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VW-Transporter

Die firmenintern Typ2 genannte Baureihe war die zweite Baureihe bei VW Wolfsburg nach dem Typ1, dem »Käfer«.

1949 war der Prototyp des Typ2 T1 fertig, ab 1950 wurde er gebaut, erst als Transporter, dann auch als Bus, bekannt als »Bulli«, im englischen als »Splittie« wegen der geteilten Frontscheibe (Splitscreen, Split-Window), 1951 bis 1967 auch als *Samba. Am 8. März 1950 liefen die ersten zehn Transporter vom Band - danach wurden 6,2 Millionen T1- und T2-Modelle weltweit gebaut. Die letzten T2 (velha senhora - alte Dame) liefen 2014 in Brasilien vom Band. Ihre Spitznamen Jesus me chama (Jesus ruft mich) oder Combi Asesina (Mörderkombi) in Peru verdanken sie ihrem veralteten Sicherheitsstandard und der halsbrecherischen Fahrweise der einheimischen Minibusfahrer. In anderen Ländern fühlte man sich an die Form von Kastenbroten erinnert und ruft den VW-Transporter Pão-de-Forma (Portugal) oder Rugbrød (Dänemark). Auf »Volkswagen VW« zielen die Bezeichnungen Volksie Bus in Südafrika oder Vee-Dub in den USA.

Der VW-Transporter wird umgangssprachlich VW-Bus genannt:

  • Sachlich ist das dann falsch, wenn es sich um einen geschlossenen Kasten handelt, also um einen *Kastenwagen oder *Transporter.
  • Rechtlich ist das insofern falsch, wenn »Bus« die sprachlich abgeschliffene Form von *Omnibus meint, korrekt also einen *Kraftomnibus (Autobus) mit mehr als acht Sitzplätzen plus Fahrer der EU-Fahrzeugklasse M2 oder M3, der die Führerscheinklasse D erfordert.
  • Praktisch aber war der VW T1 in seiner Ausführung als Bus in den 1950er Jahren namensgebend für das damals neue Segment der Kleinbusse. Diese hatten Fenster ringsum im Unterschied zur ursprünglichen Transportervariante mit geschlossenem Kasten und dienten von Beginn als Basisfahrzeug für Reisemobile.

Der freie Blick in alle Himmelsrichtungen förderte das Gefühl von Freiheit und Unterwegs-Sein. Praktisch dagegen erforderten die Fensterflächen einen erhöhten Aufwand für Kälte-, Wärme- und Sichtschutz. Westfalia bot ab 1950 herausnehmbare Module für Campingfahrten an, unter anderem die »Campingbox«. Ab 1960 stellte Westfalia die ersten Reisemobile auf der Basis von VW-Transportern her. Heute gelten T1 und T2 als Sammlerstücke, für die vereinzelt sechsstellige Preise gezahlt werden, dafür bekommt man auch einen T6 mit kompletter Zusatzausstattung. Auch ein T3 ist kaum noch im vierstelligen Bereich zu haben.

Kurzübersicht

T1 T2 T3 T4 T5/T6
von 19501967197919902003
bis 1967201319922003
Sondermodell Samba Joker, California, AtlantikCalifornia, CarthagoCalifornia
Campingausbauten WestfaliaWestfalia, Dehler, Reimo u.a.Westfalia, Karmann VW
Dieselmotor jajaja
Allrad SyncroSyncro, Diff-sperre4motion

Der T6 ist nur ein »Facelift« des T5 und der kommende T7 wird eher ein großer Caddy werden, während die Transportereigenschaften vom Crafter abgedeckt werden. Als Basisfahrzeug für Reisemobile wird der T7 kaum den Anforderungen genügen.


Buch: »Im VW-Bus um die Welt« fuhren die Tondoks bis 1975 und veröffentlichten ihre Erfahrungen mit dem T2 in vielen Auflagen.

*Roadmovie: Little Miss Sunshine (Jonathan Dayton und Valerie Faris, USA 2006) Mit einem quietschgelben VW-Bus fährt die Familie nach Kalifornien.

Der Spiegel 1.05.2013 Historische Wohnmobile: Alte Liebe rostet nicht

DER SPIEGEL 15.03.2015 Fabian Hoberg: T3-Experte „Syncro-Bernd“: Die Bulli-Parade

wiki/vw-transporter.txt · Zuletzt geändert: 2019/06/17 11:01 von norbert