  • Fahrzeuge mit Sondersignalanlage, Tagesleuchtfarbe, Hoheitszeichen ... dürfen nicht am öffentlichen Verkehr teilnehmen, auch wenn sie fahrtüchtig sind und HU besitzen.

www.zoll-auktion.de
www.vebeg.de
www.justiz-auktion.de
www.finanzverwaltung.nrw.de

Versulzen

siehe *Winterdiesel

Vierkantschlüssel

siehe *Hausmeisterschlüssel

Villa Sachsenruh

Ein *Dachzelt für den Trabant, 1.800 Exemplare wurden offziell ab 1979 von der Firma Gerhard Müller in Limbach-Oberfrohna (DDR) hergestellt. Auch bezeichnet als »Pension Sachsenruh« oder »Leinwand-Villa«, zu sehen im Film »Go Trabbi Go« (1991 & 1992) oder beim 8. Dachzelt-Treffen 2018 auf dem Campingplatz Blütengrund in Naumburg, www.trabant-dachzelt.de

VIN

siehe *FIN

VKBl., VBl.

Abkürzung für Verkehrsblatt, das Amtsblatt des Bundesministeriums für Verkehr und digitale Infrastruktur mit allen amtlichen Bekanntmachungen für das gesamte Verkehrswesen.

VKP

Abkürzung für Vierradkraftfahrzeuge zur Personenbeförderung

VO(EU) 1230/2012

»Anforderungen an die Typgenehmigung von Kraftfahrzeugen und Kraftfahrzeuganhängern bezüglich ihrer Massen und Abmessungen« 

Regelt beispielsweise die Mindest-Nutzlast, u.a. von Wohnmobilen.

VSG

Verbundsicherheitsglas

 

W wie Wüstenschiff

Wagendorf

auch: Wagenplätze oder Bauwagenplätze für mobile Wohnkultur wie: Wagenburg Bambule Tübingen, Wagenplatz Wagabanda Bielefeld, Wagenplatz Schattenparker in 79108 Freiburg, bauwagenplatzduisburg, Bauwagenplatz „Wem gehört die Welt“ in Köln … oft auf Gelände, das von der Zwangsräumung bedroht ist.

Deren Bewohner nennen sich Rollheimer, Wägler, Wagner …. Die Wagentreffenzeitung Vogelfrai erschien anlässlich der Treffen Juni 1992 in Oldenburg, Januar 1994 in Hannover, September 1996 in Freiburg, Februar 1998 in Boltenhagen, Dezember 2003 in Lübeck.

Wagenleben, Quellen

Wagenleben 

Wagenleben - das Leben wagen. Empirische Studien über das Leben und Wohnen in fahrbaren Behausungen

Diplomarbeit im Fachbereich Diplom-Sozialwissenschaften an der Universität Oldenburg, 1997. Zum Online-Lesen oder Herunterladen.
Erstellt von H. Kropp, Oldenburg.

Wohnen ohne Fundament  

Schönfeld, Annika & Pralle, Tobias
Wohnen ohne Fundament - Handlungsmöglichkeiten von Politik und Stadtplanung im Umgang mit Wagenplätzen
Studienarbeit am Fachbereich Stadt- und Landschaftsplanung der Universität Gesamthochschule Kassel, Kassel 2000

Wagendorf 

Bauwagen-Homepage mit Infos rund ums Leben im Bauwagen, Bauwagen-Plätzen in Deutschland, vielen Bildern, Forum, An- und Verkauf, Veranstaltungstipps, umfangreiche Linksammlung.
Erstellt von O. Goretzki, Ebsdorfergrund.
 

Peter Lustig

ZDF-Kinderserie "Löwenzahn. Ein neues Zuhause"
Peter Lustig richtet sich im Bauwagen ein. Ausleihbar als Video über Medienzentren und Bildstellen.
Erstellt vom Deutschen Bildungsserver, Frankfurt.
 

