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wiki:weltanschauung

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wiki:weltanschauung [2019/04/16 04:35]
norbert [Im Hamsterrad]
wiki:weltanschauung [2019/04/21 11:09]
norbert
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   ist die Weltanschauung der Leute, ​   ist die Weltanschauung der Leute, ​
   welche die Welt nicht angeschaut haben.« ​   welche die Welt nicht angeschaut haben.« ​
-Dieses Bonmot von ''​Alexander von Humboldt''​ (1769 bis 1859) basiert auf der Einsicht: //​Erkenntnis bedarf der Erfahrung.//​+Dieses Bonmot von ''​Alexander von Humboldt''​ (1769 bis 1859) basiert auf der Einsicht: //​Erkenntnis bedarf der Erfahrung ​und solche gewinnt man reisend.//
 ''​Kurt Tucholsky''​ (1890 bis 1935) schlußfolgerte daraus: ​ ''​Kurt Tucholsky''​ (1890 bis 1935) schlußfolgerte daraus: ​
   »Man sollte jedem Deutschen noch fünfhundert Mark dazu geben,   »Man sollte jedem Deutschen noch fünfhundert Mark dazu geben,
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 Von Dichtern, Schriftstellern,​ Philosophen finden sich zahlreiche solcher Bonmots, die das * [[wiki:​reisen|Reisen]] loben. Dagegen wird es selten grundsätzlich verdammt, wie etwa von ''​Blaise Pascal''​ (1623-1662):​ //»Alles Unglück des Menschen kommt daher, daß er nicht ruhig in einem Zimmer verweilen kann.«// Viel häufiger sind die Warnungen vor der Ambivalenz des Reisens. Viele stimmen darin überein, dass die Disposition des Reisenden zur Reise darüber entscheidet,​ ob der * [[wiki:​reisende|Reisende]] bereichert zurückkehrt. Wer das Reisen lobt, lobt daher immer auch sich selbst und zweifelt daran, dass jeder es ihm gleich tun könne. Diese Überheblichkeit kontern Sesshafte skeptisch: //»Je weiter die Geschichte fliegt, je mächtiger sie lügt«// ((Das Voltaire zugeschriebene Bonmot »Wer von weit her kommt, hat leicht lügen.« ist älter und lässt sich als Sprichwort bereits im Althochdeutschen finden: »Sô fremdin mære ie verrer fliegen, sô diu liute ie mêre geliegen.« Sprichwörter der germanischen und romanischen Sprachen vergleichend zusammengestellt. Ida Freifrau von Reinsberg-Düringsfeld,​ 1872 H. Fries Leipzig)) Von Dichtern, Schriftstellern,​ Philosophen finden sich zahlreiche solcher Bonmots, die das * [[wiki:​reisen|Reisen]] loben. Dagegen wird es selten grundsätzlich verdammt, wie etwa von ''​Blaise Pascal''​ (1623-1662):​ //»Alles Unglück des Menschen kommt daher, daß er nicht ruhig in einem Zimmer verweilen kann.«// Viel häufiger sind die Warnungen vor der Ambivalenz des Reisens. Viele stimmen darin überein, dass die Disposition des Reisenden zur Reise darüber entscheidet,​ ob der * [[wiki:​reisende|Reisende]] bereichert zurückkehrt. Wer das Reisen lobt, lobt daher immer auch sich selbst und zweifelt daran, dass jeder es ihm gleich tun könne. Diese Überheblichkeit kontern Sesshafte skeptisch: //»Je weiter die Geschichte fliegt, je mächtiger sie lügt«// ((Das Voltaire zugeschriebene Bonmot »Wer von weit her kommt, hat leicht lügen.« ist älter und lässt sich als Sprichwort bereits im Althochdeutschen finden: »Sô fremdin mære ie verrer fliegen, sô diu liute ie mêre geliegen.« Sprichwörter der germanischen und romanischen Sprachen vergleichend zusammengestellt. Ida Freifrau von Reinsberg-Düringsfeld,​ 1872 H. Fries Leipzig))
  
