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wiki:walz

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wiki:walz [2019/11/05 15:55]
norbert [Der Kardasch]
wiki:walz [2019/11/11 07:12]
norbert
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   * Der Flexibilität in der Lebensplanung,​ der Offenheit der Lebensführung,​ der Phantasie bezüglich des Lebensstils steht die Unsicherheit bezüglich des Lebensweges,​ die Ziellosigkeit und Sinnlosigkeit gegenüber.   * Der Flexibilität in der Lebensplanung,​ der Offenheit der Lebensführung,​ der Phantasie bezüglich des Lebensstils steht die Unsicherheit bezüglich des Lebensweges,​ die Ziellosigkeit und Sinnlosigkeit gegenüber.
   * Freiheit von sozialen Bindungen und Ungebundenheit gegenüber anderen Menschen kann gesellschaftliches Außenseitertum bedeuten und zur Unfähigkeit zu sozialen Beziehungen führen.   * Freiheit von sozialen Bindungen und Ungebundenheit gegenüber anderen Menschen kann gesellschaftliches Außenseitertum bedeuten und zur Unfähigkeit zu sozialen Beziehungen führen.
-Den drohenden Gefahren hat die Gesellschaft bereits früh entgegengesteuert. Die soziale Kontrolle übernimmt die Polizei, deren Aufgabe es ist, dem völligen Verfall sozialer Bindungen durch Druck und Strafe entgegenzusteuern:​ Papiere sind nötig zur Identifikation,​ Betteln und Platte reißen ((Platte reißen ist jede Form der Übernachtung in der Natur, außerhalb von Gebäuden)) sind verboten, Bemühungen zur Arbeitssuche werden in den Papieren dokumentiert ebenso wie Übernachtungen in Herbergen.+Den drohenden ​[[wiki:​gefahr|Gefahren]] hat die Gesellschaft bereits früh entgegengesteuert. Die soziale Kontrolle übernimmt die Polizei, deren Aufgabe es ist, dem völligen Verfall sozialer Bindungen durch Druck und Strafe entgegenzusteuern:​ Papiere sind nötig zur Identifikation,​ Betteln und Platte reißen ((Platte reißen ist jede Form der Übernachtung in der Natur, außerhalb von Gebäuden)) sind verboten, Bemühungen zur Arbeitssuche werden in den Papieren dokumentiert ebenso wie Übernachtungen in Herbergen.
 Ein minimales soziales Netz wird aufrechterhalten,​ z.B. durch Meister, Innungsherbergen,​ Gesellenheime für die Handwerksgesellen;​ durch Asyle, Verpflegungsgutscheine,​ Pflicht zur Obdachlosenbetreuung,​ kirchliche Herbergen für die Vagabunden.\\ ​ Ein minimales soziales Netz wird aufrechterhalten,​ z.B. durch Meister, Innungsherbergen,​ Gesellenheime für die Handwerksgesellen;​ durch Asyle, Verpflegungsgutscheine,​ Pflicht zur Obdachlosenbetreuung,​ kirchliche Herbergen für die Vagabunden.\\ ​
 Es besteht ein Zusammenhalt innerhalb des fahrenden Volkes durch eine gemeinsame Kundensprache,​ durch Verhaltensregeln,​ einen Ehrenkodex und ausgeprägte Kameradschaft. Eine Hierarchisierung der Heimatlosen in unterschiedliche Gruppen (Speckjäger,​ Dirnen, Vagabunden, Kunden) mit unterschiedlichem Ansehen führt zu eigenen sozialen Strukturen. Es besteht ein Zusammenhalt innerhalb des fahrenden Volkes durch eine gemeinsame Kundensprache,​ durch Verhaltensregeln,​ einen Ehrenkodex und ausgeprägte Kameradschaft. Eine Hierarchisierung der Heimatlosen in unterschiedliche Gruppen (Speckjäger,​ Dirnen, Vagabunden, Kunden) mit unterschiedlichem Ansehen führt zu eigenen sozialen Strukturen.