Bischoff, Klaus & Knoll, Georg:
Tanz aus der Wohnhaft – Leben in Bauwägen
Osnabrück 1996

Kronenburg, Robert
Houses in Motion
London 1995

Lidz, Jane
Rolling Homes: Handgemachte Häuser auf Rädern
Wiesbaden 1980

Schwartz-Clauss, Mathias
Living in Motion - Design und Architektur für flexibles Wohnen
Weil am Rhein 2003

Institut für Regionalentwicklung und Strukturplanung (IRS), Knorr-Siedow, Thomas & Willmer, Walther
Sozialverträglicher Umgang mit unkonventionellen, mobilen Wohnformen am Beispiel des Wohnens in Wohnwagendörfern oder Wagenburgen
Berlin 1994 

Ludwig, Matthias
Mobile Architektur
Stuttgart 1998

Patrick Th. Augenstein
Wagenburgkultur in Deutschland
Unveröffentlichte Examensarbeit an der Universität Freiburg 2007 

Iris Busch
autark mobil wohnen
Entwicklung eigenständig versorgter Mikrobehausungen zur flexiblen Nutzung urbaner Brachflächen  

Masterthesis im Fachbereich Architektur Schwerpunkt Ressourcenoptimiertes Bauen der Bergischen Universität Wuppertal 2006

Wanderdüne

Spöttisch für untermotorisierte Fahrzeuge, meist Diesel.

Wanderniere

Spitzname für den Wohnwagen Karawane, abgeleitet aus dessen Form, 1937 von Hans Berger entwickelt. 

www.deutsches-museum.de/fileadmin/Content/data/Insel/Information/KT/heftarchiv/1998/22-3-10.pdf

zeit-magazin okt.1997 seite 20-24: die wanderniere - eine lobeshymne auf wohnwagen aus sperrholz und kunstleder

Wankbewegung

bezeichnet fachsprachlich die drehende Bewegung des Fahrzeugs um die Längsachse, die sich insbesondere bei Geländefahrten und großen Aufbauten störend bemerkbar macht.

Wanne (Berliner)

Der Spitzname für den Mercedes-Benz T2 →W entstand in Berlin und bezog sich auf die Einsatzfahrzeuge der Berliner Polizei (D 408, 508, 609, 611), in der größeren Ausführung auch »Bullenwanne«, intern GruKaWe (Gruppenkraftwagen)

DER SPIEGEL 04.03.2005, Philipp Wittrock: Die Berliner "Wanne" hat ausgedient

taz 30.04.2005 Plutonia Plarre: Die Wanne läuft aus

Wapuza

Abgekürzt für Wasserpumpenzange

Warn-Dreieck, -leuchte, -weste

siehe *Mitführpflicht

Waypoints
W

Wegpunkte, die durch ihre Koordinaten festgelegt sind und ansonsten eigenschaftslos sein können im Unterschied zu *POI, points of interest.

Wechselbrücke
w

Wechselaufbau WAB, Wechselbehälter WB, Wechselbrücke, Wechselkoffer, Wechselpritsche …

Dieses System ist besonders in Deutschland verbreitet, als *BDF-Wechselbrücke normiert und der kleine Bruder des ISO-Containers.

Sie sind als Arbeitsmittel jährlich zu prüfen nach Betriebssicherheitsverordnung (BetrSichV), DGUV Information 214 -079 (BGI 598), DIN EN 283 und 284.

Containerseitig passt der Zentriertunnel zu den Laufrollen der fahrzeugseitigen Wechselbrücke. Der Wechsel des *ATL erfolgt mittels Kran, Abrollen, höhenverstellbare Stützfüße …

Wechsel-Kennzeichen
§

 

Seit 2012 können zwei Fahrzeuge auf ein Wechselkennzeichen angemeldet werden, wenn sie zu derselben EU-Fahrzeugklasse gehören, nämlich:

  • M1 (Pkw, Wohnmobile)
  • L   (Motorräder)
  • O1 (Anhänger bis 750 kg zGG)
  • Oldtimer