-Für ''​Laurence Sterne''​ (1713-1768) war nur der »empfindsame« Reisende in der Lage zu reisen, nicht aber die Masse der aus //​»Hochmut,​ Neugierde, Eitelkeit ...«// Reisenden ((Yoricks empfindsame Reise durch Frankreich und Italien\\ London 1768)). Wie man die Welt dagegen richtig anschaut, erklärten die zahlreichen [[wiki:​apodemik|Apodemiken]] des 16., 17. und 18. Jahrhunderts,​ die die richtige Weltanschauung zur »Wissenschaft« ​machten.+Für ''​Laurence Sterne''​ (1713-1768) war nur der »empfindsame« Reisende in der Lage zu reisen, nicht aber die Masse der aus //​»Hochmut,​ Neugierde, Eitelkeit ...«// Reisenden ((//Yoricks empfindsame Reise durch Frankreich und Italien//\\ London 1768)). Wie man die Welt dagegen richtig anschaut, erklärten die zahlreichen [[wiki:​apodemik|Apodemiken]] des 16., 17. und 18. Jahrhunderts,​ die die richtige Weltanschauung zur »Wissenschaft« ​machen wollten.
  
 ==== Selbst reisen & sich verwirklichen ==== ==== Selbst reisen & sich verwirklichen ====
-Die Einigkeit ​darüber ging im 19. Jahrhundert ​verloren ​und spätestens für ''​Herrmann Graf Keyserling''​ (1880-1946) war die Welt nur Mittel zum Selbstzweck:​ //»Was mich hinaustreibt in die weite Welt, ist eben das, was so viele ins Kloster getrieben hat: die Sehnsucht nach der Selbstverwirklichung.«//​ ((Reisetagebuch eines Philosophen. 1919)) Das Motiv kommt bei Laurence Sterne noch nicht vor, behauptet sich aber im 20. Jahrhundert und findet erst im 21. Jahrhundert seine Grenzen.+Die Einigkeit ​über die richtige Weltanschauung verlor sich im 19. Jahrhundert und spätestens für ''​Herrmann Graf Keyserling''​ (1880-1946) war die Welt nur noch Mittel zum Selbstzweck:​ //»Was mich hinaustreibt in die weite Welt, ist eben das, was so viele ins Kloster getrieben hat: die Sehnsucht nach der Selbstverwirklichung.«//​ ((//Reisetagebuch eines Philosophen//. 1919)) Das Motiv kommt bei Laurence Sterne noch nicht vor, behauptet sich aber im 20. Jahrhundert und findet erst im 21. Jahrhundert seine Grenzen.
  
-Die [[wiki:​lebensreisestil|Lebensreisestile]] des 20. Jahrhunderts durchliefen etliche [[wiki:​reisegenerationen|Reisegenerationen]],​ deren gemeinsames Bemühen darin bestand, Massen, Klassen und Konventionen zu überwinden. Das ist so gründlich gelungen, dass sich die Selbstverwirklicher heute fragen müssen: Wie kann ich einzigartig ​reisen, wenn alle einzigartig reisen? Selbstverwirklichung beim Reisen bedeutet im 21. Jahrhundert, ​die Welt nicht anzuschauen,​ sondern als Kulisse zu benutzen für Selfies:// »Hier bin nur Ich«.