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wiki:freiheit

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wiki:freiheit [2020/05/21 06:19]
norbert
wiki:freiheit [2020/05/22 15:42] (aktuell)
norbert
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 Viele Zwänge sind selbst erzeugt, viele Grenzen selbst gezogen. Die Freiheit des Denkens kann die Grenzen des Möglichen weit überschreiten:​ Wunschträume,​ Ideen, Vorstellungen,​ Phantasien … bilden die Grundlage jedes selbstbestimmten Wollens und jeder Reise, auch wenn es manchmal zur Einbildung, Traumtänzerei,​ Phantasterei gerät.\\ Die Freiheit des Wollens schafft und gestaltet neue Wahlmöglichkeiten. Globetrotter sind talentiert im Finden von Auswegen und Schlupflöchern,​ denn: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Indem der Mensch sich von inneren Zwängen befreit (Triebe, Erwartungen,​ Gewohnheiten,​ Rollenmuster,​ Konventionen,​ Moralvorstellungen …) und seine Fähigkeiten nutzt, erwirbt er individuelle Souveränität. Viele Zwänge sind selbst erzeugt, viele Grenzen selbst gezogen. Die Freiheit des Denkens kann die Grenzen des Möglichen weit überschreiten:​ Wunschträume,​ Ideen, Vorstellungen,​ Phantasien … bilden die Grundlage jedes selbstbestimmten Wollens und jeder Reise, auch wenn es manchmal zur Einbildung, Traumtänzerei,​ Phantasterei gerät.\\ Die Freiheit des Wollens schafft und gestaltet neue Wahlmöglichkeiten. Globetrotter sind talentiert im Finden von Auswegen und Schlupflöchern,​ denn: Wo ein Wille ist, ist auch ein Weg. Indem der Mensch sich von inneren Zwängen befreit (Triebe, Erwartungen,​ Gewohnheiten,​ Rollenmuster,​ Konventionen,​ Moralvorstellungen …) und seine Fähigkeiten nutzt, erwirbt er individuelle Souveränität.
  
-Globetrotter praktizieren selbst reisend solche Souveränität des Freien Handelns. Die dabei gewonnenen Erfahrungen ermöglichen es wiederum, in der heimatlichen Umgebung souveräner zu denken, zu entscheiden und zu handeln als andere dies tun und sich damit auch von äußeren Zwängen frei zu machen.+Globetrotter praktizieren selbst reisend solche ​[[wiki:​souveraenitat|Souveränität]] des Freien Handelns. Die dabei gewonnenen Erfahrungen ermöglichen es wiederum, in der heimatlichen Umgebung souveräner zu denken, zu entscheiden und zu handeln als andere dies tun und sich damit auch von äußeren Zwängen frei zu machen.
  
 ===== 3 Die Freiheit der Landstraße ===== ===== 3 Die Freiheit der Landstraße =====
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 Die Wendung //frei und ungebunden//​ ((britisch: footloose and fancy-free)) zu sein, irritiert: Man ist doch frei, weil man ungebunden ist? Oder ist umgekehrt, wer sich frei von Bindungen wähnt, überhaupt befreit? Der Vagabund des Mittelalters war frei im Gegensatz zu beherrschten und gebundenen Bauern und Bürgern. In einer früheren Zeit jedoch gab es auch seßhaft Freie. Die Wendung //frei und ungebunden//​ ((britisch: footloose and fancy-free)) zu sein, irritiert: Man ist doch frei, weil man ungebunden ist? Oder ist umgekehrt, wer sich frei von Bindungen wähnt, überhaupt befreit? Der Vagabund des Mittelalters war frei im Gegensatz zu beherrschten und gebundenen Bauern und Bürgern. In einer früheren Zeit jedoch gab es auch seßhaft Freie.
  
