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wiki:frugale_innovationen

Frugale Innovationen

Ein Produkt mit neuen Eigenschaften lässt sich entwickeln (Innovation), muss sich jedoch im Markt durchsetzen (Invention). Das gelingt, wenn die Konsumenten glauben es besitzen müssen (Hype-Cycle). Der Bedürfnisbefriedigung des Konsumenten steht die Gewinnmaximierungsabsicht des Produzenten gegenüber. So weit so gut.
Wenn aber jeder (beispielsweise) einen Besen hat, kann man keine Besen mehr verkaufen. Dann gibt es mehrere Möglichkeiten für den Produzenten:

  • Besen werden zum Statussymbol, dann man Besen auch wegen neuer Farben und Formen verkaufen;
  • Besen werden multifunktional, etwa indem man sie als Fensterwischer verwendet;
  • Besen gehen nach einem Jahr kaputt (»Obsoleszenz«) und lassen sich nicht reparieren (»right-to-repair«);
  • Besen veralten und neue Besen fegen besser, also wächst der Wunsch nach Austausch (psychologische Obsoleszenz).

So werden Smartphones, die durchschnittlich 489 Euro kosten (2018, Tendenz steigend), durchschnittlich knapp 2,5 Jahre lang genutzt und ausgetauscht, weil neue Produktgenerationen angeblich immer mehr können und immer besser sind.

Frugale Innovationen zeichnen sich dadurch aus, dass sie statt der Gewinnmaximierung des Produzenten eine Kosten-Nutzen-Optimierung für den Konsumenten anstreben. Ein Produkt soll also möglichst genau das können, was der Konsument benötigt und das ziemlich gut und dauerhaft. Das Produkt wird durch eine einfache und schlanke Lösung kostengünstig durch Weglassen, aber nicht billig im Sinne von schlecht. Das Weglassen von Komponenten, Möglichkeiten und Entscheidungen führt weniger Fehlerquellen (Murphys Gesetz) und zu einfacherer Handhabung. Verwandte Konzepte finden sich im »Maker Movement«, als Do-It-Yourself oder in der Buschmechanik.


siehe auch: *Frugalismus

wiki/frugale_innovationen.txt · Zuletzt geändert: 2019/09/16 07:38 von norbert