// Das Smartphone wird zum Spiegel des modernen Narziss, die Weltanschauung ist 4.096 Pixel breit. Der Zusammenhang zwischen dem Posten von Selfies in sozialen Netzwerken (SNS) und der »dark triad« ​(Narzissmus, MacchellianismusPsychopathieist nachgewiesen ((''​Jesse Fox, Margaret C. Rooney''​\\ //The Dark Triad and trait self-objectification as predictors of men's use and self-presentation behaviors on social networking sites//\\ in: Personality and Individual Differences,​ Volume 76, 2015,Pages 161-165,​ISSN 0191-8869, https://​doi.org/​10.1016/​j.paid.2014.12.017\\ ​ http://​www.sciencedirect.com/​science/​article/​pii/​S0191886914007259)). Nur Selbstanschauung ist Weltanschauung.+Die [[wiki:​lebensreisestil|Lebensreisestile]] des 20. Jahrhunderts durchliefen etliche [[wiki:​reisegenerationen|Reisegenerationen]],​ deren gemeinsames Bemühen darin bestand, Massen, Klassen und Konventionen zu überwinden. Das ist so gründlich gelungen, dass die Selbstverwirklicher heute reisen ​nicht um die Welt anzuschauen,​ sondern als Kulisse zu benutzen für Selfies:// »Hier bin nur Ich«.// Das Smartphone wird zum Spiegel des modernen Narziss, die Weltanschauung ist 4.096 Pixel breit. Nur Selbstanschauung ist Weltanschauung. Der Zusammenhang zwischen dem Posten von Selfies in sozialen Netzwerken (SNS) und der »dark triad« ​mit Narzissmus, Macchellianismus ​und Psychopathie ist nachgewiesen ((''​Jesse Fox, Margaret C. Rooney''​\\ //The Dark Triad and trait self-objectification as predictors of men's use and self-presentation behaviors on social networking sites//\\ in: Personality and Individual Differences,​ Volume 76, 2015,Pages 161-165,​ISSN 0191-8869, https://​doi.org/​10.1016/​j.paid.2014.12.017\\ ​ http://​www.sciencedirect.com/​science/​article/​pii/​S0191886914007259)). ​
  
-Die Sehnsucht nach dem kleinen Kreis, in dem das eigene Selbst das Zentrum darstellt, um das alles kreist, lässt sich auf der individuellen Ebene als **Infantilisierung** deuten ((Robert Harrison\\ Ewige Jugend\\ Carl Hanser Verlag, München 2015. ISBN 9783446249202)). Erwachsen zu werden ​bedeutet dagegen, dieses Zentrum mit anderen zu teilen, also ein Schritt hin zur Selbstlosigkeit mit mehr Verantwortung. Mensch zu werden bedeutet viele solcher Schritte zu gehen. In seiner Rede vor der UNO 1993 beschreibt der Dalai Lama den Zusammenhang zwischen ​**universeller ​Verantwortung** und Menschenrechten. Nach Glück zu streben darf nicht auf Kosten anderer gehen.+Die Sehnsucht nach dem kleinen Kreis, in dem das eigene Selbst das Zentrum darstellt, um das alles kreist, lässt sich auf der individuellen Ebene als **Infantilisierung** deuten ((''​Robert Harrison''​\\ //Ewige Jugend//\\ Carl Hanser Verlag, München 2015. ISBN 9783446249202)). ​Dagegen bedeutet ​Erwachsen zu werden, dieses Zentrum mit anderen zu teilen, also Selbstlosigkeit mit Verantwortung ​zu paaren. Mensch zu werden bedeutet viele solcher Schritte zu gehen, wie der Dalai Lama in seiner Rede vor der UNO 1993 beschrieb, dass letztlich nämlich ​**universelle ​Verantwortung** und Menschenrechte zusammengehören. Nach Glück zu streben darf nicht auf Kosten anderer gehen.