Wechselkennzeichen sind nicht kombinierbar mit Saison-, *Kurzzeit-, Ausfuhr- oder roten Kennzeichen.
Die elektronische Versicherungsbestätigung (*eVB) muss für Wechselkennzeichen ausgestellt sein.
[Fahrzeugzulassungs-Verordnung §§ 8-10,14,24,30,31,33,35,48, Anlage 4]

Weiße Flotte

450.000 weiße Reisemobile dümpeln auf Deutschlands Stellplätzen und es werden immer mehr. Die WELT nennt es »Mobilmachung des Jogginghosenproletariats auf Adiletten«. Der Massencharakter dieser Fahrzeuge spiegelt sich in den Spitznamen weiße Ware, Plastikschüssel oder Tupperware für die in der Regel weißen Wohnmobile »von der Stange«.

www.welt.de/wirtschaft/article153842911/Wie-der-weisse-Wahnsinn-die-deutschen-Strassen-erobert.html

Weltreise (1)

Einfach drauflosreisen geht gar nicht. Wenn es eine Weltreise werden soll, wollen Konventionen beachtet werden. Sie soll

  • mindestens 40.000 km lang sein
  • den Äquator passieren
  • dort enden, wo sie begonnen wurde und
  • »Antipoden« berühren, also zwei Orte, die sich auf dem Globus gegenüber liegen

Clärenore Stinnes und Carl-Axel Söderström umfahren 1927 – 1929 als erste die Welt mit einem Serien-Pkw.

Weltreise (2)

Weltreise : Fakten, Adressen und Tipps zur Reisevorbereitung / erstellt von Norbert Lüdtke. Deutsche Zentrale für Globetrotter (Hrsg.)
5., aktual. Aufl. 2012 Frankfurt, M. : Meyer Verlag. 317 S. 

Im Buchhandel vergriffen, jedoch bei der dzg online oder am dzg-Stand auf dem Fernreisemobiltreffen erhältlich.

WEP

Der leichte Lkw DAF YA 126 →W, produziert von 1951 bis 1959, der Spitzname bezieht sich auf die niederländische Bezeichnung wapendragerwegen (Waffenträgerwagen).

Werkzeug:
Qualität & Hersteller

Neben Werkzeugherstellern, die groß und berühmt, gut und teuer sind (Gedore, Hazet, Stahlwille …), gibt es vergleichbar gute und günstigere (Fahcom, WGB, Bahco, Licota …) sowie solche, denen ein gutes Preis-Leistungsverhältnis für den Hausgebrauch nachgesagt wird (Proxxon … ) sowie Untermarken großer Hersteller für andere Vertriebswege (Bauhaus …). So hieß die Marke Carolus vorher Rahsol als Untermarke von Gedore; Elofort ist Untermarke von Elora … Einen ausgesprochen schlechten Ruf hat »Chinaware«. Allerdings kommt aus Taiwan die Marke Toptul, die qualitativ an die großen und berühmten Hersteller heranreicht bei äußerst günstigen Preisen. Schließlich bieten die Hersteller selbst unterschiedliche Qualitätslinien an. Die Preise für Werkzeugsets schwanken etwa von umgerechnet 2,5 € (Toptul) bis 10,5 € (Gedore) pro Werkzeug.

Objektiv messbare Qualität bezieht sich auf das verwendete Material (weicher/harter Stahl), die Präzision (Maulweite, Spiel vor und nach Belastung in zehntel mm), Form und Dicke des Materials, Oberflächenverarbeitung (griffig, glatt, rauh, satiniert, harte Grate), Aussehen (glänzend, matt, verchromt oder grau phosphatiert …) und Beschriftung (dauerhaft lesbar). Messen lässt sich das am besten an Maulschlüsseln, Ringschlüssel sind erheblich unproblematischer. Das Maul kann sich aufweiten, der Schaft kann sich verbiegen, der Chrom abplatzen, die Maulinnenfläche rutscht ab oder wird eingekerbt … Mangelhafte Materialqualität wird oft durch zunehmende Materialstärke und -maße ausgeglichen, beides schränkt den Einsatzbereich ein.

