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On-Board-Diagnose

Die On-Board-Diagnose, abgekürzt OBD wurde 1988 in Kalifornien eingeführt, damit Abgasvorschriften nicht nur bei Einzeluntersuchungen sondern über das ganze Autoleben hin geprüft werden konnten; technisch wurden dazu Daten der Motorsteuerung erfasst. Angezeigt werden Fehler über die Motorkontrollleuchte. In der EU ist die European On-Board Diagnostic EOBD für PKW-Modelle mit Ottomotor ab 2001 und für solche mit Dieselmotoren ab 2003 verpflichtend, vereinzelt jedoch bereits bei älteren Modellen vorhanden. Stand der Technik ist heute OBD-2.

Funktion

Die historisch zugrundeliegende Hauptfunktion der umweltrelevanten Abgasüberwachung wurde erweitert auf sicherheitsrelevante Bereiche sowie auf Fehler, die zu Motorschäden führen können. Überwacht werden heute beispielsweise:

  • Lambdasonde
  • Verbrennungsaussetzer
  • Wirkungsgrad des Katalysators
  • Abgasrückführung
  • Sekundärluftsystem
  • Tankentlüftung
  • Gurtsysteme und Airbag
  • Kurzschlüsse und Leitungsunterbrechungen
  • Wartungshinweise, etwa Ölstand

Komponenten

Die Sensoren senden Messwerte an das eingebaute Steuergerät, dieses kann über eine 16-polige CARB-Steckdose, die »OBD-2-Diagnosebuchse« ausgelesen und quittiert werden. Die Fehleranzeige erfolgt über die Motorkontrolleuchte *MIL.
Das Auslesen erfolgt in der Regel in der Werkstatt, mit professionellen, herstellergebundenen Ausleseprogrammen über ein Notebook, mit Handgeräten oder in eingeschränkten Umfang mit einfachen und preiswerten Auslesegeräten über das Smartphone mittels Bluetooth-Adapter.

Wartung/Auswertung

Die Anzeige der Motorkontrollleuchte lässt keine Rückschlüsse auf die Art des Fehlers zu, dazu muss das OBD-Kontrollgerät ausgelesen werden, aber:

  • Nicht alle Datensätze sind genormt, so dass die Auswertung ohne die Software des Fahrzeugherstellers und ohne spezielöles Know-How immer nur eingeschränkt möglich ist.
  • Manche Fehler werden als Gruppenfehler angezeigt.
  • Angezeigte Fehler können verschiedene Ursachen haben.
  • Die Fehleranzeige selbst kann fehlerhaft sein, etwa wenn eine vorübergehende Störung als permanenter Fehler diagnostiziert wird.

Einerseits können die angezeigten *Fehler zu schwerwiegenden *Defekten führen und müssen ernstgenommen werden. Eine seriöse Werkstatt wird jedoch nicht »Drauflos-reparieren« sondern die Fehleranzeige hinterfragen und präzisieren oder sogar empfehlen zu fahren, bis tatsächlich ein Bauteil ersichtlich kaputt geht. Sofern sich bei gründlicher Prüfung keine weiterführenden Hinweise finden lassen, können Fehler im OBD quittiert, also gelöscht werden.

Probleme

Das OBD kann bei bestimmten Fehlern den Wagen in den Notlauf versetzen. Das kann je nach Situation (Steigung, Gelände, Verkehr) entsprechende Folgen haben. Es kann dann sinnvoll sein, den Fehler mit einer einfachen OBD-App über das Smartphone zu löschen. Über das OBD kann der Wagen manipuliert werden, etwa Kilometerstand und Wegfahrsperre; manche Hersteller verbauen das Steuergerät daher doppelt.

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