  
-Weltlos zu sein statt selbstlos zu werden lässt sich auch im Sinne einer Reaktion auf zu viele //​narzisstische Kränkungen//​ verstehen ((Siegmund Freud\\ Eine Schwierigkeit der Psychoanalyse\\ 1917)). Auf der Ebene der Menschheit begannen diese Kränkungen damit, dass Kopernikus 1517 erklärte, die Welt stünde nicht im Mittelpunkt des Universums. Seither werden solche Kränkungen immer persönlicher:​ Nein, der Mensch ist keine besondere Schöpfung, sondern mit dem Affen verwandt (Darwin 1859); Nein, der Mensch weiß nicht, was er tut (Freud 1895) und bedrohen ​aktuell ​sogar unseren Geist (Künstliche Intelligenz).+Weltlos zu sein statt selbstlos zu werden lässt sich auch im Sinne einer Reaktion auf zu viele //​narzisstische Kränkungen//​ verstehen ((''​Siegmund Freud''​\\ //Eine Schwierigkeit der Psychoanalyse//\\ 1917)). Auf der Ebene der Menschheit begannen diese Kränkungen damit, dass ''​Kopernikus'' ​1517 erklärte, die Welt stünde nicht im Mittelpunkt des Universums. Seither werden solche Kränkungen immer persönlicher:​ Nein, der Mensch ist keine besondere Schöpfung, sondern mit dem Affen verwandt (''​Darwin'' ​1859); Nein, der Mensch weiß nicht, was er tut (''​Freud'' ​1895) und aktuell ​droht die Künstliche Intelligenz ​mit der //​technologischen Singularität//​. Weltanschauung?​ Soll die Welt doch mich anschauen.
  
-//»Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen// Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,​// Wenn hinten, weit, in der Türkei,// Die Völker aufeinander schlagen.// Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus// Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten;// Dann kehrt man abends froh nach Haus,// Und segnet Fried und Friedenszeiten. ... Mag alles durcheinander gehn;// Doch nur zu Hause bleib'​s beim alten«// ((Johann Wolfgang Goethe: Faust, Vor dem Tor1808 Reclam Verlag)). Die Reisenden mit ihren unglaublichen Geschichten waren unterhaltsam,​ aber das Trommelfeuer heute ist zu viel, denn Welt bedrängt und kränkt uns: Europa, Globalisierung,​ Internet, Erreichbarkeit ((Gerhard Vollmer: Die vierte bis siebte Kränkung des Menschen. In: Arbeitsgruppe Mensch – Technik – Umwelt. Hrsgg. von H.-H. Franzke, Technische Universität Berlin, Schriftenreihe Technik und Gesellschaft,​ Heft 3 (1999) 67–85)). Weltanschauung?​ Soll die Welt doch mich anschauen. +Die Welt bedrängt uns mit Europa, Globalisierung,​ Internet, Erreichbarkeit ((''​Gerhard Vollmer''​\\ ​//Die vierte bis siebte Kränkung des Menschen//​\\ In: Arbeitsgruppe Mensch – Technik – Umwelt. Hrsgg. von H.-H. Franzke, Technische Universität Berlin, Schriftenreihe Technik und Gesellschaft,​ Heft 3 (1999) 67–85)) und macht sich zunehmend unbeliebt, während die Reisenden mit ihren unglaublichen Geschichten früher unterhaltsam waren:  
- +  ​»Nichts Bessers weiß ich mir an Sonn- und Feiertagen 
-==== Im Hamsterrad ==== +  ​Als ein Gespräch von Krieg und Kriegsgeschrei,​ 
-Für ''​Andreas Reckwitz''​ ((''​Andreas Reckwitz''​\\ //Die Gesellschaft der Singularitäten//​\\ Zum Strukturwandel der Moderne\\ 5. Auflage. Suhrkamp, Berlin 2018, ISBN 978-3-518-58706-5)) ist die Selbstverwirklichung als Modell zur Lebensführung fragwürdig geworden, weil sie ihren Gegenpol - das Korsett gesellschaftlicher Zwänge ((01.04.1983 Der Spiegel ''​Ariane Barth'':​ //Die Globetrotter:​ Aus allen Zwängen fliehen//)) – verloren hat. 1965 fiel auf und provozierte,​ wer sich eine Blume ins Haar steckte. Heute muss man sich mehr einfallen lassen als eine rote Irokesenfrisur ((Sascha Lobo: Abschied von der Utopie: Die digitale Kränkung des Menschen. FAZ 25. Mai 2014)). Nach Indien zu reisen reicht jedenfalls nicht. +  ​Wenn hinten, weit, in der Türkei, 
- +  ​Die Völker aufeinander schlagen. 
