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Abschmieren

Die drehenden Teile der Kraftübertragung müssen geschmiert werden, dies betrifft:

  • tägliche Kontrolle des Motorölstandes im Motor (Ölstab)
  • Kontrolle der Getriebe- und Differentialöle bei gegebenem Anlass oder nach Wartungsintervall (Gehäuseschraube)
  • Abschmieren der Antriebswelle

Die Besonderheiten der Antriebswelle

  • Sie liegt nicht in Öl, sondern enthält *Schmierfett, das über Abschmiernippel eingepresst wird; Dieses *NLGI 2 (Tropfpunkt 180 °C) muss immer vom gleichen Typ sein, in der Regel mit Lithiumseifen als Verdicker und sollte kein Molybdändisulfid MoS2 (schwarz) enthalten.
  • Sie liegt offen unter dem Fahrzeug und ist Staub, Schmutz und Wasser ausgesetzt
  • Sie verliert Fett durch schnelles Drehen, das »Schiebestück« wird gestaucht, vibriert und wird warm.

Abschmierintervalle

  • Bei Straßenbetrieb entscheidet im Wesentlichen die Kilometerleistung (siehe Fahrzeug-Handbuch).
  • Dauerhaft hohe Belastung durch Ladung und hohe Temperaturen (Tropen) verkürzen die Intervalle.
  • Im Geländebetrieb verkürzen sich diese Intervalle auf etwa 25.000 km oder alle sechs Monate.
  • Bei vorübergehender Belastung (Wasserdurchfahrten, Wellblechstrecken, feiner Staub) muss anschließend abgeschmiert werdenen, besser auch vorher.
  • Das Hochdruckreinigen von Gelenkwellen wird von Herstellern nicht empfohlen, danach immer Abschmieren.

Vorgehensweise

Vor dem Abschmieren die Kegelschmiernippel säubern. Mit der Handpresse und mit wenig Druck das Fett gleichmäßig durch die langen und engen Verteilerkanäle, Gelenkkreuzbuchsen und Wälzkörper drücken. Druckstöße können die Dichtungen beschädigen. Überschüssiges Fett schiebt sich zwischen die Dichtlippen und das Labyrinth. An allen Lagerdichtungen muss frisches Fett am Spalt sichtbar austreten. Gelingt das nicht, ist die Welle ausgebaut abzuschmieren. Diue Welle muss gedreht werden, um alle Abschmiernippel erreichen zu können. Das gelingt am besten aus der Grube heraus.

Abschmierpunkte

Normale Kardan-­Gelenkwellen haben drei Kegelschmiernippel: einen für jedes Gelenk und einen für das Keilprofil. Deren Schiebeelemente zurückhaltend befüllen (manche empfehlen nciht mehr als 3 Hübe), zu viel Fett kann die Dichtungen beschädigen, insbesondere bei starken Stößen und hohem Ladegewicht. Am Lenkgestänge können sich Abschmiernippel befinden. An den Radlagern können sich durch Schrauben verschlossene Öfffnungen befinden, in die Abschmiernippel zum Abschmieren eingeschraubt werden können.

Werkzeug & Material

  • Eine gute (Zweihand-)Fettpresse verkürzt die Arbeitsdauer.
  • Fettkartuschen sind am angenehmsten, aber nicht überall zu haben. Nachgefüllt wird dann aus dem Fass oder mit der Hand (oder Löffel). Luftblasen in der Füllung verzögern die Arbeit.
  • Mehrere Mundstücke, da die darin befindlichen Federn auch schon mal kaputt gehen.
  • Gerade und gebogene Verlängerungen sowie ein Schlauchstück, weil jeder Abschmiernippel anders sitzt.
  • Reichlich Papier, Putzlumpen, Waschbenzin, alte Zahnbürste, Handwaschpaste

wiki/abschmieren.txt · Zuletzt geändert: 2018/10/05 10:55 von norbert