-Damals meinte frei die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft von Gleichberechtigten,​ die weder abhängig, noch versklavt noch untertänig waren, sondern autark und souverän auf eigenem Boden herrschten – ohne äußere Herrschaft. Nur in diesem Miteinander und Dazugehören gab es Sicherheit und Geborgenheit mit Heim und Haus, Familie, Freunden und Nachbarschaft. Man band sich an diese Werte aus innerer Überzeugung,​ nicht durch die Gewalt eines Oberen. Jeder tat frei und willig das Seine, damit die Gemeinschaft ((Z.B. agnatisch-genossenschaftlicher Geschlechterverband,​ Schwurbrüderschaft von Sippen, Siedlungsgenossenschaft)) erhalten bliebe zum Wohle aller. Nicht die maximale Handlungsfreiheit des Einzelnen wurde angestrebt, sondern eine optimale Handlungsfreiheit für alle. Diese Form sozialer Bindung vermittelte das Gefühl von Freiheit. Die Eid-Genossen gründeten auf diesem Prinzip 1291 die Schweiz, der »Rütli-Schwur« stand an deren Anfang. Schillers Wilhelm Tell steht für dieses Freiheitsverständnis.+Damals meinte frei die Zugehörigkeit zu einer Gemeinschaft von Gleichberechtigten,​ die weder abhängig, noch versklavt noch untertänig waren, sondern ​[[wiki:​autarkie|autark]] und [[wiki:​souveraenitat|souverän]] auf eigenem Boden herrschten – ohne äußere Herrschaft. Nur in diesem Miteinander und Dazugehören gab es Sicherheit und Geborgenheit mit Heim und Haus, Familie, Freunden und Nachbarschaft. Man band sich an diese Werte aus innerer Überzeugung,​ nicht durch die Gewalt eines Oberen. Jeder tat frei und willig das Seine, damit die Gemeinschaft ((Z.B. agnatisch-genossenschaftlicher Geschlechterverband,​ Schwurbrüderschaft von Sippen, Siedlungsgenossenschaft)) erhalten bliebe zum Wohle aller. Nicht die maximale Handlungsfreiheit des Einzelnen wurde angestrebt, sondern eine optimale Handlungsfreiheit für alle. Diese Form sozialer Bindung vermittelte das Gefühl von Freiheit. Die Eid-Genossen gründeten auf diesem Prinzip 1291 die Schweiz, der »Rütli-Schwur« stand an deren Anfang. Schillers Wilhelm Tell steht für dieses Freiheitsverständnis.
  
 Das Ende dieses umfassenden Lebensverständnisses begann, als sich im Mittelalter die Stände von Ritter und Bürger bildeten. Erst damit entstand der »an die Scholle gebundene« Bauer. 1538 erwähnt der Chronist den Freibauern als außergewöhnlich ((''​Theodor Kantzow''​ über die Bauern in Pommern und Rügen, in: //Chronik von Pommern// 1538)). Die freie Bauernrepublik Dithmarschen endete 1559, vergleichbare Ansätze gab es im Bregenzerwald und in Gotland, in den sieben freien Gemeinden der norditalienischen Alpen oder in den sieben freien Hagen an der Weser. Die Rechte der letzten Freiherren als Souverän auf eigenem Land wurden vom //Wiener Kongreß// 1814 getilgt. Das Ende dieses umfassenden Lebensverständnisses begann, als sich im Mittelalter die Stände von Ritter und Bürger bildeten. Erst damit entstand der »an die Scholle gebundene« Bauer. 1538 erwähnt der Chronist den Freibauern als außergewöhnlich ((''​Theodor Kantzow''​ über die Bauern in Pommern und Rügen, in: //Chronik von Pommern// 1538)). Die freie Bauernrepublik Dithmarschen endete 1559, vergleichbare Ansätze gab es im Bregenzerwald und in Gotland, in den sieben freien Gemeinden der norditalienischen Alpen oder in den sieben freien Hagen an der Weser. Die Rechte der letzten Freiherren als Souverän auf eigenem Land wurden vom //Wiener Kongreß// 1814 getilgt.
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