-Die Todesfälle bei Selfies ((//​Selfies:​ A boon or bane?//\\ J Family Med Prim Care. 2018 Jul-Aug; 7(4): 828–831\\\\ https://​www.ncbi.nlm.nih.gov/​pmc/​articles/​PMC6131996/​\\ doi: 10.4103/​jfmpc.jfmpc_109_18)) nehmen zu, weil jedes Bild die Einzigartigkeit des Narziss zeigen muss. Dass die Welt nicht nur Bühne ist, entscheidet sich beim Absturz. Nicht das Reisen steht im Vordergrund,​ sondern wie man dabei rüberkommt und was zurückkommt,​ Likes zum Beispiel. Doch das reicht nicht mal für ein Strohfeuer, denn nach dem Selfie ist vor dem Selfie. Auch das kann zum Hamsterrad werden - so, wie früher die gesellschaftliche Routine empfunden wurde. Die ersehnte Bestätigung lässt die Erwartungen wachsen und verharrt in diesem Zustand. Enttäuschte Erwartungen sind fast unvermeidlich,​ führen zu einem Gefühl von Leere, Defiziten, Sinnverlust. Eine Bewegung, die aus dem heutigen Hamsterrad ausbrechen will, ist (noch?) nicht zu erkennen. Und aus welcher Richtung könnten Anstöße dazu kommen?+  ​Man steht am Fenster, trinkt sein Gläschen aus 
 +  ​Und sieht den Fluß hinab die bunten Schiffe gleiten; 
 +  ​Dann kehrt man abends froh nach Haus, 
 +  ​Und segnet Fried und Friedenszeiten. 
 +  ​... 
 +  ​Mag alles durcheinander gehn; 
 +  ​Doch nur zu Hause bleib'​s beim alten« 
 +  ''​Johann Wolfgang Goethe''​: Faust, Vor dem Tor1808
  
 ==== Wie soll man in die Welt hineinschauen?​ ==== ==== Wie soll man in die Welt hineinschauen?​ ====
-Wie erschließt man sich die Welt und wie schaut man sie sich an? Es gibt keine **allgemeinen Handlungsanleitungen** mehr. Weder Wissenschaft noch Kirche noch Tradition weisen die Richtung. 1973 (London) startete der Dumont Verlag die Reiseführerreihe "​Richtig Reisen",​ 2010 erschien der letzte Band (Ägypten). ​Auch die Reiseführer wissen nicht mehr, wie man richtig reist.+Wie erschließt man sich die Welt und wie schaut man sie sich an? Es gibt keine **allgemeinen Handlungsanleitungen** mehr. Weder Wissenschaft noch Kirche noch Tradition weisen die Richtung. 1973 (London) startete der Dumont Verlag die Reiseführerreihe "​Richtig Reisen",​ 2010 erschien der letzte Band (Ägypten). ​Selbst ​die Reiseführer wissen nicht mehr, wie man richtig reist.