Persönliche Anforderungen unterliegen den spezifischen Bedürfnissen (Motorrad, Pkw, Lkw …), den Gewohnheiten und dem Geschmack: langes oder kurzes Werkzeug, mehr oder weniger gekröpft, für große oder kleine Finger, Rauheit der Oberfläche, Griffigkeit der Form …

Je nach Werkzeug sind andere Hersteller empfehlenswert:
Schraubendreher mit gutem Material sind dünner; alle Schraubendreher verschleißen. Alternativ rechnet sich ein Schraubendreherhalter (mit oder ohne Ratsche) mit gutem Bitkasten. Hersteller: Wera, Schröder, Wiha, Felo, Wisent=Hausmarke Bauhaus = Wiha

Ratschen: Stahlwille, Gedore, Hazet; Nüsse von Garant (= Stahlwille)

Zangen: Knipex, Keiba, NWS, Orbis Will, VBW, Wiha …

Willys

Willys Treffen

Willy Janssen

 

(1) Willys MB wurde 1940 als Vierteltonner 4x4 truck für die US-Armee entwickelt. Daraus wurde später der *Jeep. Benannt wurde er nach dem Hersteller, der Willys-Overland Motor Company.

(2) Bei Willys Fernreisemobiltreffen können durchaus Willys MB auftauchen, doch benannt ist es nach dem Gründer des Fernreisemobiltreffens, dem 2009 verstorbenen Willy Janssen.

Willy Janssen, bekannt als »Sahara-Willy«, gründete das Treffen 1980 als Zusammenkunft befreundeter Hanomag-AL28-Fahrer, die gleich ihm vielfach die Sahara durchquert hatten. Bis 2009 veranstaltete er mit seiner Frau Marianne Hümmeke-Janssen dieses Treffen, das von ihnen erstmals 1992 als *Fernreisemobiltreffen organisiert wurde.

Windschutzscheibe

auch: Frontscheibe, engl. wind screen

Die Scheibe ist unterteilt in Bereiche für

die Klebebefestigung, erkennbar am Siebdruck
den Spiegelhalter
Sensoren und andere Anbringungsteile
den Antennenanschluss
den Heizfeldstecker
den Zulassungs- oder *Scheibenstempel
das Sichtfenster zur Fahrgestellnummer
den Bandfilter, blau, grau oder grün von oben nach unten auslaufend

siehe auch *Steinschlag

Winterdiesel

Diesel ist ein Gemisch von Kohlenwasserstoffen (Paraffinen). Einzelne dieser Paraffine flocken aus, wenn die Temperatur unter minus sieben Grad Celsius sinkt. Wer Olivenöl in den Kühlschrank stellt, kann etwas Vergleichbares beobachten. Diese Ausflockungen »versulzen« (kommt von Sülze) den Dieselfilter, die Treibstoffzufuhr zum Motor wird unterbrochen.

  • In Deutschland wird vom 15. November bis 28. Februar Winterdiesel getankt, der bis minus 20 Grad Celsius ein Versulzen verhindern soll.

  • Ein Zusatz von Petroleum oder Benzin (30 bis 50%) zum Treibstoff behebt das Problem bei älteren Motoren.
  • Moderne Dieselmotoren mögen das aber nicht; die Hersteller empfehlen Additive.

  • Manche Motor haben eine Kraftstoffvorwärmung, diese kann mit der Diesel-Standheizung kombiniert werden.
  • Aus sibirischen Regionen und von der Armee sind diverse Vorheizpraktiken mit offenem Feuer bekannt.

Wörther I

Leichte kubische *Frontlenker aus dem *Daimler-Benz-Werk in Wörth 1965 bis 1984 unter elf Tonnen Gesamtgewicht. Nachfolger der Kurzhauber und Vorläufer der LK-Klasse mit kippbarem Führerhaus. Die schweren kubuschen Frontlenker über 14 Tonnen (1963–1974) wurden als *Adventskalender bekannt.

