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wiki:willywikimigration325

Jargon

Eine Reise ist ein vortreffliches Heilmittel für verworrene Zustände.
Franz Grillparzer 1791-1872

*Fachsprache entsteht top-down: Begriffe werden definiert, es wird klassifiziert, kategorisiert, systematisiert. Jargon dagegen entsteht bottom-up: Dessen Ausdrücke sind subjektiv und emotional und erfolgreich im alltäglichen Gebrauch, beispielsweise:

Beide, Fachsprache und Jargon, sind funktional und erlauben eine klare Kommunikation. Beide werden innerhalb einer Gruppe verwendet. Dabei entsteht im Gebrauch eine soziale »Sprachkomplizenschaft«, die nach innen identitätsstiftend wirkt, aber nach außen abgrenzt. Die einen gehören dazu, die anderen nicht. Wer dazugehören will, muss sich auskennen und dies beweisen können, siehe auch *Initiationsriten.

On-The-Road-Jargon

Fernmobilreisende können sich auf unterschiedlichen Gebieten als kundig ausweisen. Im praktischen Gebrauch hat sich on the road eine internationale Fachsprache des Alltags entwickelt mit Beschreibungen von *Pisten, *Gelände und *Camps aus unterschiedlichsten Wurzeln:

  • Weit verbreitet sind die Ausdrücke:

Bulldust, Crest, Dip, Escarpment, Flash-Flood, Gravel, Grid, Paved,Tarmac, washboarded, Wellblech

dune bashing, green laning, (choose/pick a) line, mudding, rock crawling, Spotter, two-tracking oder allgemein: bush-bashing, offroading, wheeling

  • In den Sahara- und Sahel-Ländern im nördlichen Afrika nutzen Reisende Begriffe arabischen oder französischen Ursprungs:

Arummila, Balise, Bidon, Bir, Erg, Fech-Fech, Hammada, Redjem, Serir, Wadi

  • Im östlichen bis südlichen Afrika gehören Begriffe aus dem Englischen, Africaans oder Suaheli zum Vokabular:

Ablution block, Banda, Boma, Braai, Bush, Bushcamp, bushmeat, Canopy, Donkey, Game (drive, reserve), Hakuna matata, Humps, Kopje, Kraal, Lapa, Laterit, Lay-by, Low Level Bridge, Loop, Potholes, Roadblock, Robot, Rondavel

  • In Australien ergänzt das besondere Aussie-Englisch:

beef road, bogged, billabong, bushtucker, cairn, eski, gibber-plains, line, Never-Never, Outback, pebbles, run-up, starpicket, washouts

  • Für das Begegnen mit Tieren und der Natur findet man:

bear cache, bush babies, chimp, croc, hippo, man-eater, nuisance bear, Problembär

Szenejargon

  • Besonders vielfältig sind fahrzeugspezifische Spitz- und Kosenamen wie:

african workhorse, Anteater, Badewanne, Bakkie, Breitmaul, Bremer Modell, Buggy, Bullenwanne, Bully, Buschtaxi, Düdo, Elefantenohr, Eljot, Ello, Fridolin, Harburger Transporter, Hippiemobil, Hue, Jeep, Jipsy, Karpaten-Wisent, KATzen, Kraka, Landy, Malinka, Pausbacke, Pink Panther, Pinzi, Plastikdromedar, Puschen, Sahara-Ente, Schwedenpanzer, Schweineschnauze, Stand-Rover, Tausendfüßler, The Thing, Überraschungsei, Wörther

  • Fernmobilreisende sprechen auch von:

Dickschiff, Fahrende Opferanode, Eckhauber, Froschauge, Gatschfahrern,Hausfrauenpanzer, Kampfkübel, Mäusekino, Nasenbär, Plastikschüssel, Rundhauber, Schlappen, Soft-roader, Tupperware, Trennscheibe, Weiße Flotte oder Weiße Ware …

  • Anglo-amerikanische Offroadszene:

bear cache oder bear pole, Beater oder beat up, Beef, bench race, biscuit, Bog, Bogger, Boiling the Balonies, Bomber, chick-deflector, chicken-handle, Chunk, Cornbinder, Dead Man, Death Wobble, Donuts, Drop the Hammer, Dualie, Four-banger, Fuely, Gnarly, Go-Juice, Granny gear, Grenade, Gumbo, Gun it, Heavy Metal, Heel and toe wear, Jam Nut, Juicebox, Kiss, Loud pedal, Marshalling, Meats Tires, Mondo, Off Camber, On-foot recce, Overlanding, Peg-leg, Plow, Pumpkin, Recon/Recce, Restify, Retrofit, Rev, Rock magnet, Rock massaging, Sanitary, sidehill, Slushbox, Stair-Step, Sucking Sand, Sweeper, Tag, Tail Gunner, Three-Wheeling, Throttle, Trail Boss, Trailer Queen, Tranny, Unglued, Yank Strap

Aus dem Jargon anderer Gruppen

Bundeswehrjargon

Allesfresser, Emma, Moppel, Nato-Knochen, Nato-Ziege, Russen-Willys, Schweinenase, Technical
sowie die Raubtiernamen der Bundeswehr-Geländefahrzeuge Iltis, Wolf, Mungo, Dingo, Wiesel.

Deutsche Gaunersprache

Bulle, Grüne Minna, Lappen, Fleppen für Papiere, Kaff für einen kleinen Ort, tippeln für das Reisen zu Fuss, schickern für trinken, Schickse, verratzt sein, verramschen, verputzen und viele mehr stammen ursprünglich aus dem »Rotwelschen« und entstanden auf der Straße.

Motorradfahrerjargon

Polizeijargon

Truckerjargon

Werkstattjargon

Wohnmobiljargon

Camping-Box, Caravano, Dinette, Dumping, Glamping, Hausdabei, Heckgarage, Immer dabei, Karawane, Kleiner Strolch, Land-Yacht, Rollende Sperrholzlaube, Schäferkarren, Villa Sachsenruh, Tramp, Wüstenschiff


auch: slang, wenn die Sprache als soziales Unterscheidungsmerkmal besonders betont werden soll
englisch lingo, ein verballhorntes Kofferwort für language und jargon: CB lingo, truck lingo
siehe auch:
*Backronyme, also scherzhafte Umdeutungen für bekannte Automarken
*Spitznamen
*Stereotyp
*Liste der Jargon-Ausdrücke A-Z

wiki/willywikimigration325.txt · Zuletzt geändert: 2018/10/16 12:02 von norbert