  
 Das, was verloren ging - die gesellschaftlichen Zwänge - findet sich bewahrt in **[[wiki:​liste_der_reise-sprichwoerter|Sprichwörtern]],​** denn diese entstehen als bewährte Handlungsempfehlungen der Allgemeinheit ((''​Karl Friedrich Wilhelm Wander''​\\ //Deutsches Sprichwörterlexikon//​\\ Brockhaus, Leipzig 1867–1880)):​ Das, was verloren ging - die gesellschaftlichen Zwänge - findet sich bewahrt in **[[wiki:​liste_der_reise-sprichwoerter|Sprichwörtern]],​** denn diese entstehen als bewährte Handlungsempfehlungen der Allgemeinheit ((''​Karl Friedrich Wilhelm Wander''​\\ //Deutsches Sprichwörterlexikon//​\\ Brockhaus, Leipzig 1867–1880)):​
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 Ebenso grundsätzliche Empfehlungen mit einer fremden Sicht auf die Welt bieten **[[wiki:​liste_der_unuebersetzbaren_reiserelevanten_begriffe|unübersetzbare Worte]]** aus anderen Sprachen und Kulturen. Befragt man diese auf eine Sicht der Welt als Gegenpol zur Idee der Selbstverwirklichung,​ so bieten sich beispielsweise an: Ebenso grundsätzliche Empfehlungen mit einer fremden Sicht auf die Welt bieten **[[wiki:​liste_der_unuebersetzbaren_reiserelevanten_begriffe|unübersetzbare Worte]]** aus anderen Sprachen und Kulturen. Befragt man diese auf eine Sicht der Welt als Gegenpol zur Idee der Selbstverwirklichung,​ so bieten sich beispielsweise an:
   * [[wiki:​firgun|Firgun]],​ ein hebräischer Begriff mit jiddischen und deutschen Wurzeln für eine Lebensphilosophie,​ sich ehrlich und selbstlos zu freuen, wenn jemand anders sich freut; ganz so als wäre es die eigene Freude, also ähnlich dem  [[wiki:​mudita|Muditā]] (Sanskrit).   * [[wiki:​firgun|Firgun]],​ ein hebräischer Begriff mit jiddischen und deutschen Wurzeln für eine Lebensphilosophie,​ sich ehrlich und selbstlos zu freuen, wenn jemand anders sich freut; ganz so als wäre es die eigene Freude, also ähnlich dem  [[wiki:​mudita|Muditā]] (Sanskrit).
-  * [[wiki:​yugen|Yugen]],​ ein japanischer Begriff, sucht die Schönheit im Erahnen des Nicht-Sichtbaren in der Ferne, in der Weite, im Dunst. In Yugen verbinden sich ein überwältigendes Gefühl für die Vollkommenheit des Universums mit einem Gefühl, wie unbedeutend man selber ist, etwa auf einer Bergspitze, am Meer, im Nebel des Waldes, in der Wüste. In diesen ​ästhetischen Formenkreis finden sich auch [[wiki:​wabi-sabi|Wabi-sabi]] (japanisch) und [[wiki:​bergtatt|Bergtatt]] (norwegisch).+  * [[wiki:​yugen|Yugen]],​ ein japanischer Begriff, sucht die Schönheit im Erahnen des Nicht-Sichtbaren in der Ferne, in der Weite, im Dunst. In Yugen verbinden sich ein überwältigendes Gefühl für die Vollkommenheit des Universums mit einem Gefühl, wie unbedeutend man selber ist, etwa auf einer Bergspitze, am Meer, im Nebel des Waldes, in der Wüste. In diesem ​ästhetischen Formenkreis finden sich auch [[wiki:​wabi-sabi|Wabi-sabi]] (japanisch) und [[wiki:​bergtatt|Bergtatt]] (norwegisch).
  
 Ein Reisen, das wesentlich der Selbstverwirklichung und -darstellung dient, bedarf einer ausgleichenden Kraft. Dies kann ein ästhetisches Prinzip sein, das dazu beiträgt, [[wiki:​das_erleben_der_reise|das Erleben der Reise]] zu vertiefen. Voraussetzung ist jedoch die individuelle Bereitschaft sich der Welt zu öffnen. Dann ergibt sich die Gelegenheit,​ eine Welt zu erkennen, wie sie //auch// sein kann. Ein Reisen, das wesentlich der Selbstverwirklichung und -darstellung dient, bedarf einer ausgleichenden Kraft. Dies kann ein ästhetisches Prinzip sein, das dazu beiträgt, [[wiki:​das_erleben_der_reise|das Erleben der Reise]] zu vertiefen. Voraussetzung ist jedoch die individuelle Bereitschaft sich der Welt zu öffnen. Dann ergibt sich die Gelegenheit,​ eine Welt zu erkennen, wie sie //auch// sein kann.
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