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 ==== Mathias Ludwig Schroeder ==== ==== Mathias Ludwig Schroeder ====
  
-(* 1904) hat die Volksschule besucht, dann eine Lehre als Installateur beendet. Die erste Gelegenheit nimmt er wahr, um auf Walz zu gehen. Es hält ihn nichts in Trier, das Elternhaus flieht er. Sein Vater ist Arbeiter und hat wieder geheiratet, nachdem seine Mutter bereits 1917 gestorben ist - und auch mit dem Vater verbindet ihn anscheinend nicht viel. So macht er sich achtzehnjährig etwa Mitte 1922 auf den Weg, zunächst nach Köln. Ihn faszinieren die vielen unterschiedlichen Menschen auf der Straße, auch wenn sie ihn ausnützen oder betrügen. Er sucht und findet Arbeit in Solingen (im Pumpwerk Elb) und arbeitet dort etwa ein Jahr, bis die Weltwirtschaftskrise ihn in die Arbeitslosigkeit wirft. Hamburg, München, Friedrichshafen,​ Konstanz, Ludwigshafen,​ Ingolstadt, Eichstädt, Nürnberg, Coburg, Halle, Potsdam, Berlin, Hamm, Unna sind die weiteren Stationen seiner Reise. Immer wieder versucht er Arbeit zu erhalten, doch es gelingt ihm nicht. So rutscht er langsam tiefer und die etwa vier Monate seiner Wanderschaft sind eine stete Gratwanderung zwischen seinem Verständnis als Handwerksburschen und der Lust, die er der Wanderung verdankt. Dabei fühlt er immer wieder die Gefahr abzurutschen,​ auf der Landstraße zu bleiben, nicht mehr zurück zu können. Anfangs kann er nicht betteln, ist aber bald ein Profi. Er fühlt sich zuhause auf der Landstraße:​ Vielleicht ist das der Grund, daß er seine Wanderung nach etwa vier Monaten abbricht und im Dezember 1923 wieder nach Solingen zurückkehrt. Er ist mit dem Schriftsteller Heinrich Lersch gut befreundet und fängt selber 1932 an zu schreiben: humoristische Arbeitergeschichten,​ Jugendbücher und sein Erinnerungsbuch an seine Wanderschaft.Später lebt er in Hilden/​Rhld.+(* 1904) hat die Volksschule besucht, dann eine Lehre als Installateur beendet. Die erste Gelegenheit nimmt er wahr, um auf Walz zu gehen. Es hält ihn nichts in Trier, das Elternhaus flieht er. Sein Vater ist Arbeiter und hat wieder geheiratet, nachdem seine Mutter bereits 1917 gestorben ist - und auch mit dem Vater verbindet ihn anscheinend nicht viel. So macht er sich achtzehnjährig etwa Mitte 1922 auf den Weg, zunächst nach Köln. Ihn faszinieren die vielen unterschiedlichen Menschen auf der Straße, auch wenn sie ihn ausnützen oder betrügen. Er sucht und findet Arbeit in Solingen (im Pumpwerk Elb) und arbeitet dort etwa ein Jahr, bis die Weltwirtschaftskrise ihn in die Arbeitslosigkeit wirft. Hamburg, München, Friedrichshafen,​ Konstanz, Ludwigshafen,​ Ingolstadt, Eichstädt, Nürnberg, Coburg, Halle, Potsdam, Berlin, Hamm, Unna sind die weiteren Stationen seiner Reise. Immer wieder versucht er Arbeit zu erhalten, doch es gelingt ihm nicht. So rutscht er langsam tiefer und die etwa vier Monate seiner Wanderschaft sind eine stete Gratwanderung zwischen seinem Verständnis als Handwerksburschen und der Lust, die er der Wanderung verdankt. Dabei fühlt er immer wieder die [[wiki:​gefahr|Gefahr]] abzurutschen,​ auf der Landstraße zu bleiben, nicht mehr zurück zu können. Anfangs kann er nicht betteln, ist aber bald ein Profi. Er fühlt sich zuhause auf der Landstraße:​ Vielleicht ist das der Grund, daß er seine Wanderung nach etwa vier Monaten abbricht und im Dezember 1923 wieder nach Solingen zurückkehrt. Er ist mit dem Schriftsteller Heinrich Lersch gut befreundet und fängt selber 1932 an zu schreiben: humoristische Arbeitergeschichten,​ Jugendbücher und sein Erinnerungsbuch an seine Wanderschaft.Später lebt er in Hilden/​Rhld.
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   - //Alle Achtung: Männer! 8 Werkmannsgeschichten//​. Langen/​Müller. München. 1936. 60 S. kl. 8°. (45. Tsd. Ex. bis 1943)\\ ​   - //Alle Achtung: Männer! 8 Werkmannsgeschichten//​. Langen/​Müller. München. 1936. 60 S. kl. 8°. (45. Tsd. Ex. bis 1943)\\ ​
wiki/walz.txt · Zuletzt geändert: 2019/11/21 20:48 von norbert