Wohnkoffer

siehe * Shelter

Wollmilchsau, eierlegende

(engl.: egg-laying wool-milk-sow)

Sehr menschlich ist der Wunsch nach einer magischen Lösung, bei der das Wünschen schon hilft. Deswegen verkauft sich alles gut, was »Universal« oder bescheidener »Multi« heißt. Ein »Multi-Tool« muss einfach klasse sein. Im Englischen heißt das all-in-one und master of none.

Der Wunsch nach einer Universallösung kommt vom Land, denn mit Huhn, Schaf, Schwein, Kuh lässt sich überleben: Eier und Speck, Wolle und Milch frei Haus: „Einst fiel einem Züchter ein, / Wie die Tierwelt würde sein, / Wenn man durch geschicktes Paaren / Fische schüf’ mit krausen Haaren. / Die könnt’ man wie Pudel scheren / Und die Arten sonst vermehren. / (...) Was wir brauchen, ist ein Schwein, / Das Merinowolle trägt / Und dazu noch Eier legt./ Das soll Ihre Züchtung sein!“ 1959 formulierte Ludwig Renn in der damaligen DDR diesen Wunsch nach einem universalen Alleskönner in seinem Gedicht Der Kampf um das eierlegende Wollschwein. Anregend wirkte vielleicht das ungarische Wollschwein (Mangalitza).

Am 26. August 1966 findet das eierlegende Wollschwein den Weg auf die Titelseite der Zeit; Marion Gräfin Dönhoff bezeichnet damit den Wunsch Maos nach einem neuen Menschen, »einem „Allzweck-Mensch": Arbeiter, Bauer, Soldat, Wissenschaftler zugleich«.

Auch das Vielzweckkampfflugzeug Tornado wurde nach dem Prinzip der „eierlegenden Wollmilchsau" entwickelt.

Wolf glW

Geländefahrzeug für die Bundeswehr, in vier Ausführungen entwickelt aus dem Mercedes *G, ab den 1990er Jahren, später fortentwickelt und diversifiziert in zahlreichen Varianten.

Wüstenschiff

Ursprünglich der Spitzname für »Altweltkamele«, später öfters übertragen, etwa auf Sportbergers Land-Yacht L6, heute der Name eines der bekanntesten Reiseforen in Deutschland. 

Das »Wüstenschiff« des Kielers Johann Christoph Bischoff (geplant, aber nie verwirklicht) sollte 300 Passagiere komfortabel  durch die Wüste bringen, war 60m lang und hatte vier Etagen bei 18m Höhe. Das Ganze hing zwischen vier gigantischen Rädern von 15m Durchmessern und 2,5m Breite.

 

X-Y-Z wie Ziel

Youngtimer

Im Englischen treffender »modern classic«, ein älterer Wagen, mindestens 15 bis 20 jahre alt, aber noch kein *Oldtimer, englisch »classic car«. 

Zeit
pdf zum Download

Die Zeit als Grundbedingung selbstbestimmten Reisens:

Langzeitreisen; Keine Zeit? Arbeitszeit, Freizeit und erlaubte freie Zeit; Konsumzeit, Auszeit und Muße; Selbstbestimmte Zeit und das einfache Leben; unerlaubte freie Zeit; Ein Bewußtsein der Zeit

pdf siehe NORBERT LÜDTKE © Zuerst veröffentlicht in DER TROTTER/DZG Ausgabe 125 (2007)

Siehe auch *Reisende, *Freiheit, *Fremdheit

ZMK W
Zentrale
Militärkraft-fahrzeugstelle

Fahrzeuge der Bundeswehr haben keine Zulassungsbescheinigung Teil II des Kraftfahrt-Bundesamtes KBA. Dieser entspricht die ZMK-Bescheinigung der Zentralen Militärkraftfahrzeugstelle ZMK. Mit einer Vollabnahme des Fahrzeugs nach § 21 der StVZO kann die zivile Zulassung erworben werden.

