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wiki:wattiefe

Wattiefe

Die Wattiefe beschreibt eine der geländerelevanten *Fahrwerkeigenschaften.

Theorie & Praxis

Sie gibt die theoretisch maximal zu durchfahrende Wassertiefe an, die konstruktiv gefahrlos möglich ist. Praktisch haben Gewässer jedoch keinen ebenen Untergrund, die Wassertiefe schwankt also und ist bei trübem Wasser auch nicht erkennbar. Das Fahrzeug selbst erzeugt eine Bugwelle, die mit der Geschwindigkeit steigt, damit steigt auch die Wasserhöhe im Motorraum. Bei Fließgewässern beeinflussen Wellen das Wasserniveau. Daher kann auch bei geringerem Niveau durchaus Wasser über die Motorhaube schwappen und von oben in den Motorraum eindringen.

Technisch gefahrlos möglich ist das Durchfahren von Gewässern, wenn die Wasseroberfläche maximal bis zur Radnabe reicht, also bis zur Achsmitte. Bei höherem Wasserstand drohen:

  • Bei laufendem Motor kann Wasser nicht in den Auspuff eindringen. Geht der Motor jedoch aus und gelangt Wasser in den Motor, so führt dies zum »Wasserschlag«, der den Motor zerstört.
  • Wasser dringt in die Entlüftungsöffnungen von Differentialen und Getrieben ein, damit ist die Schmierung nicht mehr gewährleistet; als Gegenmaßnahme lassen sich diese Öffnungen mit Schläuchen weiter nach oben verlegen.
  • Die tiefliegenden Aggregate wie Anlasser, Lichtmaschine, Abgasanlage sind meist so gebaut, dass sie auch unter Wasser funktionieren.
  • Die Luftansaugung kann mit einem »Schnorchel« bis übers Wagendach geführt werden; der Luftfilter muss wasserdicht gekapselt sein.
  • Mit laufendem Ventilator ins Wasser zu fahren kann die Ventilatorblätter verbiegen oder zerbrechen; diese können den Kühler durchschlagen.

Kräfte beim Durchfahren von Gewässern

Mit zunehmender Wattiefe wirken Auftrieb und Strömung verstärkt auf das Fahrzeug: Je tiefer der Wagen ins Wasser eintaucht, desto höher ist der Auftrieb, damit nimmt die Traktion ab. Als Auftriebelemente wirken insbesondere tiefliegende Tanks. In der Regel verliert zuerst die Hinterachse den Bodenkontakt, so dass mit Allradantrieb über die Vorderachse noch eine Vorfahrt möglich ist.
Im strömenden Gewässer wirken Seitenkräfte auf das Fahrzeug und drücken das Fahrzeugheck in Strömungsrichtung weg. Auf betonierten Furten kann bereits eine geringe Strömung zu Aquaplaning führen und das Fahrzeug über den Betonrand schieben.


englisch fording depth
französisch profondeur guéable, profondeur gué, profondeur de passage

wiki/wattiefe.txt · Zuletzt geändert: 2018/10/07 07:59 von norbert