ZFZR

Zentrales Fahrzeugregister, siehe *Kraftfahrt-Bundesamt KBA

Zugkraft, freie

Die »freie Zugkraft« eines Fahrzeugs wird bezogen auf dessen Gesamtmasse und ist bestimmt durch (a) den Kraftschluss der Reifen auf den Untergrund und (b) das Drehmoment des Motors. Davon abgezogen wird der Reibungsverlust. Da es im Gelände meist um das Anfahren geht bzw. um das langsame Bewältigen von Steigungen, bleibt der Luftwiderstand praktisch wirkungslos. Die freie Zugkraft steigt dann mit der Last auf den angetriebenen Achsen und nimmt ab mit der Masse des gesamten Fahrzeugs. Daher ist es falsch zu sagen, ein leichteres Fahrzeug habe mehr freie Zugkraft. Vielmehr kommt es auf die Verteilung der Masse an.

Zuladung, tatsächliche

Die tatsächliche Zuladung errechnet man aus der Differenz zwischen dem zulässigen Gesamtgewicht (siehe Zulassungsdokumente) und dem tatsächlichen Leergewicht (siehe oben) des Fahrzeugs.

Die Verteilung der Zuladung und das Gesamtgewicht muss abgestimmt werden mit den zulässigen Achslasten und dem Traglastindex der Reifen, da jede Achslast einzeln und jeder Reifen einzeln nicht überlastet werden darf.

Zulassungs-dokumente

Die neuen Dokumente bestehen seit dem 01.10.2005 aus der

Die neuen Dokumente und ihre Einträge sind gegen Fälschungen gesichert. Bei Fahrzeugkontrollen kann die Polizei die Echtheit der Zulassungsbescheinigungen im Zentralen Fahrzeugregister ZFZR überprüfen.
Die alten Dokumente (Fahrzeugschein, Fahrzeugbrief) bleiben gültig, bis an dem Fahrzeug eine Änderung (Halterwechsel, Eintragung technischer Änderungen, etc.) vorgenommen wird.
[Quelle: Kraftfahrtbundesamt]

Zulassung
Wohnmobil

Es gilt die EG-Rahmenrichtlinie 2007/46/EG, die diese Anforderungen im Anhang II, Teil A, Punkt 5.1 definiert. Weitergehende Anforderungen sind nicht zulässig. 

»5.1. „Wohnmobil“: ein Fahrzeug der Klasse M mit besonderer Zweckbestimmung, das so konstruiert ist, dass es die Unterbringung von Personen erlaubt und mindestens die folgende Ausrüstung umfasst
  • Tisch und Sitzgelegenheiten,
  • Schlafgelegenheiten, die u. U. tagsüber als Sitze dienen können,
  • Kochgelegenheit und
  • Einrichtungen zur Unterbringung von Gepäck und sonstigen Gegenständen.

Diese Ausrüstungsgegenstände sind im Wohnbereich fest anzubringen, mit Ausnahme des Tischs, der leicht entfernbar sein kann.«

Nicht auszuschließen ist, dass sich TÜV-Prüfer immer noch auf das Merkblatt *VdTÜV MB FZMO 740 beziehen.
Bis 2014 wurde eine Stehhöhe von 170cm an der Spüle verlangt.
Seit 2012 ist die Entscheidung des TÜV für das Finanzamt bindend.

Zurrgurte

Neben der Beschriftung verrät die Farbe des Etiketts das Material und die Qualität der Gurte nach DIN  12195-2:
blau      Polyester (PES)       -40°C bis +120°C*
grün     Polyamid (PA)          -40°C bis +100°C*
braun   Polypropylen (PP)    -40°C bis +80°C*
weiß     anderer Werkstoff

Zwillingsbereifung

Billiger als Breitreifen, Spurrillen werden weniger tief, weil sich der Bodendruck verteilt, also sinkt die Reibung durch weniger Verdichtung, weniger Bulldozing, weniger Seitenwandreibung.

Nachteile sind verklemmte Steine zwischen den Reifen und schlechtere Montage, Reifendruck senken begrenzt möglich.

Ein großer und breiter Radialreifen mit 0,6 bar Reifendruck bringt den gleichen Druck auf den Untergrund wie Zwillinge mit 1,6 bar. 

auch: Doppelbereifung, englisch: dual wheels, twin tyres